BuCha: Breite Spitze bei den dreijährigen Stuten und Wallachen mit Festina als Siegerin

Bundeschampionat

Anja Engelbart und Festina, Siegerin beim Bundeschampionat der Reitpferde 2016. (© Kiki Beelitz)

Es hat bis zum letzten Pferd der letzten Abteilung gedauert, bis man den Bundeschampionats-Qualifikationssieger der dreijährigen Stuten und Wallache zu Gesicht bekam. Aber dann war die Entscheidung eine eindeutige.

Mit der Gesamtnote 8,9 setzte sich die Oldenburger Stute Festina PS v. Fürstenball-Festrausch an die Spitze des Feldes. Der Namenszusatz „PS“ ist kein Zufall. Die Stute kam auf Paul Schockemöhles Gestüt Lewitz zur Welt, das auch immer noch Besitzer ist. Sie wurde – wie auch die Drittplatzierte der Prüfung, Farosa PS – von Anja Engelbart vorgestellt, die ja seit langem die Schockemöhle-Dressurpferde betreut. Vor einigen Wochen war Festina bereits Zweite beim Oldenburger Landeschampionat gewesen. Heute ließ sie sämtliche Sieger aus den anderen Zuchtgebieten mit ihren drei überdurchschnittlichen Grundgangarten hinter sich. Eine 9,5 für den fleißigen schwingenden Trab. Galopp und Schritt erhielten je eine 8,5. Im Bereich Ausbildung gaben die Richter eine 9,0 (wobei die Stute sich recht häufig eng wurde), ebenso für das Gebäude.

Da war sie heute aber nicht die einzige. Es gab einige wirklich gute Pferde in dieser Pürfung, deren Qualität aber in der besonderen Atmosphäre heute nicht voll zur Geltung kam, etwa die Damon Hill-Roadster-Tochter High Heels (Z.: Patricia von Merveldt) unter Sheerena Satzer. Im Trab konnte man ihr großes Potenzial erahnen, aber zunehmende Spannung verhinderte gelassenes Schreiten im Schritt und wirkte sich insgesamt auf die Rittigkeit aus. Schade! Trotzdem ein super Pferd!

Das Attribut gilt auch für den DSP-Schimmel Belantus v. Belantis-Akzento (Z.: ZG Grüber) unter Leslie Rohrbacher, der am Ende mit 8,6 Zweiter wurde. Ganz elegant und taktsicher trabte er mit fließenden Bewegungen und schon sehr sicher in der Anlehnung unter Leslie Rohrbacher (8,5). Beste Grundgangart ist der Galopp (9,0) mit weitem Untersprung, der beim Zulegen noch etwas flach wurde. Aber das darf ein Dreijähriger! Der Schritt ist geregelt mit genügend Raumgriff (8,0). Die sichere Anlehnung und allgemein vertrauensvolle, positive Attitüde des Wallachs schlug sich in einer 9,0 für den Bereich Ausbildung nieder.

Platz drei teilten sich zwei Pferde. Das war zum einen die eingangs bereits erwähnte Hannoveraner Stute Farosa PS v. Fürst Romancier-Sarkozy, die wie die Siegerin auf dem Gestüt Lewitz geboren wurde. Sie hatte die Prüfung als Têtenpferd der ersten Abteilung mit einer 8,5 eröffnet und gefiel durch elegante und recht geschmeidige Bewegungen im Trab (8,0) und vor allem großzügiges Schreiten (9,0). Zusammen mit 8,5 für Galopp, Ausbildung und Gebäude machte das eine 8,5 unter dem Strich.

Dieselbe Note erhielt auch Feel Free v. Foundation-Sandro Hit (Z.: Indira Wallner) unter David Taylor, die der Kaderreiterin Bernadette Brune gehörte. Die 1c-prämierte Oldenburger Stute besticht, sobald sie sich in Bewegung setzt mit ganz elastischen, schwungvollen Bewegungen, besonders im Trab (9,0). Dagegen fällt der Schritt ziemlich ab, wurde aber immer noch mit 8,0 bewertet. Eine weitere 9,0 gab es auch für diese Stute im Bereich Ausbildung.

Fünfte wurde die westfälische Damon Hill-Stute Jillybee v. Jazz-Damon Hill aus dem Züchterhause Becks, vorgestellt von Beatrice Buchwald. Die Stute könnte im Galopp weiter unterspringen (8,0), Schritt und Trab sind allerdings von überdurchschnittlicher Qualität (9,0 bzw. 8,5). Was das Gesamtbild etwas trübte, war die recht enge Halseinstellung. Beim Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen dehnte sie sich aber vertrauensvoll an die Hand heran. So gab es eine 8,5 im Bereich Ausbildung und kam damit auf eine 8,4 und wurde Fünfte.

Platz sechs teilten sich mit jeweils 8,3 die von der Schwedin Jessica Lynn Andersson vorgestellte Westfälin Bella Diva v. Brisbane-De Niro (Z.: Marlies Brakemper) – Reservesiegerin der Eliteschau und Landeschampionesse in Westfalen – sowie die Hannoveraner Benicio-Lauries Crusador xx-Tochter Brasilia (Z.: Eibe Icken) unter Anja Duetsch. Letztere begeisterte mit ihrer Qualität, wirkte allerdings recht unzufrieden in der Anlehnung. Sonst wäre sie sicher noch weiter vorne gelandet.

Nicht platziert wurde die umjubelte Oldenburger Siegerstute Candy v. Sir Donnerhall-Fürst Heinrich aus der Erfolgszucht der Familie Wendeln. Ihr in der Tat recht recht begrenzter Schritt erhielt nur eine 7,0. Die Rittigkeitsnote war ebenfalls 7,0, was im Vergleich zu anderen Pferden recht wenig war. So kam die Vollschwester zu den beiden ehemaligen Bundeschampions Candy und Sir Heinrich nur auf Rang 15 mit einer 7,7.

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