Yuri Mansurs Vitiki nach Beinbruch auf dem Weg nach Tokio

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Yuri Mansur und Vitiki in Aachen 2018. (© Pauline von Hardenberg)

Wer 2018 den Sturz des Brasilianers Yuri Mansur mit Vitiki beim CHIO Aachen miterlebt hat, wird das Bild des lahmenden Fuchses nicht vergessen haben. Nun ist er nicht nur wieder fit, auf ihm ruhen auch die ganz großen Hoffnungen seines Reiters.

Es war einer der Momente, bei denen allen Beteiligten, wie auch den Zuschauern das Herz stehen bleibt: Im Stechen um den Preis von Europa beim CHIO Aachen stürzten Yuri Mansur und sein heute elfjähriger Hannoveraner Vitiki. Der Wallach galoppierte Richtung Ausgang, war aber offensichtlich verletzt, konnte mit einem Bein überhaupt nicht mehr auftreten. Er wurde mit der Pferdeambulanz vom Platz und umgehend in die Tierklinik gebracht. Hier zeigten die Röntgenbilder einen Bruch des Fesselbeins. Vitiki wurde operiert und das Bein einen Monat lang eingegipst. Nun konnte man nur noch beten.

Die Gebete wurden erhört. Einige Monate nach dem Unfall postete Yuri Mansur auf seinem Facebook-Profil Bilder von Vitiki mit seinem kleinen Sohn im Sattel und der Nachricht, dass der Fuchs auf dem Weg der Besserung sei. Nun ging er vergangenes Wochenende in Saint Tropez sein erstes Turnier. In zwei Prüfungen, einer über 1,20 und einer über 1,25 Meter blieb er ohne Springfehler.

Gegenüber Horse & Hound sagte Mansur, Vitiki fühle sich sogar besser an als vorher. Zuerst habe es geheißen, nach der Operation würde Vitiki sich wieder gut bewegen können. Aber was eine Rückkehr in den Sport angeht, seien die Ärzte eher skeptisch gewesen: „Diese Art von Verletzung ist normalerweise sehr kompliziert.“

Aber der Tierarzt, Jack Snyder, habe eine unglaubliche Arbeit geleistet. Und vor allem hatte auch Vitiki einen großen Anteil an seiner vollständigen Genesung: „Weil Vitiki so ein ruhiges Pferd ist, wirklich intelligent, hat er während des Heilungsprozesses keine doofen Bewegungen gemacht.“

Als sie anfingen, ihn wieder zu führen sei erst einmal alles gut gegangen. Bis zum ersten Mal traben: „Er war komplett lahm. Mir wurde das Herz schwer“, so Mansur. Trotzdem hätten er und seine Familie immer an das Comeback des Fuchses geglaubt.

Nachdem er an der Hand langsam etwas unwirsch zu werden begann, fing Mansur an, ihn wieder zu reiten. „Es war als verstehe er, was vor sich geht. Dass er ruhig bleiben muss. Er wusste, was er tun musste, damit es ihm besser geht.“

Und nun hat er seinen ersten Turnierstart hinter sich. Hier mögen die Hindernisse nur 1,20 Meter hoch gewesen sein, aber Mansur weiß: Das war ein riesengroßer Schritt. Sein Ziel ist jedoch ein anderes: Olympia 2020. „Das ist das Ziel für beide, Vitiki und Babylotte. Wenn Vitiki das schafft, wäre das wirklich die unglaublichste Geschichte. Ich weiß, es mag nicht realistisch erscheinen, aber ich glaube wirklich, dass es funktionieren kann.“

Neben Vitiki musste auch Yuri Mansurs anderes Spitzenpferd, die 13-jährige KWPN-Stute Babylotte, längere Zeit pausieren. Bei ihr war es eine Sehnenverletzung, die sie sich letzten Winter zugezogen hatte. Auch sie ging in Saint Tropez wieder ihre ersten Springprüfungen über 1,20 und auch sie zeigte sich fit wie eh und je.

Mansur: „Da wird einem bewusst, in diesem Sport steht und fällt alles mit den Pferden – der Unterschied, diese beiden wieder zurückzuhaben ist einfach nur wow!“

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