Madrid: Kolumbianischer Überraschungssieg in der Weltcup-Quali

Ihn hatten wahrscheinlich die wenigsten auf der Rechnung als es um die Favoritenrollen für das Weltcup-Qualifikationsspringen in Madrid ging: Carlos Lopez aus Kolumbien auf WM-Pferd Prince de la Mare. Und doch haben sie es geschafft, den Rest der Springreiterwelt hinter sich zu lassen.

Das Pferd, ein elfjähriger Selle Francais-Wallach ist über seinen Vater Beguin de Moens ein Urur-Enkel des erfolgreichen Vererbers Nankin. Auf der Mutter-Seite steht als Großvater Grand Veneur. Der 49-jährige Lopez sitzt noch nicht allzu lange im Sattel von Prince de la Mare. Bei der EM 2013 war er noch von dem Italiener Juan Carlos Garcia geritten worden. Aber schon bei der WM in der Normandie hatte der Kolumbianer ihn geritten und einen respektablen 18. Rang belegt. Dennoch dürfte der Sieg in Madrid einer seiner größten Erfolge sein, wobei er bei den Pan-Am-Games 2006 Bronze mit der Mannschaft gewonnen hatte. Auf jeden Fall verfügt der Reiter über jede Menge Erfahrung, ritt er doch schon Anfang der 1980er-Jahre in Championaten mit. Diese Erfahrung konnte er heute im Madrid ausspielen, wo ihm einer von fünf strafpunktfreien Ritten im Stechen gelang, das er in der Bestzeit von 38,69 Sekunden hinter sich brachte.

Platz zwei ging an die Australierin mit Wohnsitz in Valkenswaard: Edwina Tops-Alexander im Sattel der elfjährigen Holsteiner Stute Lintea Tequila, die sie vor ziemlich genau einem Jahr erstmals international präsentiert hat, nachdem sie sie von dem Italiener Licinio Grossi übernommen hatte. Auch für sie war der zweite Platz heute ihr bislang bestes Resultat. Zwar gab es schon vordere Platzierungen, aber noch nie über 1,60 Meter, so wie heute. Und sie sprang nicht nur ohne Abwurf über zwei Runde, sondern war dem Sieger mit der Zeit von 38,90 Sekunden auch noch dicht auf den Fersen.

Noch dünner wurde allerdings die Luft nach hinten raus. Nur eine hundertstel Sekunde trennte Frankreichs Alexandre Fontanelle auf Prime Time des Vagues (v. Diner’s Time-Helios d’Aumont) vom zweiten Platz. Der 23-Jährige war mit dem elfjährigen Selle Francais-Wallach zweimal für Frankreich bei Nachwuchs-EMs am Start und hat nun offenbar den Sprung in den großen Sport bewältigt.

Einziger Deutscher unter den Platzierten war Daniel Deußer im Sattel seiner Nachwuchshoffnung Pironella. Die belgische Non Stop-Pilot-Tochter hatte heute einen Abwurf im Stechen und wurde mit der Zeit von 39,13 Sekunden Siebte. Ludger Beerbaum auf Colestus und Patrick Stühlmeyer mit Chasmo kamen mit jeweils vier Fehlern aus dem ersten Umlauf. Bei Marco Kutscher und Cornet’s Cristallo waren es acht, bei Philipp Weishaupt und dem achtjährigen B-Men kamen 20 Fehler zusammen.

In der Gesamtwertung der Westeuropaliga des Weltcups rangiert weiterhin Steve Guerdat (Schweiz) mit 56 Punkten auf Platz eins. Bester Deutscher ist Marcus Ehning mit 28 Punkten auf Rang neun. Mit 26 Punkten hält Daniel Deusser die elfte Position. 14. ist Marco Kutscher mit 24 Punkten.

 

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