DJM Voltigieren: Ingelsberg, Rengel und Hofmann siegen

Die deutschen Nachwuchsvoltigierer haben am vergangenen Wochenende ihre nationalen Titelkämpfe in Münchehofe ausgetragen. Die Siegerschärpen nahmen nach souveränen Auftritten die Mannschaft des VV Ingelsberg, Miro Rengel und Sophie Hofmann mit nach Hause. Nachwuchsprobleme bei den Herren sorgten allerdings für nachdenkliche Gesichter.

Seit 2009 standen die Schützlinge von Alexander Hartl, Longenführer aus Ingelsberg, bei einem nationalen Championat nicht mehr ganz oben auf dem Podest. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft beendeten sie diese Durststrecke. Bereits mit einem Sieg in der Pflicht hatten sie auf Lazio vorgelegt und auch die erste Kürrunde für sich entschieden. Am Finaltag triumphierten die Oberbayern schließlich auch im abschließenden Kürdurchgang und holten sich souverän die Goldmedaillen mit 7,988 Punkten vor dem RV Nethegau Brakel (7,837) und dem Vorjahressieger des RSV im SC 36 Neuss-Grimlinghausen (7,41). Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Wir waren mit dem Wissen angereist, dass es für eine Medaille reichen kann, wenn wir unser Programm gut durchziehen. Dass es am Ende der Titel wird, ist natürlich richtig klasse, sagte Hartl. Für Ulla Ramge kam der Sieg für die Bayern vor den Favoriten nicht überraschend. Die Ingelsberger haben schon auf den Lehrgängen gezeigt, dass sie eine gute Winterarbeit geleistet hat. Nach einem schwierigen Saisonverlauf waren sie jetzt auf ihrem persönlichen Höhepunkt angelangt. Sie haben eine sehr solide und ordentliche Leistung gezeigt, urteilte die Bundestrainerin. Im Mai hatte sich Teammitglied Luisa Hölzl beim Preis der Besten in Warendorf einen Mittelfußbruch zugezogen. Die Gruppe hatte seitdem keinen Wettkampf mehr bestritten. Erst im August war die Leistungsträgerin wieder ins Training eingestiegen. Auch das überragende Pferd war einer der ausschlaggebenden Punkte, Ingelsberg hat hier verdient gewonnen, sagte Ramge.

In der Einzelwertung der Herren gewann Miro Rengel. Der dominierende Voltigierer dieser Saison überzeugte auch in seinem letzten Junioren-Wettkampf. Mit Sir Bernhard RS von der Wintermühle, longiert von Nina Vorberg, kam der Vize-Europameister der Junioren auf 7,707 Punkte. Damit setzte sich der Rheinländer deutlich vor die Konkurrenz. Der bis dato drittplatzierte Lokalmatador Tim Andrich schob sich mit einer fehlerfreien Kür im Finale noch auf den Silberplatz vor. Der Voltigierer vom gastgebenden Landesverband Berlin-Brandenburg kam mit Polan (Longe: Claudia Wetserheide) auf 7,135 Punkte und verdrängte damit Tom Vollmer aus Fredenbeck (HAN) auf Platz drei (7,074). Für Miro war es ein standesgemäßer Sieg. Er hat sich in seinem letzten Juniorenjahr mit einer sehr schwierigen und emotionalen Kür gekrönt und deutlich von der Konkurrenz abheben können, sagte Ramge und verriet, dass Rengel aufgrund seiner Leistungen in dieser Saison künftig im B2-Kader vertreten sein wird.

Dass insgesamt nur sechs Herren nach Münchehofe gereist waren, bereitete Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg derweil großes Kopfzerbrechen. Seit der Einführung der Junioren-Kategorie hatte Ramge immer wieder spezielle Förderlehrgänge mit namhaften Referenten für Jungs im Bundesleistungszentrum in Warendorf durchgeführt. Das würden wir künftig auch für noch jüngere Jahrgänge fortführen, aber uns fehlen aktuell schlicht und einfach die Jungs, bedauert Ramge. Sie beobachte, dass viele junge Herren, die noch mit 12 in den Vereinen sind, aufhören, ehe sie das entscheidende Alter erreicht haben, um auch international durchstarten zu können. Ramge und Vorberg starteten sogleich einen bundesweiten Aufruf: Wer talentierten männlichen Nachwuchs habe, sollte sich unbedingt beim Bundestrainerteam melden.

Bei den Damen führte am Ende kein Weg an Sophie Hofmann vorbei. Die Rheinland-Pfälzerin voltigierte in ihrem letzten Junioren-Jahr zu ihrem ersten nationalen Titel. Mit Dunhill vorgestellt von Heide Pozepnia kam die 18-Jährige auf 8,084 Punkte. Damit hatte sie sich im Laufe des Turniers einen soliden Vorsprung von fast zwei Zehnteln auf ihre Landesverbandskollegin Chiara Congia (7,894) erarbeiten können. Die EM-Bronzemedaillengewinnerin aus Kaposvár turnte auf Celebration, longiert von Alexandra Dietrich. Sophie ist mit einer überzeugenden Leistung Meisterin geworden. Sie war leider erst jetzt auf ihrem Saison-Höhepunkt, aber das ist verständlich, sagte Ramge. Hofmann hatte sich zu Beginn der Saison am Außenband verletzt und war vier Wochen ausgefallen, die ihr in der EM-Vorbereitung gefehlt hatten. Das war ein ungünstiger Zeitpunkt. Für Ramge war auch Congia, die beide DJM-Küren gewann, voll im Soll. Rang drei in Münchehofe ging an VV-Ingelsberg-Mitglied Stephanie Ostermeier. Die 18-Jährige kam mit Routinier Adlon, longiert von Alexander Hartl, auf 7,566 Punkte.