WM Fahren: Bronze fürs deutsche Team

Bronze für Tucker Johnson (USA)

Lexington (USA) Kentucky Horse Park 10.10.2010 Weltreiterspiele/World Equestrian Games hier Siegerehrung Fahren: Einzel-Gold fŸr Boyd Exell (AUS), hier mit Tucker S.Johnson (Bronze, USA, links) und Ijsbrand Chardon (Silber, NED) Foto ©Julia Rau Am Zollhafen 12 55118 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 RŸsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen GeschŠftsbedingungen (© Julia Rau)

Gold war den Niederländern nicht zu nehmen, in der Einzelwertung brillierte Boyd Excell von Anfang an. Mächtigen Ärger machte die Technik, die Zeitmessung fiel aus, es wurden schon Stoppuhren herausgekramt.

Katastrophale technische Mängel verdarben einem beim abschließenden Kegelfahren der Gespanne in Kentucky jeden Spaß beim Zuschauen. Die Prüfung wurde für mehr als eine Stunde unterbrochen. Gespann einfahren: Zeitmessanlage funktioniert. Gespann wieder ausfahren, Zeitmessanlage funktioniert leider doch nicht. So ging es mehrer Male hin und her. Hektische Beratungen mit der Ground Jury und den Equipechefs, eine Zeitmessung per Hand wurde erwogen, alle suchten hektisch nach Stoppuhren. Nach schier endlosen Beratungen dann doch die gute Nachricht: Technik funktioniert wieder, die Prüfung kann fortgesetzt werden. Da waren einige Gespanne schon zwei Stunden in der glühenden Sonne gefahren, bevor sie endlich an den Start gehen konnten, unter anderen Christoph Sandmann.

Die deutschen Fahrer konnten sich am Ende der Weltreiterspiele über die Bronzemedaille freuen, das war das im Vorfeld realistisch angepeilte Ziel gewesen. Christoph Sandmann, Georg von Stein und Ludwig Weinmayr erreichten dies mit 322,20 Punkten. Die Freude über die Medaille war groß, zu verdanken war sie jedoch nicht nur der eigenen Leistung, sondern auch dem Riesenfehler des Schweden Tomas Eriksson, der im Kegelparcours ein Tor von der falschen Seite durchfuhr und deshalb ausscheiden musste. Damit war das schwedische Team geplatzt, das bis dahin auf Bronzekurs war.

Silber ging an die USA, die in den vergangenen Jahren mächtig investiert hatten, um bei den Weltreiterspielen im eigenen Land zu glänzen. Tucker Johnson, Chester Weber und James Fairclough lagen mit 300,92 Punkten klar vor dem deutschen Team, dennoch zu keiner Zeit des Wettkampfs in Führung, zu groß war die Überlegenheit der Niederländer. Ijsbrand Chardon, Theo Timmermann und Koos de Ronde verteidigten mit 279,94 Punkten klar ihren Titel.

Das beste Einzelergebnis im deutschen Team lieferte erwartungsgemäß Christoph Sandmann. 151,18 zählten für ihn, nur 1,12 Punkte hinter Tucker Johnson, dem Bronzemedaillegewinner aus den USA. Das war hart dran. Ijsbrand Chardon konnte seinen Titel nicht verteidigen (135,24 P.), der viermalige Einzelweltmeister aus Den Hoorn musste sich dem Australier Boyd Exell geschlagen geben. Der Sieger von Aachen 2010 hatte die Führung vom ersten bis zum letzten Wettbewerb nicht abgegeben, konnte sich nach einem Abwurf von Chardon im Kegelfahren sogar 3,52 Strafpunkte für Zeitüberschreitung leisten, gewann mit 134,04 Punkten. Kurz vor den Weltreiterspielen hatte Exell sich beim Reiten die Hand gebrochen, fuhr mit Verband, aber nicht mal die Verletzung stoppte seinen Durchmarsch zu Gold.

Sandmann war trotz der knapp verpassten Einzelmedaille hoch zufrieden. Ich hatte mir eine Platzierung unter den ersten fünf als Ziel gesetzt, das hat geklappt, sagte er. 

Zwei Abwürfe im Kegelparcours, keine Zeitfehler, elfter Platz in der Endabrechnung stand auf der Anzeigetafel im Fahrstadion, nachdem Georg von Stein sein erstes Championat für Deutschland beendet hatte. 171,02 Punkte waren ein hervorragendes Ergebnis und trugen maßgeblich zum Gewinn der Bronzemedaille bei. Ludwig Weinmayr landete mit 181,33 Punkten auf Platz 14.

Insgesamt hat sich der teure Ausflug der Fahrer nach Kentucky gelohnt, mit einer Medaille im Gepäck kehren sie zurück. Christoph Sandmann weiß, dass er weiterhin an der Weltspitze mithalten kann, Georg von Stein hat Championatsreife bewiesen und Ludwig Weinmayr kann aufbauen auf seine beiden jungen Pferde, die sich in Kentucky bewiesen haben.

Christine Meyer zu Hartum