Ben Maher: „Mit 19 habe ich in Hamburg angerufen und bekam die Einladung“

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Ben Maher, Olympiasieger 2021, bei seinem Derby-Debüt im Hamburg 2007 (© www.toffi-images.de)

Ben Maher musste sich zum Auftakt der Global Champions Tour Etappe Hamburg im Youngster Springen lediglich Ludger Beerbaum den Vortritt lassen. Anschließend erinnerte sich der Olympiasieger an seine erste Erfahrungen mit Hamburg. Und dem Wall im Derbyparcours.

Ben Maher in Hamburg! Da sitzt er im Pressezelt und strahlt sein lausbübisches Lächeln. Noch immer ein bisschen peinlich berührt, wenn man ihn als Olympiasieger ankündigt. Als solcher wurde er auch am Freitagmorgen im Derbypark in Klein Flottbek begrüßt. Dazu mal Regen, mal Sonne – von letzterer nicht all zu viel, August in Hamburg. „Solches Wetter kenne ich“, sagt Ben Maher und errötet wieder ein ganz klein bisschen. Er will ja freundlich sein.

Im Youngster-Springen hat er seine Höflichkeit schon unter Beweis gestellt. Er hat Ludger Beerbaum und Comme Le Pere v. Comme il faut in dieser Konkurrenz der Siebenjährigen den Vortritt gelassen. Vielleicht weil der Riesenbecker Organisator der Europameisterschaften gestern Geburtstag hatte? Egal! Ob es nun Beerbaums 58. Geburtstag war, oder aber einfach der Umstand, dass Point Break, den der Olympiasieger mit nach Hamburg gebracht hat, noch wenig Erfahrung hat, weil Maher kaum Gelegenheit hatte, ihn zu starten. Der Action Breaker-Sohn stand zunächst in Schweden, ging fünfjährig bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde in Zangersheide. Aber das ist auch schon zwei Jahre her. Maher ist lieber im Hier und Jetzt. Fakt ist: Ben Maher ist in Hamburg, schwärmt von Turnierplätzen „mit Geschichte“ und erzählt auch gleich seine persönliche Hamburg-Geschichte.

Ben Maher, Hamburg und „das Foto“

Die großzügige Arena unweit der Elbe mit ihrem Rasen und den Derbyhindernissen hat eine gewisse Bedeutung in der Karriere des Olympiasiegers von Tokio. „Als ich jung war, 19, 20, da war ich in der Weltrangliste noch weit hinten und brauchte Startmöglichkeiten, da habe ich immer die Veranstalter angerufen“. Weil Derbyreiter gebraucht werden, rief er auch in Hamburg an. Und die Rechnung ging auf. „Ich erhielt Starterlaubnis. Dann hatte ich aber ein schlechtes Wochenende“, erinnert sich der Brite. So ganz die richtigen Pferdestärken habe er dann doch nicht gehabt, meint er rückblickend. Das ist die eine Erinnerung an das Debüt in der Hansestadt. Das andere ist ein Foto. Es zeigt, wie sein Fuchs Alfredo damals an der Oberkante des Walls einfach abdrückte. Die Landung war wenig sanft. „Das Foto hängt noch heute in unserem Büro“, sagt Maher. Und man merkt ihm an, dass in der Rückschau ein leichtes Gruseln bei der Erinnerung an den Flug vom Wall vor 14 Jahren mitschwingt.

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Ben Maher, Hamburg 2021 (© www.st-georg.de)

Olympiasieger und frisch verheiratet

Nach Hamburg hat er seine Nachwuchshoffnung Ginger Blue mitgenommen. „Sie ist 2020 nur drei Turniere gegangen, dann kam Covid und ich hatte eine Rücken-OP“, erläutert der 38-Jährige. Aber für die Prüfungen der Global Champions Tour hat es sich schon einiges vorgenommen. Ausruhen auf seinen olympischen Lorbeeren will er sich nicht. „Aber ich weiß auch, du musst es genießen, wenn es läuft.“ Immerhin hat er sich nach seiner Hochzeit, die nach Tokio stattfand ein paar freie Tage mit seiner Frau Sophie gegönnt. Aber nun sei er auch froh, seinen Sport wieder vor Zuschauern ausüben zu können.

Explosion kommt nach Aachen

Und sein Olympiasieger? „Explosion ist frisch“, erzählt Ben Maher. „Neulich habe ich ihn etwas gesprungen draußen und er hat richtig gebockt! Und dann ist er auch noch im Paddock richtig gerannt.“ Er sei sein „once in a lifetime horse“, das hatte er schon in Tokio über den Chacco Blue-Sohn gesagt. Und das wiederholt Ben Maher auch in Hamburg.

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„Ich denke, der Sport hat ein bisschen länger schon auf ein solches Pferd gewartet.“ Er sieht Explosion in einer Reihe mit Pferden wie „Hickstead, Shutterfly …“. Und dort, wo diese Heroen einst Geschichte geschrieben haben, wird man Explosion auch bald wieder sehen. In Aachen soll der Olympiasieger beim CHIO sich wieder zurückmelden.

Zeitplan und Ergebnisse aus Hamburg finden Sie hier.


Für die Global Champions Tour in Hamburg gibt es noch Karten. Es gilt die 3G-Regel, sprich Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Ein Antigentest hat 24 Stunden Gültigkeit, ein PCR-Test 48 Stunden. Man kann sich auch vor Ort testen lassen, das kostet aber 30 Euro.