Doha: Ben Maher krönt seine unglaubliche Global Champions Tour-Saison 2018

_SG41595A.224934

Das Stadion von Al Shaqab ist dieses Wochenende Gastgeber eines CHI und kommendes Wochenende für die erste Global Champions Tour-Etappe 2020. (© Grasso)

Eigentlich hätte Ben Maher es heute ganz entspannt angehen lassen können beim Finalturnier der Global Champions Tour in Doha, Katar. Der Gesamtsieg der Tour war ihm ohnehin nicht mehr zu nehmen. Aber Maher hatte einen anderen Plan.

Und dieser Plan sah offensichtlich vor, dass er sich nach drei Etappen-Siegen in der laufenden Saison auch die letzten 123.750 Euro der Saison für den Sieger der Final-Etappe nicht durch die Lappen gehen lassen wollte. Auch wenn er in der Gesamtwertung uneinholbar an der Spitze lag und sein Global Champions League-Team, die London Knights, zuvor schon den Gesamtsieg der Global Champions League davon getragen hatten, der jüngeren Schwester der Tour.

Neun Paare hatten das Stechen erreicht, darunter die beiden Mannschaftsweltmeisterinnen Laura Kraut (USA) und Zeremonie, der Vorjahressieger und Weltranglisten-Erste Harrie Smolders (NED) mit seinem Toppferd Don VHP Z und Europameister Peder Fredricson im Sattel von Hansson WL.

Doch ob mit oder ohne Abwurf, kein Pferd war so schnell wie der ja erst neunjährige KWPN-Wallach Explosion W v. Chacco Blue. Er leistete sich auf diesem Turnier nicht einen Springfehler und lieferte mit 35,5 Sekunden zudem eine Zeit, die vollkommen uneinholbar war. Das bedeutete einen Sieg auf ganzer Linie für Maher: Finale, Gesamtwertung der Tour, Finalsieg der Global Champions League und auch hier die Gesamtwertung. Mehr geht kaum. Über 940.000 Euro hat Maher diese Saison verdient.

Und es könnten noch mehr werden, denn im Dezember warten ja noch die neu geschaffenen „Play-Offs“, bei denen die besten Reiter der Tour noch einmal gegeneinander antreten und im insgesamt 12 Millionen Euro Preisgeld reiten.

Platz zwei im Finale der Global Champions Tour ging an Peder Fredricson im Sattel des zehnjährigen schwedischen Hengstes Hansson WL v. Hip Hop, gefolgt von Harrie Smolders auf Don VHP Z, mit seinen 14 Jahren eines der erfahrensten Pferde dieses Stechens.

In der Gesamtwertung wurde Smolders diesmal Zweiter, gefolgt von Nicola Philippaerts, der zuvor mit zusammen mit Ben Maher und den London Knights auch das Global Champions League-Finale hatte gewinnen können.

Besondere Beziehung

Harrie Smolders brachte es später auf den Punkt: „Er (Ben Maher, Anm. d. Red.) war außerhalb unserer Liga“, sagte er nach der Siegerehrung.

Maher selbst war einigermaßen fassungslos nach diesem Volltreffer in Doha: „Es ist ehrlich gesagt noch nicht richtig bei mir angekommen. Die Verbindung zwischen mir und Explosion W ist so gut.“ Er habe das Glück gehabt, schon viele tolle Pferde in seiner Karriere gehabt zu haben, fuhr Maher fort. Und seit vielen Jahren schon reitet er die Global Champions Tour mit. Aber noch nie sei er in einer Position gewesen, in der er eine Chance auf die Meisterschaft gehabt hätte.

„Ich weiß nicht, ob ich noch einmal eine Saison wie diese haben werde. Ich habe nichts anders gemacht als sonst. Aber zu meinem Glück hat sich alles gut gefügt und ich hatte ein super Pferdeteam. Aber es ist auch das Team um mich herum – es gibt eine Menge Leute hinter den Kulissen, denen mein Dank gilt.“

„Explosion gehört schon seit einer Weile zu unserem Programm. Aber Shanghai war mein erstes großes Turnier mit ihm. Wir hatten ein überraschend gutes Ergebnis dort und darauf haben wir aufgebaut. (…) Ich vertraue Explosion. Und das ist der Unterschied – seine Qualität und das nötige Glück, das ich im Moment habe.“

„Wenn man ein Pferd wie Explosion reitet, glaubt man, man könnte alles schaffen. Es macht so einen Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Er liebt seine Arbeit. Er könnte wahrscheinlich jetzt in diesem Moment aus dem Stall kommen und sich freuen, wieder springen zu dürfen.“

Aber das wird natürlich nicht passieren. Explosion W bekomme nun eine Pause und werde dann auf Prag vorbereitet, so Maher zu seinen Plänen.

Die Deutschen

Auch wenn sie in den Rahmenspringen in den vergangenen Tagen hoch erfolgreich waren, mit der heutigen Entscheidung hatten sie nichts zu tun. Ludger Beerbaum hatte mit Casello einen Abwurf. Bei allen anderen Deutschen wurden es zwei: Marcus Ehning auf Funky Fred, David Will mit Teavanta II C Z, Christian Kukuk auf Lukas und Daniel Deußer mit Calisto Blue.

Doch auch wenn, es heute nicht hatte sollen sein für sie – in Prag sind zwei deutsche Springreiter dabei. Die vollständige Teilnehmerliste sieht so aus:

Scott Brash (Sieger in Mexiko City)

Edwina Tops-Alexander (Sieg in Miami Beach)

Gregory Wathelet (Sieg in Shanghai)

Ben Maher (Sieg in Madrid)

Harrie Smolders (Sieg in Hamburg)

Carlos Lopez (Zweiter Platz in Saint Tropez, qualifiziert, weil Sieger Maher schon gesetzt war)

Peder Fredricson (Sieger in Cannes)

Nicola Philippaerts (Sieger in Cascais)

Shane Breen (Sieger in Monaco)

Sameh El Dahan (Sieger in Paris)

Daniel Deusser (Zweiter Platz in Chantilly, qualifiziert, weil Sieger Philippaerts schon gesetzt war)

Alberto Zorzi (Sieger Berlin)

Ludger Beerbaum (Weil sowohl Scott Brash als auch Peder Fredericson feststanden, nach Rang drei in London qualifiziert)

Frank Schuttert (Sieger Valkenswaard)

Henrik von Eckermann (Zweiter Platz in Rom, qualifiziert nachdem Maher zum dritten Mal die Ehrenrunde anführte)

Lorenzo de Luca (Platz vier in Doha hinter drei bereits qualifizierten Reitern)