Abu Dhabi bringt Neuseelands Springreitern Glück! Zweiter Nationenpreissieg für die Kiwis, Deutschland Vierter

Abu Dhabi Nations Cup 2020

Tom Tarver-Priebe, Bruce Goodin, Daniel Meech und zu Fuß Richard Gardner – Neuseeland feiert seinen zweiten Nationenpreissieg in der Geschichte des Springsports. (© FEI)

Zum zweiten Mal in der Geschichte des neuseeländischen Pferdesports konnte eine Springreiter-Equipe einen FEI-Nationenpreis gewinnen. Und zum zweiten Mal war Abu Dhabi Schauplatz des Triumphs.

Die Freude war entsprechend groß bei dem siegreichen Kiwi-Quartett in Gestalt von Bruce Goodin auf Backatorps Danny V v. Quasimodo Z (0/4), Richard Gardner mit Calisto v. Colman (ES/DNS), Tom Tarver-Priebe auf Popeye v. Cardento (0/4) und Daniel Meech im Sattel von Cinca v. Casall (0/0). Letzterer war mit seiner Holsteiner Stute der einzige Reiter, dem zwei fehlerfreie Runden gelangen. Am Ende hatte Neuseeland lediglich acht Strafpunkte auf dem Konto und damit einen großen Vorsprung.

Sehr viel knapper war die Entscheidung um die Plätze zwei und drei. Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten beide 17 Fehler auf dem Konto und die Zeit musste entscheiden. Am Ende hatten die Ägypter nur wenige Sekunden weniger auf der Uhr als die Gastgeber.

Für Ägypten ritten Mouda Zeyada auf Morocco v. For Edition (EL/8), Mohd Osama El Borai mit Quintero v. Quasimodo Z (0/4), Mohamed Talaat auf Darshan v. Diamant de Semilly (1/4) und Abdel Said mit Arpege du Ry (4/4).

Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden vertreten durch Abdullah Mohd Al Marri auf James vd Oude Heidehof v. Douglas (0/4), Hamad Ali Al Kirbi im Sattel von Quel Cadans Z v. Quidam de Revel (0/8) und Mohammed Al Kumeiti mit Dalida van de Zuuthoeve v. Thunder van de Zuuthoeve (DNS/5).

Dabei lagen die zur Halbzeit gemeinsam mit Neuseeland in Führung. Die einzige Schrecksekunde für die Kiwis war der Sturz von Richard Gardner gleich am ersten Hindernis im ersten Umlauf. Aber die Teamkollegen ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Daniel Meech war selbst erstaunt, wie seine Stute sich gezeigt hat: „Ich hatte den Eindruck, dass sie in der zweiten Runde, wo ja einige Hindernisse höher waren, sogar besser gesprungen ist. Sie ist noch ziemlich unerfahren auf diesem Niveau und es war erstaunlich, wie sie da einfach hineingegangen ist und das alles einfach gemacht hat.“

Im zweiten Umlauf hatte Parcoursbauer Santiago Varela, der auch in Tokio für den Aufbau verantwortlich sein wird, das Niveau in der Tat noch einmal angezogen. Er ersetzte einige tiefe Auflagen durch flachere Exemplare und erhöhte mehrere Hindernisse. Gab es im ersten Umlauf noch acht Null-Fehler-Runden, war es im zweiten nur noch Daniel Meech mit seiner Casall-Tochter, die ohne Abwurf ins Ziel kamen.

Deutschland auf Rang vier

Deutschland war mit drei Reitern am Start, bei denen im ersten, vermeintlich einfacheren Umlauf mehr Fehler zustande kamen, als in Runde zwei, wo es schwierig wurde. Angeführt wurde das Trio von Gerd Sosath als Equipechef, der sein eigenes Pferd springen sah: den auch noch selbst gezogenen Casirus v. Casiro unter Holger Wulschner. Die beiden waren mit 5 und 4 Fehlern bestes deutsches Paar. Bei Jörg Naeve und Hopefull v. Mr. Blue wurde es ein Abwurf im ersten Umlauf und zwei im zweiten. David Wills Never Walk Alone ließ in Runde eins drei Stangen mitgehen, im zweiten Anlauf aber nur noch eine.

In Summe machte das 37 Strafpunkte – Platz vier vor Syrien mit 44 und Saudi-Arabien mit 70 Fehlern. Sechs Mannschaften waren am Start. Mit bzw. im Fall der Syrer trotz dieser Ergebnisse sind sowohl die UAE-Reiter als auch die Syrer für das Nationenpreis-Finale qualifiziert.

Großer Preis nach Ägypten

Mouda Zeyada und Morocco mögen heute nicht den besten Tag erwischt haben, als sie gleich im ersten Umlauf ausscheiden mussten. Sie hatten sich jedoch schon zuvor bewiesen, als sie den Großen Preis für sich entschieden – als eines von gleich drei ägyptischen Paaren unter den Top Ten. Mohd Osama El Borai wurde Vierter auf Quintero, Mohamed Talaat auf Darshan Zehnter.

Platz zwei im Großen Preis ging nach Lettland, an Kristaps Neretnieks auf seinem Erfolgspferd Moon Ray, jenem 15-jährigen westfälischen Cornet Obolensky-Sohn, mit dem er am selben Ort auch schon zweimal in Weltcup-Springen siegreich gewesen war. Maysam Bisharat und der Tlaloc M-Sohn Un Dollar de Blondel holten den dritten Rang nach Jordanien.

Holger Wulschner und Casirus waren auch hier bestes deutsches Paar auf Rang sieben nach zweimal fünf Strafpunkten in dem Springen mit Siegerrunde. David Will uns Spring Dark kamen mit einem Abwurf aus Runde eins und mit zweien aus dem zweiten Umlauf. Das bedeutete Platz neun. Jörg Naeve und Hopefull gaben im ersten Umlauf auf.

Ein Trost für den Mann aus Schleswig-Holstein: Im heutigen Zeitspringen über 1,50 Meter, das dem Nationenpreis vorausging, war er auf der Darco-Tochter Fleur Achter. David Will und Darius de Kezeg Z belegten Platz zwölf.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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