Stuttgart: Kein Vorbeikommen an Titelverteidiger Boyd Exell

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Das Wasserhindernis im Parcours der Fahrer bei den Stuttgart Gernan Masters hat offensichtlich nicht nur den Zuschauern Spaß gemacht. (© www.stuttgart-german-masters.de)

Zum sechsten Mal war der Australier Boyd Exell das Maß aller Dinge an den Leinen bei der Weltcup-Qualifikation der Fahrer im Rahmen der Stuttgart German Masters.

„Ein Team von vier Pferden zu fahren ist wie den Regenbogen jagen“, sagte Boyd Exell. „Und nach dem goldenen Topf am Ende Ausschau zu halten.“ Er gibt zu, dass das Zitat nicht von ihm ist, aber es drückt aus, was er fühlt, wenn er mit seinem Gespann durch die Halle donnert. Den vierfachen Weltmeister und siebenfachen Weltcup-Gewinner verlassen auch nach so vielen Erfolgen die Emotionen nicht.

Dabei war das heute mal überhaupt keine Überraschung: Boyd Exell hat in Stuttgart die erste Weltcup-Qualifikation der Saison gewonnen mit einer meisterlichen Runde, bei der nur ein Kegelabwurf die gefahrene Zeit von 127, 14 Sekunden um fünf Strafpunkte auf 132,14 erhöhte. Die langen Seiten ließ er seine vier Pferde davonstieben wie einst Ben Hur, um sie dann auf allerkleinstem Kreis um die Flaggen herum und durch die Tore zu zirkeln, wendig und gehorsam wie ein Pferd der Hohen Schule. Aus der Vogelperspektive wirkte die Fahrspur wie ein Autobahnknotenpunkt in Wohnzimmergröße.

Georg von Stein war aufgeregt

Die besten drei der sechs Fahrer hatten sich für das Stechen qualifiziert, darunter der deutsche Teilnehmer, Georg von Stein, der als einziger des Trios ohne Abwurf blieb, allerdings in der langsamsten Zeit von 138,83 Dritter wurde. Zeit kostete ihn eine Stockung vor Hindernis zwei, als er die Leinen neu sortieren musste. „Natürlich spielt auch die Aufregung eine Rolle“, gab von Stein zu. Er ist damit unterm Strich der Fahrer mit den wenigsten Kegelabwürfen in den beiden Runden der Stuttgarter Weltcup-Qualifikation. Leider bekommt er dafür keine Punkte, weil er mit einer Wild Card startete. Die Chance, Weltcup-Punkte für das Finale in Bordeaux zu sammeln, wird Georg von Stein in Stockholm, Genf und Mechelen wahrnehmen können, in Leipzig hat er wieder eine Wild Card. Das wird zu Anfang der Saison unter den Top Ten der Weltrangliste ausgehandelt.

Der Parcourschef hat geliefert

Einmal rollte im Stechen das Bällchen beim Niederländer Ijsbrand Chardon vom Kegel, der dank der besseren Zeit mit insgesamt 137,20 Punkten auf Platz zwei landete. Er fand lobende Worte für den Parcourschef Wolfgang Asendorf, vor allem weil die Fahrer vor Prüfungsbeginn die Gelegenheit erhalten hatten, einmal durchs Wasser zu fahren, so dass die Pferde die Scheu verlieren konnten. Und dass nicht unmittelbar ein Kegeltor folgte, das zum abrupten Aufnehmen gezwungen hätte. So konnten die Fahrer Full Speed durchs Wasser brettern, was vom Publikum mit laut jauchzenden Beifall quittiert wurde. „Ich sehe mir viele Videos von Fahrprüfungen an“, sagte Asendorf, „und versuche, das richtige Maß zwischen Speed und Technik zu finden.“ Das ist ihm in Stuttgart gelungen.

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