BuCha: Schärpe der sechsjährigen Dressurpferde für Deluxe

Bundeschampionat

Die neue Bundeschampionesse der sechsjährigen Dressurpferde Deluxe – ein Dressurtalent de Luxe! (© Kiki Beelitz)

Nach einem sauberen Durchmarsch wurde der Rheinländerin Deluxe die Siegerschärpe der Bundeschampionesse bei den sechsjährigen Dressurpferden umgelegt.

Schon in der Qualifikation ließen die edel aufgemachte Schwarzbraune v. Don Primus-Wolkentanz II (Z.: Janet Stratmann) und ihre Reiterin Laura Blackert keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Im Finale bestätigten sie diesen Eindruck. Um es mit Kommentator Dr. Dietrich Plewa (der als Nachfolger für Christoph Hess am Dressurpferdeviereck die Wertnoten der Richter übersetzte) zu sagen: „Nach einer solchen Vorstellung fällt es schwer, das Haar in der Suppe zu suchen!“ In der Tat schwebte Deluxe mit einer Sicherheit, Kadenz und Ausstrahlung über das Viereck, an die am heutigen Tag kein anderes Pferd herankam – geschmeidige Seitengänge, schon super sichere und sehr ausdrucksvolle fliegende Wechsel gepaart mit drei herausragenden Grundgangarten machten sie zur Bundeschampionesse.

Ein paar Haare hatten die Richter aber dennoch in der Suppe gefunden: beispielsweise fanden sie, die Stute könnte in den Verstärkungen noch deutlicher überfußen, darum hier „nur“ die 9,5 statt der 10,0. Auch im Schritt könnte der Raumgriff ergiebiger sein, 8,0. Der Galopp der Stute zeichnet sich wie auch der Trab durch die klare Bergauftendenz und das Gleichmaß in den Bewegungen aus. Dafür gab es genauso eine 9,0 wie für dir Durchlässigkeit. Die Perspektive? 9,5. Gesamtwertnote 9,0. „Ein Pferd, das man sich problemlos in den höheren Klassen vorstellen kann“, meinen die Richter und haben damit der Reiterin aus der Seele gesprochen, die als Bereiterin bei den Besitzern, der Familie Walterscheidt, angestellt ist und die Stute bereits reitet, seitdem diese vierjährig ist. „Sie ist eine Kämpferin, sie will und macht immer mit!“, lobt Laura Blackert.

Dasselbe kann man auch dem Silbermedaillengewinner bescheinigen, dem Trakehner Goldmond v. Imperio-Latimer (Z. u. B: Ingo Wittlich). Im vergangenen Jahr, als es schon einmal den Vize-Titel für den Dunkelbraunen gab, war Goldmonds Reiterin Birgit Hild so überwältigt, dass sie in Tränen ausbrach. Nachdem die beiden in Ermelo schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start gewesen waren, konnte Birgit Hild mit ihrem heutigen Erfolg schon etwas gelassener umgehen. Goldmond ist sicherlich nicht der Strahlemann wie etwa eine Deluxe. Aber er besticht durch seinen Arbeitseifer, seine Zufriedenheit und die Bereitwilligkeit, mit der er auf die Hilfen seiner Reiterin lauscht. Er ist ein mustergültig ausgebildetes Pferd, das im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Bestes gibt. „Dieser Reiterin bescheinigen die Richter, dass das Pferd ausbildungsmäßig uneingeschränkt auf dem richtigen Weg sind“ – diesen Satz von Dr. Plewa kann Birgit Hild sich einrahmen lassen! Alles in allem kam Goldmond auf eine 8,8 und wurde vom Publikum frenetisch gefeiert.

Einen Riesensatz nach vorne hatte der Drittplatzierte der Prüfung gemacht, der Oldenburger Hengst Sonnenschein v. Sir Donnerhall II-Bolero (Z.: Alexandra Warg) unter Nicole Wego. In der Qualifikation war der nicht allzugroße dafür aber mit viel maskuliner Ausstrahlung ausgestattete Fuchs nicht über eine 7,6 hinaus gekommen und musste den Weg über das kleine Finale gehen. Da wurde es schon eine 8,0 und der zweite Platz. Heute trumpften Sonnenschein und Nicole Wego als erstes Paar der Prüfung mit einer sehr harmonischen sicheren Runde auf, in der unter anderem die „imponierenden, schnurgeraden Wechsel“ begeisterten. Alles in allem eröffnete dieses „herrliche Bergaufpferd“ (Dr. Dietrich Plewa) die Prüfung mit einer 8,4 insgesamt, was am Ende eben Rang drei bedeutete.

Eine weitere Kandidatin, die den Weg über Kleine Finale genommen hatte, war die Bayerische Stute Chilly Jam v. Romanov-Compliment aus der Zucht und im Besitz von Andreas Drosten. Mit Aikje Fehl im Sattel hatte die bildschöne Braune das kleine Finale gewonnen und wäre heute sicherlich auch weiter vorne gelandet, hätten sich im Galopp nicht leichte Spannungen aufgebaut. Ansonsten tanzte Chilly Jam mit so viel Charme durchs Viereck, dass es auf den Tribünen immer wieder leises Raunen gab. Aber da sie sich zwischendurch etwas ablenken ließ, konnte sie (noch) nicht nicht ihr ganzen zweifellos vorhandenes Potenzial ausspielen – Platz vier mit einer 8,3.

Chilly Jam war nicht die einzige mit blauer Schleife an der Trense. Sie teilte sich Rang vier mit dem hübsch aufgemachten Oldenburger Fuchs Quick Nick v. Quaterback-Abanos aus der Zucht des Haupt- und Landgestüts Neustadt/Dosse und vorgestellt von Eva Möller.

Als Pechvogel des Tages muss man heute Lena Stegemann bezeichnen. Sie stellte ihren eigenen Oldenburger Don Romantic-Sandro Hit-Sohn Don Toyamo (Z.: Susanne Gattermann) vor. Die beiden begannen fantastisch und waren auf Medaillenkurs. Die ersten beiden fliegenden Wechsel gelangen absolut vorzüglich. Aber beim dritten schien der schicke Dunkelbraune schon zu ahnen, was kommt. Die Reiterin bemühte sich, ihn an den Hilfen zu halten und daran zu hindern, vorzeitig umzuspringen. Das brachte die beiden so aus dem Takt, dass der Wallach ausfiel und sich erst bei C wieder angaloppieren ließ. Obwohl der vierte Wechsel dann wieder klappte und die beiden sich fingen, waren die Richter streng und ahndeten den „groben Ungehorsam“, wie sie das Missverständnis zwischen Reiterin und Pferd bezeichneten, mit einer 6,0 im Bereich Durchlässigkeit. Da nützte auch die 9,0 im Trab nichts. Mit 7,9 waren die beiden nicht mehr platziert. Die Reiterin kämpfte sichtlich mit den Tränen der Enttäuschung – nur allzu verständlich!

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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