Weltcup Fahren in Leipzig 2019: Boyd Exell und die Ponys in Pferdegestalt

FEI World Cup Driving™ Stockholm

Boyd Exell unterwegs zum nächsten Sieg (© FEI/Thunholm)

Warum Boyd Exell zwar erwartungsgemäß auch die vierte Weltcup-Etappe in Leipzig gewann, aber trotzdem zittern musste. Und was für Vorteile Lipizzaner zwischen den Deichseln haben.

Die vierte und letzte Qualifikation für den Vierspänner-Weltcup in Bordeaux (7. bis 10. Februar) gewann nicht unerwartet der Australier Boyd Exell mit 275,36 Punkten vor Bram Chardon (276,4), der immer sicherer in die Fußstapfen seines Vaters, des mehrfachen Weltmeisters Ijsbrand Chardon tritt. Der hatte ihm auch den entscheidenden Tip für eine trickige Durchfahrt gegeben, selbst zu diesem Zeitpunkt schon weit weg von der Spitze, da er nach einem Missverständnis mit einem seiner Vorderpferde das ganze Geschoss rückwärts richten musste. Das kostete natürlich viel Zeit, war gleichwohl für Freunde des Fahrsports ein Erlebnis zu sehen, wie probemlos sich die vier Pferde ca. zehn Meter rückwärts dirigieren ließen. Das hat man im Dressur-Grand Prix schon schlechter gesehen. Bram Chardon fuhr zwar zum ersten Mal in Leipzig, „aber ich war schon sehr oft hier, um meinen Vater zu begleiten“, sagte er. „Erst als Groom, dann als Beifahrer. Wir leben und arbeiten auf derselben Farm und wir tauschen auch mal Pferde aus. In der Arena sind wir Konkurrenten, aber außerhalb sind wir ein Team.“

Im Stechen nahm Bram Chardon Boyd Exell sogar fast vier Sekunden ab, aber da beide Runden zusammen gezählt wurden, reichte es für den Australiern noch für den (vierten) Sieg dieser Weltcup-Saison. Den hätte er nicht mal gebraucht, denn nach drei Siegen in Maastricht, Stockholm und Genf hatte er bereits die Maximalpunktzahl von 30 Punkten erreicht. Die drei besten Ergebnisse der Saison zählen jeweils fürs Finale. Dritter in Leipzig wurde der Schweizer Jerome Voutaz, auch er wird in Bordeaux dabei sein.

Leider kam der einzige Deutsche, Georg von Stein, der mit einer Wild Card startete, nicht über den 7. Platz hinaus. „Das war nichts“, sagte er enttäuscht nach seiner Runde. Zweimal musste er die Richtung korrigieren, wobei viel Zeit verloren ging. Allerdings war von Stein mit zwei recht neuen Pferden am Start, da er vor der Weltcup-Saison zwei Pferde an Exell verkauft hatte. Die deutschen Farben werden in diesem Jahr also beim Weltcupfinale fehlen.

Es fiel auf, dass etliche Fahrer Pferde mit Lipizzaner Blut fuhren, in den Sport gebracht vom Ungarn Joszef Dobrovitz, der selbst auch für Bordeaux qualifiziert ist. Die Erklärung gab Boyd Exell: „Die Lipizzaner haben vielleicht für die Dressur nicht die besten Gänge, aber sie sind sehr geschickt in der Halle und beim Hindernisfahren. Sie haben einen Ponyverstand im Körper eines Pferdes.“

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