Ehemalige FEI-Präsidentin Haya von Jordanien soll auf der Flucht aus Dubai sein

FEI-Präsidentin Haya stellt sich für eine weitere Amtsperiode zur Wiederwahl

(© FEI)

Die einstige Springreiterin und FEI-Präsidentin Haya von Jordanien ist verheiratet mit dem Herrscher von Dubai, Mohammed bin Rashid Al Maktoum, hat zwei Kinder mit ihm und lebte mit der Familie in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nun soll sie mit Hilfe eines deutschen Diplomaten samt ihrer Kinder das Land heimlich verlassen haben.

Es hieß zunächst, Haya, die acht Jahre der FEI als Präsidentin vorstand und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, hätte mit ihren zwei Kindern in Deutschland um politisches Asyl gebeten und dies auch bekommen, nachdem ein deutscher Diplomat ihr bei der heimlichen Ausreise aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen haben soll.

Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum, UAE-Premierminister und erster Mann von Dubai, der mit dem Stall Godolphin eine führende Rolle in der internationalen Rennsportszene spielt und selbst Distanzreiter ist, soll von der deutschen Botschaft die Ausweisung seiner Familie gefordert haben, was jedoch abgelehnt worden sei.

Britische Medien sagen allerdings, Haya sei in London. Ungewiss ist auch, ob sie wirklich ihre Kinder Jalila (11) und Zayed (7) bei sich hat. Sie soll die Scheidung von ihrem Mann fordern. Die jordanische Prinzessin ist eine von sechs Frauen des Herrschers von Dubai, der insgesamt 23 Kinder hat. Seit 2004 sind er und die jordanische Prinzessin verheiratet.

Im vergangenen Jahr hatte es schon einmal einen ähnlichen Fall im Herrscherhaus von Dubai gegeben. Damals war eine Tochter von Scheich Maktoum, Prinzessin Latifa, aus Dubai geflohen, um ein neues Leben zu beginnen. Sie wurde jedoch gezwungen, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sie nun unter Arrest stehen soll. Latifa gab damals an, sie sei misshandelt worden und deshalb geflohen.


In eigener Sache: 

Die Neuigkeit von der angeblichen Flucht Prinzessin Hayas über Deutschland nach London ist seit knapp zwei Tagen ein Thema im Internet. Leider lässt sich keine verlässliche Quelle ausmachen. In der Nacht von Freitag auf Samstag haben die britischen Boulevardmedien das Thema für sich entdeckt. Sie wollen unter anderem wissen, dass Haya mit gut 30 Millionen Pfund einen Neustart versuchen wolle. Wir haben unsere Kontakte genutzt, um uns selbst ein Bild zu machen. Leider ohne entweder eine Aussage von Institutionen zu erhalten, mit denen Haya in Verbindung steht, noch von Kolleginnen und Kollegen, die sich in diesem Bereich gut auskennen.

Eine Webseite, die wohl als erstes davon berichtet hat, heißt Emiratesleaks. Wer hinter dieser Homepage steht und welche Intentionen diese Menschen haben, können wir nicht klären. Für einige Verfasser ist ein angeblich in zornigem Ton verfasstes Gedicht auf Social Media Seiten von Scheich Mohammed das Indiz dafür, dass Haya ihren Ehemann verlassen hat. Er soll von „Betrug“ sprechen und viele Metaphern aus der Reitersprache verwenden. Unter den sechs Ehefrauen des Herrschers von Dubai ist Haya die einzige, die für ihre Pferdebegeisterung bekannt ist. Unsere Arabischkenntnisse sind gleich null, deswegen können wir auch das nicht verifizieren. Tatsache ist allerdings, dass Scheich Mohammed dafür bekannt ist, sich in Gedichtform zu aktuellen Themen zu äußern.

Wir haben uns nun aber doch entschieden, diesen Sachverhalt zu veröffentlichen, weil es keinerlei Dementi gibt. Weder Prinzessin Haya, noch das Herrscherhaus von Dubai hat zu den Meldungen bislang Stellung genommen. Auffallend ist auch, dass Haya, die auf Instagram und Facebook normalerweise stark präsent ist, bereits seit dem Frühjahr auf ihren Kanälen nichts mehr veröffentlicht hat.

Wenn wir mehr erfahren haben, werden wir es Sie umgehend hier wissen lassen.

Jan Tönjes
Chefredakteur St.GEORG