Gerd Sosath feiert 65. Geburtstag

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Gerd Sosath mit seinen erfolgreichsten Zuchtstuten Lady Heida I und II. (© Kiki Beelitz)

Gerd Sosath führt ein Leben für die Pferde: den Bauernhof seiner Eltern hat er in einen der erfolgreichsten Pferdezuchtbetriebe weltweit verwandelt. Heute feiert der Reiter, Züchter und Hengsthalter seinen 65. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Vor fast 40 Jahren übernahm Gerd Sosath den familieneigenen Betrieb in der Wesermarsch. Schon bald mussten die Kühe und Schweine der Pferdehaltung weichen. Heute stehen auf dem Hof in Lemwerder rund 300 Pferde, darunter etwa 25 gekörte Hengste. Die ganze Familie packt mit an: Während Gerd Sosath die Hengste reitet und den Betrieb managt, kümmert sich Ehefrau Inga um die Verwaltung und Buchhaltung. Sohn Hendrik ist das sportliche Aushängeschild der Familie, seine Schwester Janne, selbst bis zur schweren Klasse erfolgreich, kümmert sich um den Internetauftritt, das Marketing und die Organisation von Veranstaltungen.

Landor S & Lordanos

Gerd Sosath ritt in jungen Jahren selbst Dressur, Springen und Vielseitigkeit, konzentrierte sich dann aber zunehmend auf den Parcours. Rund 120 S-Siege hat er auf dem Konto, alle mit selbst ausgebildeten Pferden. Darunter waren einige Kracher, die Karriere im internationalen Sport gemacht haben. Sein größter Erfolg war nach eigener Aussage der Bundeschampionatstitel 1997 mit Landor S. Platz eins: der Amateur Gerd Sosath als Züchter, Besitzer und Reiter in Personalunion, Platz zwei: Marcus Ehning mit der späteren Weltcup-Siegerin Anka, Rang drei: Ludger Beerbaums späterer Olympiasieger Goldfever.

Auch dem inzwischen 27-jährigen Lordanos v. Landos hat Familie Sosath einiges zu verdanken. Der Hengst gewann unter Gerd Sosath und später auch unter Janne und Hendrik S-Springen in Serie. Zudem hat er als Vater von Pferden wie Derbysieger Lex Lugar (Carsten-Otto Nagel), Lordan (Nayal Nasser) und Let’s Fly (Rodrigo Pessoa) wesentlich dazu beigetragen hat, die Hengststation Sosath weltberühmt zu machen.

Inzwischen überlässt Gerd Sosath die Turnierreiterei lieber Sohn Hendrik. Beim CHIO Aachen 2019 ging dieser mit vier Pferde aus eigener Zucht an den Start. Das lässt das Vater- und Züchterherz höher schlagen!

Gerd Sosath denkt global

Überhaupt sind auf den 150 Hektar großen Weiden die zum Hof Sosath gehören schon viele Siegerhengste und internationale Sportpferde aufgewachsen. Rund 100 Pferde wechseln alljährlich über Familie Sosath den Besitzer – 80 Prozent davon gehen ins Ausland. „Wir könnten auf jedem Kontinent Urlaub machen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Wir haben überall gute Kontakte, alles durch die Pferde“, sagt Gerd Sosath.

Er ist ein Mann, der das Risiko nicht scheut: „Ich habe schon häufig Pferde spontan und aus dem Gefühl heraus gekauft.“ Der For Romance-Sohn For Dance sei so ein Kauf gewesen, verrät er. „Da werden alle misstrauisch, weil so ein Pferd nicht teurer wird und nehmen lieber Abstand. Ich hingegen habe zugeschlagen.“ Viele exzellente Sportpferde kommen aber auch in Lemwerder zur Welt. Dazu zählen unter anderem Casino Berlin, Lady Lordana und Cadora, mit denen Hendrik aktuell international erfolgreich ist.

von Korff

DM Balve 2019: Bronze bei den Springreitern für Hendrik Sosath und Casino Berlin. (© von Korff)

Pferdezüchter durch und durch

Zwischen 30 und 40 Fohlen werden jedes Jahr in Lemwerder geboren. Einige weitere werden hinzugekauft. Auch wenn Gerd Sosaths Herz für die Springpferde schlägt, stehen mittlerweile auch Dressurpferde auf dem Hof. „Sie bringen Geld“ – Sosath ist auch Geschäftsmann. Und bereit für den Fortschritt: Die Kinder seiner beiden besten Zuchtstuten, Lady Heida I und II wurden teilweise schon von Leihmüttern ausgetragen. Auf dem Hof Sosath ist Embryotransfer längst kein Fremwort mehr.

Neben der Arbeit auf dem eigenen Hof engagiert sich Gerd Sosath schon lange ehrenamtlich für die Pferdezucht. Er ist Vorstandsmitglied in der FN-Abteilung Zucht, des Springpferdezuchtverbands Oldenburg International, des Vereins Deutscher Hengsthalter und des Springausschusses im Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR). Langweilig wird es dem 65-Jährigen, der inzwischen schon mehrfacher Großvater ist, also wohl auch in Zukunft nicht!

In den sozialen Netzwerken hat Familie Sosath heute verkündet, dass sich Vater Gerd morgen kurzfristig eine größeren Operation unterziehen muss.

St.GEORG wünscht daher nicht nur alles Gute zum Geburtstag, sondern drückt auch die Daumen für eine schnelle Genesung!

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