Wie definieren sich die Grades in der Para-Dressur?

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Dr. Angelika Trabert, die in Grade III ihren Diamond's Sunshine bei der WM in Tryon 2018 vorstellt. (© Pauline von Hardenberg)

Para-Dressur ist die vierte Reitsport-Disziplin im olympischen Programm. Bei Weltmeisterschaften und Paralympis gehen die Para-Dressurreiterinnen und -reiter an den Start. Sie sind in fünf Kategorien, die sogenannten Grades, unterteilt. Jeder Grade ist abhängig von der Einschränkung des Athleten. Welcher Grade steht wofür?

Die Grades in der Para-Dressur richten sich nach der Möglichkeit der Athleten auf das Pferd einwirken zu können. Wer in der Para-Dressur starten möchte, muss sich zunächst in einen der Grades „klassifizieren“ lassen. Die Grades sind wie folgt definiert:

Grade I

Hier wird ausschließlich Schritt geritten, da die Athletinnen und Athleten die schwersten Behinderungen aufweisen. Die meisten sind aufgrund mangelhafter Rumpfbalance und begrenzter Arm- und Beinfunktionen jenseits des Pferderückens auf den Rollstuhl angewiesen. Fehlt die Rumpfbalance vollständig und ist auch die Koordination nicht gegeben, wird dafür aber die Armfunktion als gut eingeschätzt, können auch solche Starterinnen und Starter hier konkurrieren.

Grade II

Hier reiten die Para-Dressurreiter Schritt und ein wenig Trab. Die körperlichen Einschränkungen sind ähnlich wie in Grade I, allerdings ist die Rumpfbalance hier nicht mangelhaft, sondern lediglich stark eingeschränkt.

Grade III

In diesem Garde wird Schritt und Trab geritten. In der Kür kann auch galoppiert werden. Auch hier finden sich häufig Rollstuhlbenutzer. Dazu auch Menschen, die einseitig stark gehandicapt sind. Die Armfunktionen der paraa-Dressurreiter in diesem Grade werden mit „gut bis leicht behindert“ definiert.

Grade IV

Vereinfacht ausgedrückt: Eine L-Dressur für Reiterinnen und Reiter mit unterschiedlichen Handicpas. Neben Menschen mit eingeschränkter Funktion von Gliedmaßen, die aber ohne Unterstützung gehen können, dürfen hier auch Blinde an den Start gehen. Sie werden durch sogenannte „Shouter“ unterstützt, die an den jeweiligen Bahnpunkten stehen und den Buchstaben des Bahnpunkts laut rufen („to shout“).

Grade V

Reiterinnen und Reiter mit Behinderungen nur in einer oder zwei Gliedmaßen kommen in diesem Grade zusammen. Ihnen kann beispielsweise eine komplette Hand, Teile einer Hand oder ein Unterschenkel fehlen. Auch Seheinschränkungen berechtigen zum Start in diesem Grade bei den Para-Dressurreitern. Das Niveau der Aufgaben ist vergleichbar mit Prüfungen der Klasse L und M im „Regelsport“. Es werden also alles drei Grundgangarten in verschiedenen Tempi gefordert. Auch Seitengänge stehen auf dem Programm. Fliegende Galoppwechsel sind bis zu drei Tempi erlaubt. Ausgeschlossen sind Piaffen und Passagen.

Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten ist der Ansprechpartner für die Para-Disziplinen.

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