Corona-Krise: So verhalten sich Pferdebetriebe jetzt richtig

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(© www.slawik.com)

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin unseren Alltag – nichts ist mehr so, wie noch vor drei Wochen. Auch im Reitstall hat nun vor allem eines Priorität: die Gesundheit von Menschen und Pferden. Wir haben Tipps gesammelt, wie Pferdebetriebe die aktuelle Situation bestmöglich meistern können.

Momentan kursieren viele Gerüchte in den sozialen Netzwerken und WhatsApp-Gruppen. „Hast Du schon gehört? Stallbesitzer XYZ hat die ersten Einsteller gekündigt, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten haben!“ Oder auch: „Bei Maxi Mustermann hat gestern das Ordnungsamt alle vom Hof geschmissen. Und Reiten soll jetzt auch ganz verboten werden.“ Die Verunsicherung aufgrund der Corona-Krise und ihrer weitreichenden Folgen ist groß, auch unter den Reitern.

Umso wichtiger ist es jetzt, den Alltag im Stall so zu regeln, dass dieser grundsätzlich erlaubt bleibt. Niemand soll in Panik verfallen – aber um gewisse Regeln kommt momentan kein Pferdebetrieb herum. Denn auch wenn sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) dafür stark macht, dass Pferde weiterhin versorgt und bewegt werden müssen, entscheiden am Ende doch die regionalen Behörden, was tatsächlich noch erlaubt ist und was nicht. Umso wichtiger ist es also, die Situation ernst zu nehmen  – auch wenn dies gewisse Einschränkungen mit sich bringt.

Regionale Behörden entscheiden

Welche dies ganz konkret sind, erfragt man am besten bei den einzelnen Landesbehörden. So hat zum Beispiel die Landesregierung von Schleswig-Holstein eigens FAQs für den Reitsport erstellt. Darin heißt es unter anderem: „Im Stall gilt: Es sollten sich so wenig Menschen wie möglich an einem Ort aufhalten. In Stallgemeinschaften ist eine Person für die Aufgaben im Stall zu bestimmen. Ist es unumgänglich, dass mehrere Personen in den Stall gehen müssen, so muss eine zeitliche Abstimmung erfolgen, damit immer nur einzelne Personen vor Ort sind. Reitunterricht darf nicht stattfinden.“

Auch die FN informiert auf ihrer Webseite über die aktuelle Lage für Reiter und Pferdebetriebe.

Tipp 1: Die Doodle Liste

Regierung und Experten bitten die ganze Gesellschaft momentan vor allem um eins: Abstand halten! Viele Pferdebetriebe organisieren sich daher bereits so, dass sich immer nur eine begrenzte Anzahl von Leuten gleichzeitig im Stall aufhalten darf. Wie viele Personen das sind – und wie viel Zeit diese jeweils mit ihrem Pferd verbringen dürfen – ist von verschiedenen Faktoren abhängig und obliegt letztendlich der Entscheidung der Stallbesitzer.

Um diese Stallzeiten besser koordinieren zu können, bietet sich beispielsweise das Online-Umfrage-Tool „Doodle“ an. Mit wenigen Klicks lässt sich eine Umfrage mit den entsprechenden Zeitfenstern erstellen. Den Link per WhatsApp oder E-Mail verschicken, alle tragen sich ein – fertig! Doodle bietet eine kostenlose App an, kann aber auch ohne diese von jedem Gerät aus genutzt werden. Die aktuelle Version der Liste ist jederzeit für alle über den Link online einsehbar – so fährt niemand umsonst in den Stall und muss dann vielleicht wieder umdrehen, weil das Maximum an Personen schon erreicht ist.

Tipp 2: Protokoll führen

Bei vielen Pferdebetrieben standen bereits Ordnungsamt oder Polizei auf dem Hof, um die Einhaltung der momentanen Vorgaben zu kontrollieren. Umso besser, wenn diese schnell wieder gehen können, weil sie feststellen: Hier läuft alles geordnet und nach Plan.

Die FN empfiehlt daher dringend in allen Ställen eine Anwesenheitsliste zu führen. Eine entsprechende Vorlage zum Ausdrucken gibt es hier. Auch wenn ein Corona-Krankheitsfall auftritt, kann so eine mögliche Infektionskette besser nachgewiesen werden.

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Tipp 3: Guten Beispielen folgen

Wir befinden uns momentan in einer absoluten Ausnahmesituation, mit der jeder ganz anders umgeht. Auch wenn soziale Kontakte auf ein Mindestmaß reduziert werden müssen – wir dürfen dennoch über den (virtuellen) Tellerrand schauen um herauszufinden, wie andere diese Situation meistern.

Einige Betriebe gehen bereits mit gutem Beispiel voran, so zum Beispiel der Reiterverein Mannheim. Das Reiterjournal berichtet über die Maßnahmen, die der Betrieb aktuell schon umsetzt. Dazu zählt auch, dass dieser momentan offiziell geschlossen ist, wer die Anlage betritt, muss sich am Empfang melden. Nachmachen ausdrücklich erwünscht! Zudem hält der Vereinsvorstand stetig den Kontakt zu den örtlichen Ordnungsbehörden im Rathaus, um diese Maßnahmen abzusprechen – so lassen sich viele Missverständnisse von vornherein vermeiden.

Was Pferdebesitzer und Reitbetriebe jetzt außerdem zum Coronavirus wissen sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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