Rosenmontagszug: Drei Pferde positiv auf Beruhigungsmittel getestet

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Laute Musik, enge Straßen, Menschenmengen: Karnevalsumzüge bedeuten für Pferde viel Stress. (© dpa/ Goldmann)

Pferde bei Karnevalsumzügen – das war zuletzt ein heiß diskutiertes Thema. Daher hat das nordrhein-westfälisches Landesumweltministerium neue Leitlinien erstellt und diese beim Rosenmontagszug in Köln auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.

Erste Resultate der stichprobenartigen Kontrollen beim Rosenmontagszug im Februar hat die Stadt Köln heute veröffentlicht. Tatsächlich konnte bei drei Pferden das Beruhigungsmittel Acepromazin im Blut nachgewiesen werden. Alle Tiere stammen aus dem gleichen Reitstall und waren für die Altstädter Köln 1922 e.V. im Einsatz. Der Traditionskorps hat bereits verkündet, dass er in Zukunft nicht mehr mit dem betroffenen Reitstall zusammenarbeiten wolle.

Gegen den Besitzer des Reitstalls werde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zudem hat das Festkomitee Kölner Karneval eine Sperre für den Reitstall verhängt: Er darf drei Jahre lang keine Tiere mehr im Kölner Zug einsetzen. Für die Reiter der positiv getesteten Pferde gibt es hingegen keine Konsequenzen.

Laut dem Pferdebesitzer seien die Tiere einige Tage zuvor vom Zahnarzt behandelt und dafür entsprechend sediert worden. Zugleiter Holger Kirsch erklärte aber laut einem Bericht vom WDR, dass es letztlich irrelevant sei, wann und auf welche Weise einem Pferd solche Substanzen verabreicht würden. Das Verbot sei bekannt und man erwarte von den Pferdebesitzern eine gewisse Sensibilität, ob ein Pferd beim Zug noch Restbestände im Blut haben könnte.

Beim Rosenmontagszug in Köln waren dieses Jahr rund 300 Pferde im Einsatz, 50 von ihnen sind getestet worden. Die anwesenden Veterinäre nahmen darüber hinaus alle Pferde in Augenschein. Man habe ein Tier vor dem Start vorsorglich wieder nach Hause geschickt. Eine weitere Kutsche wurde während der Veranstaltug aus dem Zug genommen, weil eines der Pferde sehr nervös gewirkt habe.

Die neuen Leitlinien

Weil der Einsatz von Pferden auf Karnevalsumzügen bereits mehrfach zu Unfällen geführt hat, gibt es inzwischen viele Gegner dieser Tradition. Das Landesumweltministerium Nordrhein-Westfalen hat entsprechend reagiert und neue Leitlinien für Behörden und Vereine erstellen lassen. Ziel sei es, in Zukunft „einen größtmöglichen Schutz der Pferde und die Sicherheit von Beteiligten und Zuschauern“ zu gewährleisten.

Diese vorläufigen Richtlinien besagen unter anderem: „Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen vor und während der Veranstaltung ist für alle mit den Pferden befassten Personen ausnahmslos untersagt.“ Auch Rauchen und Handynutzung sind verboten. Zudem müssen Pferde und Gespanne möglichst am Anfang oder Ende des Zuges eingesetzt werden und dürfen nicht unmittelbar vor oder hinter einer Musikkapelle positioniert werden.

Desweiteren ist die physische und psychische Eignung der Pferde sowie deren Ausrüstung in den Leitlinien klar definiert. Für die Reiter und Fahrer gelten ebenfalls strenge Voraussetzungen. Mehrjährige Pferdeerfahrung wird ebenso vorausgesetzt, wie das Führen des Deutschen Reitpasses bzw. eines Kutschenführerscheins. Darüber hinaus sei ein „geeignetes Verhältnis zwischen Reitendem und Pferdegewicht“ zu berücksichtigen (St.GEORG online hat berichtet).

Den Entwurf der „Leitlinien zum Umgang mit Pferden beim Einsatz in Karnevalsumzügen“ finden Sie hier.

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