Essen, Ising, Luhmühlen, Lexington – mehr Springsport vom Wochenende

Neustadt-Dosse – CSI 2019

Erfolgsverwöhntes Paar: Alexa Stais und Quintato siegten 2019 unter anderem auch im Preis der DKB beim CSI Neustadt/Dosse. (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Vor allem national dreht das Turnierkarussell sich wieder! In Essen gab es einen Quasi-Heimsieg und zahlreiche Bundeschampionatstickets, in Luhmühlen triumphierte Südafrika, auf Gut Ising hatte Bayern die Nase vorn, in Lexington gab es Schleifen für deutsche Auswanderer.

Nach dem großen Dressurwochenende hat das Gestüt Sprehe auf seiner Anlage in Essen-Herbergen nun ein Springturnier mit allein drei Prüfungen der schweren Klasse sowie Bundeschampionatsqualifikationen ausgerichtet.

Das Highlight war am Sonntag Nachmittag das S** Springen mit Stechen um den Preis der Gastgeber. Es blieb quasi in der Familie. Schließlich war Tobias Meyer jahrelang Bereiter des Gestüts Sprehe. Gewonnen hat er allerdings auf einer OS-Stute des Gestüts Lewitz: Casie Belle v. Chacco-Blue-Casio. Sie nahm der Konkurrenz im Stechen exakt vier hundertstel Sekunden ab.

Platz zwei ging Tim Rieskamp-Goedeking auf dem Hannoveraner Querido v. Quaid-Graf Sponeck. Meyer und Casie Belle kamen nach 41,18 Sekunden ins Ziel, 41,222 waren es bei Rieskamp-Goedeking und Querido.

Ganze 15 Paare hatten das Stechen erreicht, und Tobias Meyer musste sein ganz persönliches Stechen schon auf dem Abreiteplatz veranstalten, der er hatte gleich drei Pferde für die Entscheidung qualifiziert. Neben Casie Belle waren das noch der Belgier Picalito v. President-Kannan und der OS-Wallach Conbalet v. Conthargos-Balou du Rouet, auch dies ein Lewitzer.

Meyer meisterte die organisatorische Herausforderung mit Bravour. Neben dem Sieg sicherte er sich mit Picalito auch noch Rang drei (41,50 Sekunden). Lediglich Conbalet war nach zwei Abwürfen gegen die Uhr nicht mehr im Geld.

Bundeschampionatstickets

In der Springpferdeprüfung Kl. M* für die Fünfjährigen wurden sechs Bundeschampionatstickets vergeben. Der Sieg ging an den Hannoveraner Queen’s Park v. Qualito-Laptop (Z.: Herma Sentker) unter Mathis Westendarp mit der Wertnote 8,2.

Platz zwei wurde zweimal vergeben, jeweils mit 8,1, zum einen an den Hannoveraner Comius v. Cinsey-Stakkatol mit dem Bulgaren Dimitar Kyuchukov im Sattel (Z.: Gestüt Lewitz) und zum anderen an den Oldenburger Constantin v. Cornet’s Prinz-Zeus (Z.: Mechthild Graap) mit Tobias Meyer.

Drei Pferde erzielten die Mindestanforderung von 8,0: der Westfalen-Hengst Cat Balou v. Cornet Obolensky-Balou du Rouet (Z.: Heinrich Ramsbrock) mit Klara Maas-Timpert, der Holsteiner Wallach Deep Black v. Diarado-Quantum (Z.: Pamela Brüning) unter Heinrich Richter und die Hannoveraner Diacontinus-Wolkenstein II-Tochter Diva (Z.: Lucas Smidt) mit Patrick Meyn.

Sechsjährige

Deutlich größer ist das Kontingent der Sechsjährigen, die in Essen das Ticket für Warendorf lösten: ganze 16 Pferde. In der ersten Abteilung triumphierte der Stall Pedersen mit eigenen Zuchtprodukten. Nicolas Pedersen stellte mit Chalou Sare v. Chaloubet-Sandro Boy den 9,0-Sieger. Sören Pedersen ritt Carembar Blue v. Carembar de Muze-Chacco-Blue auf Rang zwei mit 8,6.

Die Plätze drei bis fünf gingen jeweils an Pferde aus dem Gestüt Sprehe. Rang drei sicherte sich mit 8,5 der Pole Lukasz Przybylski auf der Westfalen-Stute Celina v. Coupie-Celano. Dahinter holte die OS-Stute Havalla v. Stakkato Gold-Carthago unter Zuzana Mikova (CZE) Rang vier (8,4). Fünfter wurde mit 8,3 der OS-Hengst Stakkatos Charming Boy v. Stakkato Gold-Charming Boy unter Klara Maas-Timpert. Er gehört zwar der Gestüt Sprehe GmbH, kam aber bei der ZG Marischen und Geers zur Welt.

Die zwei weiteren Schleifen in dieser Abteilung verdienten sich jeweils mit 8,1 Starlet Queen, Hannoveraner Stute v. Stakkato-Quidam de Revel (Z.: Bernard Budde) unter Gedeon Ruven Beermann und der DSP-Hengst Contanos v. Courtier-Lordanos (Z.: Susanne Sever) mit Dimitar Kyuchukov.

