Aller guten Dinge sind drei – Angelique Rüsen Deutsche Meisterin im dritten Anlauf

Balve – Optimum Deutsche Meisterschaft Dressur und Springen 2018

Deutsche Amazonen-Meisterin 2018: Angelique Rüsen mit Reavnir. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Zweimal hintereinander war Angelique Rüsen Zweite bei den Deutschen Meisterschaften der Amazonen. Jetzt hat es endlich geklappt mit dem Titel. Wobei der Weg aufs Treppchen kein einfacher war.

Denn am Ende musste ein Stechen zwischen Angelique Rüsen und Inga Czwalina entscheiden, wem die Schärpe umgehängt wird. Und gegen Inga Czwalina Stechen zu reiten heißt, gegen jemanden zu reiten, dessen Vater seiner Tochter eingeschärft hat: „Reiten ist ein Kampfsport!“

Angelique Rüsen musste als erste in den Stechparcours auf dem zwölfjährigen Westfalen Reavnir. Die beiden kennen sich seitdem die 26-Jährige vor drei Jahren als Bereiterin bei Christian Ahlmann angeheuert hat. Zwischendurch hatte der Chef den Fuchs immer noch mal mitgenommen. „Aber in letzter Zeit habe vor allem ich ihn geritten.“ Ob sie eine Strategie hatte? „Ich wollte null reiten. Aber ich wusste, dass die Kraft schon ein bisschen weg ist. Erst recht bei dem Wetter“, spielte sie auf die schwül-heißen Temperaturen an, die heute für Mensch und Pferd eine Herausforderung darstellten in Balve. Reavnir gab sein Bestes. Aber tatsächlich fiel eine Stange.

Für Inga Czwalina war klar: Sie musste „nur“ fehlerfrei bleiben und wäre zum ersten Mal in ihrer Karriere Deutsche Meisterin. Aber auch ihrem Holsteiner Cardenio-Sohn Cezanne hatte das Wetter zu schaffen gemacht. Die Folge: acht Strafpunkte und damit Silber. „Er war alle. Da konnte ich nichts mehr machen“, resümierte Czwalina und klang dabei kein bisschen enttäuscht: „Ich komme aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus!“

Und Angelique Rüsen hat endlich auch eine Goldmedaille an der Wand hängen neben den beiden in Silber.

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Bronze nach Bayern/Österreich

Geografisch waren die Medaillen bei den Amazonen sehr gerecht verteilt: Gold für NRW, Silber für Schleswig-Holstein und die Bronzemedaillengewinnerin kommt aus Bayern bzw. seit einer Woche aus Österreich: Julia Schönhuber. Bis vergangene Woche war die 26-Jährige, die einst auch zur Perspektivgruppe des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) gehörte, noch auf der elterlichen Anlage in Oberbayern für die Jungpferdeausbildung zuständig gewesen. Nun ist sie am Wörthersee in Österreich bei ihrem Freund Fritz Kogelnig auf der Anlage. Und von dem hat sie auch ihre DM-Partnerin Quiete bekommen, eine italienische Warmblutstute, eine Nimmerdor-Enkelin.

Erst seit drei Wochen sind die beiden ein Team. Insofern hatte sich Julia für die Deutschen Meisterschaften vorgenommen, unter die Top Ten zu kommen. „Und das hat ja gut geklappt“, lächelte sie. Kann man sagen. Und das im ersten Anlauf. Denn bei Junioren und Jungen Reitern war sie ein regelmäßiger DM-Gast. Aber die potenziellen Championatspferde, die sich für einen Platz wie Balve geeignet hätten, wurden verkauft, sobald Julia sie so weit hatte.

Sprungbrett für mehr

Da passt das, was Hausherrin Rosalie Gräfin von Landsberg-Velen den drei Reiterinnen mit auf den Weg gab, sehr gut: „Für viele war Balve das Sprungbrett für den großen Sport!“ Im übrigen betonte von Landsberg-Velen, dass sie es sehr begrüße, dass in Balve „Amazonen“ und Reiter immer noch getrennt antreten: „Dann haben wir hier zweimal Spannung!“

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