Leipzig: Goldener Sattel 2019 an Enno Klaphake

Die Partner Pferd in Leipzig

Die Partner Pferd in Leipzig (© Thomas Hellmann)

Enno Klaphake, der jüngere Bruder der WM-Reiterin Laura Klaphake, konnte ganz knapp den „Goldenen Sattel“ für sich entscheiden, eine Stil-Springprüfung Klasse M mit Pferdewechsel, gefördert von der Hans Günter Winkler Stiftung.

Pate an diesem Modell stand der im vergangenen Sommer verstorbene Hans Günter Winkler, noch im Januar 2018 war der 90-Jährige selbst nach Leipzig gekommen, um dem Sieger zu gratulieren.

Vier junge Reiter zwischen 18 und 20 Jahren, alle schon in Nachwuchsprüfungen – zum Teil auch international – erfolgreich, waren auch in diesem Jahr von Marco Kutscher und Turnierleiter Volker Wulff ausgewählt worden: Hannes Ahlmann mit dem zehnjährigen Hengst Dialo v. Diarado, Enno Klaphake mit dem 14-jährigen Urus v. Canturo, Emelie Pieper mit der achtjährigen Calido-Tochter Crisby und Cedric Wolf mit dem achtjährigen Gallantino.

Jeder musste, wie früher beim Finale der Weltmeisterschaft, außer seinem eigenen auch die Pferde der drei Mitbewerber reiten, vier grundverschiedene Pferdetypen, die von den jungen Reitern sehr viel Einfühlungsvermögen und schnelle Reaktion erforderten. Bewertet wurden Stil und Einwirkung des Reiters und auch sein Umgang mit einigen technischen Finessen. So waren zwischen Sprung zwei und drei genau sechs Galoppsprünge vorgeschrieben, wer sieben machte, bekam 0,1 Prozent Abzug. Erlaubt waren nur jeweils vier Probesprünge mit den fremden Pferden, wobei Co-Bundestrainer Heinrich Hermann Engemann beratend in der Bahn statt.

Der 18jährige Enno hatte zugleich auch das beste Pferd mitgebracht, das den Reitern die wenigsten Probleme machte. Nur ein Turnier, ein Late Entry-Turnier in Riesenbeck, hatten die beiden zusammen absolviert. „Usus ist sehr einfach und will alles richtig machen“, sagte Enno. Der Schimmel war das einzige Pferd, dem kein Abwurf unterlief.

Der Sieg mit 33,5 Punkten war knapp, nur ein Zehntel weniger schlug für Cedric Wolff auf dem erst achtjährigen Gallantino zu Buche, einem großrahmigen Braunen mit großer Übersetzung, nicht ganz so rittig, aber, so Enno Klaphake, sehr vorsichtig. Ausschlag für den Sieg für Klaphake gab die gleichmäßig gute Leistung mit allen vier Pferden.

Der 20-jährige Cedric Wolf (33,4) kassierte mit dem eigenen Gallantino zwei Abwürfe, einen mit Crisby, der härtesten Nuss für alle vier Reiter, denn in jedem Kurs unterliefen der Schimmelstute Abwürfe. Mit der eigenen Reiterin, Emilie Pieper (18) gab es auch noch Zeitfehler, sodass diese die erste Runde mit nur 6,8 Punkten abschloss.

Dann allerdings gelang es der Westfälin, die über die wenigste Routine des Quartetts verfügte, sich quasi an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen und durch drei vorzügliche Ritte mit den Fremdpferden auf Platz drei vorzuarbeiten (32,8).

Vierter wurde Hannes Ahlmann (17), der einzige Reiter, der zweimal Wertnoten über neun bekam: Auf Gallantino, den er ganz flüssig und souverän vorstellte, erhielt er 9,2, die höchste Note des Tages. 9,0 gab`s mit Usus. Bei Crisby fielen zwei Stangen, bei seinem eigenen Pferd, dem kräftigen kleinen Hengst Dialo eine.

Joachim Geilfus, der zusammen mit Bundestrainer Otto Becker und Marco Kutscher am Richtertisch saß, unterstrich das außergewöhnlich hohe Niveau der jungen Reiter in diesem Jahr. Der Sieger Enno Klaphake genoss den Interview-Marathon und sagte: „Daran merkt man doch, dass man was wirklich Großes gewonnen hat.“

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