Weltreiterverband FEI: Prinzessin Haya verzichtet auf dritte Amtszeit

FEI Präsidentin Prinzessin Haya

(© FEI)

Überraschend hat Prinzessin Haya soeben bekannt gegeben, dass sie keine dritte Amtersperiode als Präsidentin des Weltreiterverbandes (FEI) anstrebt. Dabei hatte erst eine Statutenänderung eine solche Verlängerung erst möglich gemacht. Sie gibt für ihre Entscheidung mehrere Gründe an.

Sie habe viele Freunde im Pferdesport gefunden und sei dankbar für die Zeit seit 2006. Allerdings, so die Schwester des jordanischen Königs Abdullah, habe sie immer gewusst, dass Familie und Amt sich miteinander vereinbaren lassen müssten. Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit hätten ihr nun gezeigt, dass das nicht mehr der Fall sei, so die Mutter einer Tochter und eines Sohns. Sie selbst habe das Schicksal erfahren, dass ihre Mutter verstarb, als sie gerade drei Jahre alt war, so die Prinzessin, die eine der Ehefrauen des Regenten von Dubai, dem wegen Dopingaffären im Distanz- und Rennsport belasteten Scheich Mohammed al Maktoum, ist.
Neben der Familie ginge es ihr vor allem um die Situation im Nahen Osten. Die Menschen im Gazastreifen seien für sie auch so etwas wie Familie. In den letzten Wochen habe sie einen Teil der Arbeit bei der FEI bereits ruhen lassen, um sich humanitär für die Menschen im Gazastreifen zu engagieren. „Und ich habe den Eindruck, das ist erst der Beginn“. Jordanien hat unter den Konflikten in der Region zu leiden, allein aus Syrien sind seit Beginn des dortigen Bürgerkriegs über eine halbe Million Flüchtlinge in das Nachbarland geflohen.
Sie wolle, so die Prinzessin, rechtzeitig ihren Schritt bekanntgeben, um so den „exzellenten Kandidaten“ für ihre Nachfolge genügend Zeit einzuräumen, sich vorzubereiten. Noch ist unklar, wer seinen Hut in den Ring wirft. Bislang hatte nur der Schweizer Pierre Genecand, ein Geschäftsmann aus der Versicherungsbranche, erklärt, er wolle gegen Haya antreten. Der 64-Jährige ist leidenschaftlicher Polo-Spieler und war 15 Jahre Präsident des CHI Genf. Offiziell endet die Amtszeit im Dezember 2014. Die Generalversammlung der FEI am 14. Dezember in der asserbaidschanischen Hauptstadt Baku wird über die Nachfolge abstimmen. Kandidaten müssen sich bis zum 1. September beim Generalsekretär der FEI registriert haben.
In den beiden Amtszeiten von Präsidentin Haya wurden viele Dinge verändert beim Weltreiterverband, häufig mit Geldern aus arabischen Ländern. Die Internationalisierung des Reitsports war eines der großen Ziele der Präsidentin. Dies hat sie erreicht: Sportler aus 74 Nationen werden bei den Weltreiterspielen in der Normandie in zwei Wochen an den Start gehen, so viel wie nie zuvor. Darunter erstmals Athleten u.a. aus Kasachstan, Palästina, Mauritius, Peru, Tunesien und den Virgin Islands. Gerade die kleinen Länder hatten bei FEI-Abstimmungen für Prinzessin Haya votiert. Der Distanzreitsport rückte in den Jahren ihrer Präsidentschaft immer häufiger in die Schlagzeilen, ohne dass nennenswerte Verbesserungen den Sport aus dem Dilemma herausgeführt hätten.

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