Deutsches Reiterkreuz in Gold für ehemaligen Bundestrainer Vielseitigkeit Hans Melzer

LUHMÜHLEN – Longines Luhmühlen Horse Trail 2022

Der ehemalige Bundestrainer Vielseitigkeit Hans Melzer (Mitte) ist mit dem Goldenen Reiterkreuz ausgezeichnet worden. Die Verleihung nahm FN-Präsident Hans-Joachim Erbel vor, die Laudatio hielt Prof. Dr. Jens Adolphsen (lks), Vorsitzender des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses. (© FN-press/Lafrentz)

Die offizielle Verabschiedung von Hans Melzer konnte nach mehreren Verschiebungen aufgrund von Corona am Wochenende nun stattfinden. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft der Vielseitigkeit bzw. den Luhmühlen Horse Trials wurde der 71-Jährige für seine Verdienste mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold geehrt.

Mit drei Begriffen beschrieb Laudator Professor Jens Adolphsen, Vorsitzender des Vielseitigkeitsausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), den ehemaligen Bundestrainer Hans Melzer: „Sportlich, mutig und motivierend“.

Einzigartige Ära

Nachdem Hans Melzer selbst Vielseitigkeit ritt und in der Disziplin in den 1970er Jahren auch eine Europameisterschaft bestritt, begann seine Karriere als Bundestrainer deutscher Vielseitigkeitsreiter. Diese sollte rund 30 Jahre andauern, und sportlich eine „einzigartige Ära“ für den deutschen Vielseitigkeitssport bedeuten. So beschrieb es Laudator Jens Adolphsen. Los ging es mit der Betreuung der Ponyreiter Vielseitigkeit von 1989 bis 1998. Danach startete seine Zeit als Bundestrainer der Senioren-Vielseitigkeitsreiter im Jahr 2001. Gemeinsam mit Chris Bartle aus Großbritannien erlebte Hans Melzer anfangs ein paar Rückschläge. Doch dann zahlten sich die Überlegungen des Trainer-Duos mehr und mehr aus. Sie schafften individuelle Sichtungswege, setzten ihre Paare zahlreich im Ausland ein, machten sich sportwissenschaftliche Methoden zu Nutze und stärkten durch verschiedene Maßnahmen das Mannschaftsgefühl der deutschen Equipes. In Summe brachte das die deutschen Vielseitigkeitsreiter zurück an die Weltspitze, die sie über einige Jahre innehatten, so zum Beispiel beim Mannschaftsolympiasieg 2008 in Hongkong und 2012 in London.

„Sportlich war dies eine einzigartige Ära. Es wurden 34 Medaillen gewonnen auf Championaten, es gab 19 Mal Gold, die Höhepunkte waren eindeutig die Olympischen Spiele in Hongkong und London mit zwei Mal Mannschaftsgold. Außerdem sind wir jetzt vier Mal durchgängig Einzelolympiasieger geworden und das in dieser durchaus schwierigen Disziplin“, so Adolphsen. 2012 wurde Hans Melzer für diese Erfolge als erster Pferdesportler überhaupt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit dem Titel „Trainer des Jahres“ bedacht – „eine wirklich herausragende Auszeichnung für einen Trainer in einer ‚Randsportart'“, so der Ausschussvorsitzende.

Mutiger motivierender Melzer

Das zweite Attribut „mutig“ wurde Hans Melzer durch den Laudator Adolphsen zuteil, weil Mut von Nöten gewesen sei, 2001 das Amt des Bundestrainers zu übernehmen, vor allem aber auch ab 2016 ohne Chris Bartle weiterzumachen. „Das war keine einfache Situation“, so Adolphsen. „Mutig warst auch, weil du häufig gesagt hast, es gibt keinen Plan B. Ihr habt zwar immer behauptet, ihr hättet einen Plan bis C, aber du hast immer gesagt, man gewinnt nur mit Plan A.“

„Gesicht der Vielseitigkeit“

Diesen Plan A am Ende auch durchzusetzen, dazu bedingte es auch einer großen Portion Optimismus und der motivierenden Art von Hans Melzer. „Du hast eine so positive Grundhaltung, dass du damit ganz viele Reiter aufgebaut hast. Du hast ihnen Mut gegeben, du hast sie häufig ganz eng auf Turnieren und Championaten geführt und dadurch große Erfolge erst möglich gemacht“, sagte Adolphsen. „Du bist in den vergangenen 21 Jahren zum Gesicht der Vielseitigkeit geworden.“

Würdevoll war auch der Übergang von Hans Melzer zum neuen Bundestrainer Peter Thomsen, erläuterte der Ausschussvorsitzende. Melzer habe Thomsen herausragend eingearbeitet. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des deutschen Vielseitigkeitssports sollen somit gestellt sein. „Du hilfst nach wie vor und wir hoffen, auch in Zukunft auf dich zurückgreifen zu können, vornehmlich hier in Luhmühlen, wenn Not am Mann ist“, schloss Adolphsen seine Laudatio auf Hans Melzer. Dem wurde für seine großen Verdienste daraufhin feierlich das Goldene Reiterkreuz von Hans-Joachim Erbel, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), überreicht.

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