Italienischer Springreiter Giacomo Bassi wegen Dopings gesperrt

Featurebild Dopingprobe

(© Julia Rau)

Mitte März 2017 war das Pferd Cenerado von Giacomo Bassi im Rahmen des CSI3* Turniers von Gorla Minore in die Dopingprobe gekommen. Das Ergebnis war positiv. Nun hat das FEI Tribunal über den Fall entschieden.

Man hatte sowohl Blut- als auch Urinproben von Cenerado genommen. Im Blut fand man die verbotene Substanz Stanozolol. Die Urinprobe verriet die Anwesenheit der auf der Liste der kontrollierten Medikation geführten Substanz Ketoprofen.

Stanozolol gehört zu den Anabolen Steroiden und wird eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit durch Muskelwachstum zu verbessern. Ketoprofen gehört zu den sogenannten NSAIDs, also den Nichtsteroidalen Antirheumatika, die Entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Während Stanozolol niemals bei Pferden angewendet werden darf, ist Ketoprofen lediglich im Wettkampf verboten.

Am 5. April 2017 wurden der Reiter und der Pferdebesitzer durch den zuständigen Verband – in diesem Fall der italienische, FISE – über den positiven Befund informiert. Das ist gängiges Procedere. Der Reiter wurde vorläufig gesperrt und über seine rechtlichen Möglichkeiten aufgeklärt. Das Pferd durfte zwei Monate lang nicht an Turnieren teilnehmen. Die Öffnung der B-Probe wurde veranlasst. Die Analyse bestätigte das Ergebnis der A-Probe.

Erklärung des Reiters

Am 18. Juli 2017 hatte der Reiter ein schriftliches Schuldeingeständnis formuliert, in dem er unter anderem berichtete, dass Cenerado beidseitig unter chronischer Entzündung der Sesambeine litt und daraus resultierender Probleme mit den Unterstützungsbändern an beiden Hinterbeinen. Darum war der elfjährige KWPN-Hengst v. Indorado von Ende November bis Ende Dezember 2016 medikamentös behandelt worden, unter anderem mit Tildren, einer Substanz, die gegeben wird, um Knochenabbau zu verhindern, und mit dem Medikamen „Stargate“. Letzteres, so stellte sich heraus, enthält Stanozolol. Darüber hinaus hatte er regelmäßig Stoßwellentherapien bekommen.

Letztendlich gestand Giacomo Bassi ein, dass der Fehler bei ihm gelegen habe, weil er sich auf die Aussage der Pharmafirma ACME verlassen hätte, dass das für Cenerado empfohlene Medikament „Stargate“ erlaubt sei, solange es nicht im Zusammenhang mit einem Turnierstart gegeben würde. Tatsächlich habe er nach der Überprüfung dann aber selbst feststellen müssen, dass Stanozolol auf der FEI-Liste der verbotenen Substanzen geführt wird.

Bassi beteuerte, die Ereignisse täten ihm aufrichtig leid. „Zu meiner teilweisen Entschuldigung kann ich sagen, dass ich dachte, nur im Sinne des Pferdes und seiner Gesundheit zu handeln.“ Auch führte er an, im Vergleich zu anderen italienischen Reitern sei er sehr verantwortungsbewusst im Bezug auf den Umgang mit Medikamenten.

Das Urteil

Die Urteilsbegründung führte unter anderem an, dass es nun einmal die Aufgabe des Reiters als „Verantwortliche Person“ („Person Responsible“) sei, dafür zu sorgen, das sich zu gar keiner Zeit und unter gar keinen Umständen eine verbotene Substanz wie nun Stanozolol im Organismus eines Sportpferdes befindet.

Was die Verantwortlichkeit des Reiters angeht, erkannte das FEI Tribunal zwar die Geständigkeit an und die damit verbundene Bereitschaft, die Verantwortung zu übernehmen. Aber man sei „erstaunt“ über die Aussage des Reiters, der seit 2006 auf FEI Turnieren reitet, er sei sich bis zum aktuellen Fall der Medikations- und Dopingregeln nicht bewusst gewesen. Auch könne man dem Argument des Reiters nicht folgen, dass man seinen Fall in Relation zum Durchschnitt der italienischen Reiter sehen müsse.

Die Strafe

Das FEI Tribunal verurteilte den Reiter zu einer zweijährigen Sperre mit Beginn am 12. März 2017, dem Datum der Probenentnahme. Das bedeutet: Bassi wird bis zum 11. März 2019 an keinem Turnier teilnehmen dürfen. Darüber hinaus wurde er zu 4000 Schweizer Franken Strafzahlung verurteilt und muss sich mit 2500 Franken an den Kosten des Prozesses beteiligen.

Das vollständige Urteil können Sie hier einsehen.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.