Die zweite Abteilung sah die Oldenburger Stute Chrystal v. Cola Zero-Voltaire (Z.: Anne Haase) mit Mario Stevens im Sattel an der Spitze, Wertnote: 8,8.

Zweiter wurde mit 8,6 der Hannoveraner Hengst Toys v. Toulon-Quidam de Revel (Z.: Heinrich Wecke) unter Daniela Theelen, Dritter der ebenfalls hannoversch gezogene Wallach Leave the Light on v. Lord Pezi-Lordanos (Z.: Eberhard Wotte) mit dem Dänen Jonathan Hvalsoe Saul im Sattel (8,5).

Auch auf dem vierten Platz wehte die dänische Flagge, diesmal erneut dank Nicolas Pedersen, der den OS-Hengst Chaccothargo v. Chacco-Blue-Conthargos (Z.: Gestüt Lewitz) für eine 8,4 vorstellte.

Der fünfte im Bunde der Platzierten dieser Abteilung war mit dem Diarado-Stakkato-Sohn Dakato (Z.: Klausing GbR) ein weiterer Hannoveraner Hengst, den Lukasz Przybylski zu einer 8,2 ritt.

Nicht platziert, aber mit 8,0 qualifiziert sind diese Pferde: der OS-Hengst Carem Sandy v. Carembar de Muze-Sandro Boy (Z.: Gestüt Lewitz) unter Sören Pedersen, die Oldenburger Stute Carrie v. Christian-Couleur-Rubin (Z.: Anne Haase) mit Vivian Martin, die Hannoveraner Stute Calissi v. Cassador-Glenfiddich (Z.: Günter Kappei) unter Tobias Meyer und die OS-Stute Journesse du Rouet v. Balou du Rouet-Zeus (Z.: Paul Wendeln), vorgestellt von Jaqueline Bührmann.

Gut Ising

Springprüfungen von Klasse A bis S hat das Gut Ising am Chiemsee über vier Tage ausgerichtet. Höhepunkt war ein S*-Springen mit Stechen. Es siegte der Nationenpreisreiter Sven Fehnl, der für den Handelsstall von Ignaz Berger in den Sattel steigt. Dementsprechend war es auch ein IB Berger-Pferd, das ihn gestern zum Sieg trug: der 14-jährige Holsteiner Wallach Fascination v. For Pleasure-Lavaletto (Z.: Timm Peters), mit dem Fehnl auch international schon zahlreiche Schleifen errungen hat.

Die beiden waren eines von nur vier fehlerfreien Paaren im zehnköpfigen Stechen und mit 44,57 Sekunden das mit Abstand schnellste. Das Nachsehen hatte Elisabeth Meyer, Bereiterin im Stall von Dietmar Gugler und damit auf Gut Ising zuhause.

Sie ritt gleich mehrere ins Geld. Zweite (44,91) wurde sie mit dem elfjährigen Chicago v. Cornet Obolensky-Acord II, ebenfalls einem Holsteiner, der übrigens zum Verkauf steht. Darüber hinaus konnte Elisabeth Meyer sich auch noch Rang drei sichern, diesmal auf dem neunjährigen OS-Wallach Lautrec v. Livello-Contendro (45,26).

Luhmühlen

Eigentlich wäre das vergangene Wochenende der Termin für die Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter und den einzigen deutschen CCI5*-L gewesen. Das alljährliche Highlight in der Heide musste ja aber bekanntlich abgesagt werden. Geritten wurde der in der Westergellerser Heide aber trotzdem, nur eben ausschließlich über bunte Stangen.

Den Großen Preis des CSI2* sicherte sich die in Deutschland beheimatete Südafrikanerin Alexa Stais mit ihrem 15-jährigen Top-Pferd Quintato v. Quidam’s Rubin-Stakkato. Mehr als zwei ganze Sekunden nahmen die beiden den zehn weiteren Paare im Stechen ab.

Zweite wurde mit Giavanna Rinaldi v. Chacco Top v. Chacco-Blue eine US-Amazone, gefolgt von Mario Stevens mit der selbst gezogenen Botakara v. Balou du Rouet.

Lexington

Auch in den USA wird wieder international geritten. Der mit 75.000 US-Dollar dotierte Große Preis des CSI2* in Lexington, Kentucky, ging an die Britin Jessica Mendoza auf Dublin v. Cobra. Das Nachsehen hatte das US-amerikanische Supertalent Brian Moggre auf der zehnjährigen Oldenburger Stute Nikita Jolie v. Numero Uno.

Auch deutsche Reiter waren in Lexington am Start – und das mit Erfolg. Der gebürtige Mecklenburger Christian Heineking, der ja schon seit einigen Jahren in Texas zuhause ist, ritt den neunjährigen KWPN-Hengst Darco Son v. Darco auf Rang drei. Sein Stallreiter Mathis Schwentker landete mit NKH Caruso v. Cash & Carry auf dem siebten Platz.

Erfreulich zu sehen: Auf Rang vier landete nach ihrer schweren Krankheit die amerikanische Holsteiner Stute Akuna Mattata unter Nicole Shahinian-Simpson. Die Stute wäre fast gestorben, der Instinkt ihrer Reiterin hat sie gerettet.

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