Olympia: Frustrierter Pessoa, sportlicher Morris

Cadjanine Z und Rodrigo Pessoa

Cadjanine Z und Rodrigo Pessoa (© Julia Rau)

Der brasilianische Olympiasieger der Springreiter von 2004, Rodrigo Pessoa, war tief getroffen, nur als Reservist für die Olympischen Spiele im eigenen Land aufgestellt worden zu sein. Nun meldet sich der Bundestrainer zu Wort.

Rodrigo Pessoa (43) hatte nach der endgültigen Nennung der Teams für Rio, wonach er nur Reservereiter ist, öffentlich verkündet, er sei nicht einverstanden mit der Entscheidung des Trainers, als Ersatz aufgestellt worden zu sein. Seiner Ansicht nach sei seine Karriere, welche die Teilnahme an sechs Olympischen Spielen und den Gewinn dreier olympischer Medaillen (einmal Einzelgold, 2004 mit Baloubet du Rouet) mit einschließt, Grund genug, ihn mit ins Team zu nehmen. Auch zweifelte Pessoa öffentlich an, dass der 25-jährige Stephan Freitas de Barcha schon in der Lage sei, bei Olympischen Spielen zu bestehen. Er ist mit der Stute Cadjanine Z nominiert, die 2012 noch Gregory Wathelet über die olympischen Kurse von London getragen hatte und nun nach einigem Hin und Her bei Pessoa steht. Der kündigte jedoch bereits an, er werde sein Pferd nicht als Reservist auf die Reise nach Rio schicken.

Im Team reiten Doda de Miranda auf Cornetto K, der 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney Bronze mit der Mannschaft gewonnen hatte, Eduaro Menezes mit Quintol, Pedro Veniss mit Quabri D’Isle und Stephan Freitas de Barcha auf Landpeter do Feroletto.

Auf die Kritik von Pessoa reagierte der legendäre US-Trainer George Morris, der die brasilianische Equipe auf ihr Heimspiel in Rio vorbereitet hat, recht gelassen. Im Interview mit Noelle Floyd brachte er seine Beweggründe für die Auswahl des Teams auf den Punkt:

„Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, in der man beweisen musste, dass man aktuell in guter Form ist. Dass Rodrigo als fünfter Reiter für die Spiele (und damit als Reservist, Anm. d. Red.) benannt wurde, hat etwas mit dem Pferd zu tun. Cadjanine hatte Anfang des Jahres eine Operation und ist nicht so vorsichtig. Die Ergebnisse von Status waren mal so mal so.

Ich hatte zwei Kriterien, es gab zwei wichtige Turniere: Falsterbo und La Baule. Stephan Freitas de Barcha war bei beiden Nationenpreisen fehlerfrei und im Großen Preis von Falsterbo null mit einem Zeitfehler. 

(…) Große Legenden des Sports wie Ludger (Beerbaum, Anm. d. Red.) und John (Whitaker) müssen sich ihren Platz im Team immer noch verdienen. Rob Ehrens hatte sechs Reiter auf der Short List für die Niederlande und Jeroen (Dubbeldam) musste sich seinen Platz trotzdem verdienen, um nach Rio fahren zu können.“

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