Abschied von Markus Fuchs‘ Tinka’s Boy

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Markus Fuchs und Tinka's Boy 2004 in Aachen. (© www.toffi-images.de)

Manch einer mag sich fragen, „Wie, der lebte noch?“ In der Tat, die Zeit, in denen Tinka’s Boy und Markus Fuchs zu den besten Paaren des internationalen Springsports gehörten, sind lange her. Aber gestorben ist der große Kämpfer erst jetzt, mit 33 Jahren.

Tinka’s Boy und der Schweizer Markus Fuchs waren wie Ludger Beerbaum und Goldfever, Marcus Ehning und For Pleasure (der zugegebenermaßen ja auch unter Lars Nieberg hoch erfolgreich war), Otto Becker und Cento – ein Paar, das den Springsport geprägt hat und einfach zusammengehörte. Zehn Jahre lang waren die beiden ein Team. Seine letzten Jahre verbrachte der KWPN-Hengst in Frankreich. Dort musste er nun mit 33 Jahren eingeschläfert werden. Er konnte nicht mehr alleine aufstehen.

Die Pferdewoche.ch zitiert Markus Fuchs: „Wir alle, so auch die Besitzerin Isolde Liebherr, sind traurig. Wir sind aber auch zufrieden, dass er nach einer zehnjährigen überaus erfolgreichen Sportkarriere noch ein derart langes Rentnerleben bei bester Gesundheit geniessen durfte.“

Der erste ganz große Coup des Paares waren Mannschafts- und Einzelsilber bei den Europameisterschaften 1999 in Hickstead. Einen Einzeltitel gewannen Fuchs und Tinka’s Boy 2001 beim Weltcup-Finale in Göteborg. Im Jahr davor waren sie bereits Zweite gewesen. 2004 folgte noch einmal ein dritter Platz. Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 waren sie mit verantwortlich für die Silbermedaille der Schweizer Equipe. 2003 folgte noch einmal Mannschaftsbronze bei der EM in Donaueschingen. Sein letzes Championat ging der Hengst 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen, wo das Team Rang fünf belegte. Insgesamt elf Championate gehen aufs Konto von Tinka’s Boy inklusive der Weltreiterspiele von Jerez 2002, wo allerdings weder das Paar noch das Team bei der Entscheidung mitreden konnten.

Darüber hinaus war das Paar auf der ganzen Welt erfolgreich in den prestigeträchtigsten Großen Preisen, unter anderem dem von Aachen. Markus Fuchs bringt es auf den Punkt. Tinka’s Boy war für ihn: „Das Pferd meines Lebens mit dem ich meine grössten Erfolge feierte.“

Zucht

Der KWPN-Hengst Tinka’s Boy war nicht nur im Sport, sondern auch in der Zucht erfolgreich. Er selbst kombinierte über seinen Vater Zuidpol das Blut des Holsteiner Stempelhengstes Amor mit dem des Anglo-Normannen Zeus und dem Trakehner Orlof. Die Orlof-Stute brachte auch ein Grand Prix-Dressurpferd.

Tinka’s Boys Kinder waren allerdings wie ihr Vater im Parcours zuhause. Er brachte 29 gekörte Hengste und 24 Springpferde, die in 1,60 Meter-Prüfungen im Einsatz waren. Die bekanntesten sind zum Beispiel Hocus Pocus de Muze (Harrie Smolders), Tinka’s Hero Z (Simon Delestre), MoM’s Isaura (Pieter Devos) oder auch Tinka’s Serenade (Billy Twomey).