Parlamentarischer Abend in Berlin: Zugpferd Pferd

Symbolfoto Weide

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Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte gestern zum achten Parlamentarischen Abend in die Zentrale der Deutschen Kreditbank AG nach Berlin eingeladen. Rund 200 prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft, Pferdesport und -zucht waren dem Ruf gefolgt.

So waren gestern sowohl Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen als auch die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, beide begeisterte Reiterinnen, zum Parlamentarischen Abend der FN gekommen.

Vorgestellt wurden unter anderem aktuelle Zahlen rund um den Pferdesport. So sollen in Deutschland rund 1,4 Millionen Pferde leben. 2016 führte die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) eine Umfrage durch, bei der rund 14 Millionen Personen über 14 Jahre angaben, Interesse am Reitsport zu haben. 3,89 Millionen sagten, sie seien Reiter. Intensiv betreiben den Sport 1,25 Millionen Menschen. 78 Prozent davon sind Frauen.

Wirtschaftsfaktor Pferd

EQUITANA-Pressesprecher Dr. Mike Seidensticker führte aus, dass damit ein enormer Wirtschaftsfaktor verbunden ist. Erst vergangenes Wochenende war die „Weltmesse des Pferdesports“ zu Ende gegangen. Rund 180.000 Menschen hatten sie besucht. Darunter waren 32.000 Fachbesucher, von denen ca. 50 Prozent mit konkreten Investitionsabsichten nach Essen gekommen waren. Dr. Seidensticker rechnete vor: „Befragt nach den Investitionshöhen, die wir in Intervallen ermitteln, ergibt das eine Summe in Höhe von 670 Millionen. Nimmt man die 140.000 Publikumsbesucher dazu, von denen gut 90 Prozent selbst reiten und durchschnittlich 150 Euro auf der Messe ausgeben, sind das fast 900 Millionen Euro, die in neun Tagen überwiegend von kleinen und mittelständigen Unternehmen umgesetzt werden.“

Jenseits der Zahlen

Was den Stellenwert des Pferdes in der Gesellschaft jenseits des Wirtschaftsfaktors ausmacht, führte Ursula von der Leyen aus, dass Pferde einen positiven Einfluss haben auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und dass sie die Naturverbundenheit der Menschen fördern. Nicht zu vergessen, die vielen Championatserfolge, die Deutschland den Reitern zu verdanken hat.

Letztere sind auch abhängig von der staatlichen Förderung. Von Seiten des Staatssekretärs am Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, Stephan Mayer, kam die Zusage, dass man den Pferdesport auch zukünftig unterstützen wolle.

Auch das Thema Wolf kam noch einmal zur Sprache. Dazu FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau: „Die exponentielle Zunahme der Wölfe bereitet Pferdebesitzern zunehmend Sorge.“ Laut FN stieß er damit auf Verständnis bei den Politikern, die des auch bestätigten. Die Sorgen hätten Gehör in der Politik gefunden.