Abschied von Rosemarie Springer

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Rosemarie Springer daheim auf Gut Halloh. (© www.toffi-images.de)

Im Alter von 98 Jahren verstarb am 2. April 2019 mit Rosemarie Springer eine der großen deutschen Dressurreiterinnen der 1950er- und 1960er-Jahre.

Rosemarie Springer und die Duellant-Tochter Doublette waren Mitte des 20. Jahrhunderts eines der erfolgreichsten Paare des deutschen Dressursports. Dabei war Rosemarie Springer zunächst eine quasi unbekannte Größe. Aber eine mit Talent. Das fiel niemand geringerem auf als Hans Günter Winkler. Der brachte sie mit dem Lörke-Schüler und späteren Bundestrainer Willi Schultheis zusammen. Der Grundstein für die Karriere der Rosemarie Springer – auch weil Schultheis Doublette und seine Schülerin zusammen brachte.

Insgesamt fünfmal war Springer Deutsche Meisterin. 1960 wurden sie auf Doublette und Josef Neckermann mit Asbach auserkoren, die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen in Rom zu vertreten, wo damals noch keine Mannschaftsentscheidung ausgeritten wurde. Springer belegte den siebten Platz. Weitere erfolgreiche Pferde von ihr waren z.B. Thyra, Brillant xx, Memor xx und Lenard.

Rosemarie Springer kam dank ihrer Eltern schon als Kind in Kontakt mit Pferden. Schon mit zwei Jahren saß sie vor ihrem Vater, der seine reiterliche Ausbildung beim Militär erhalten hatte, im Sattel. Ihr späterer Ehemann, der Verleger Axel Springer, mit dem sie rund acht Jahre lang verheiratet war, war es dann, der Willi Schultheis in den Norden holte. Er wurde Springers großer Lehrmeister.

Seit 1970 hieß die Heimat von Rosemarie Springer Gut Halloh bei Bad Bramstedt. Dort war die Grande Dame der deutschen Dressur selbst als Ausbilderin im Einsatz und züchtete außerdem Trakehner. Durch ihre Schule gingen Reitsportpersönlichkeiten wie Co-Bundestrainer Jonny Hilberath, Horst Karsten, Harry Klugmann, Karl Schultz und Bettina Hoy.

Für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Pferde und der Reiterei wurde Rosemarie Springer 1995 mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet. Springer war bekannt für ihre beinahe schon übergroße Bescheidenheit. Im Interview mit dem PM Forum der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sagte Springer noch vor drei Jahren: „Ich habe meinen Erfolg nicht genug genossen. Daran muss ich oft denken, wenn ich Zeit für mich habe.“ Mit ihr ist eine wahre Grande Dame des Pferdesports gegangen. Sie wird nicht vergessen werden.

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  1. Helmold v. Plessen

    sehr schoener, wuerdiger Nachruf auf die Grande Dame des Deutschen Dressursports. Hatte die grosse Freude, oft in ihrem Hause auf Hallloh zu Gast sein zu duerfen. Ausgelassen wurde in Ihrem Bericht, dass Rosemarie Springer auch Ruediger Schwarz, reiterlich gefoerdert hat. Ausserdem erlaube ich mir darauf hin zu weisen, dass Ihnen bei der Aufzaehlung der unter Rosemarie Springer hocherfolgreichen Pferde ein Fehler, was die Abstammung derselben betrifft, unterlaufen ist. Die Stute Thyra, mehrfache Dressurderby Siegerin, war kein Vollblueter. Thyra war gezogen vom Vollblueter Trebonius xx a.d. Pamela ( Trak. ) v. Carneval v. Astor. Nichts fuer ungut, aber ich glaube, dass die Trakehner Zuechter auf diese Feststellung Wert legen.


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