BuCha: Don Martillo von Null auf Hundert bei den vierjährigen Hengsten

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Schon in der Qualifikation hatte der lackschwarze Hannoveraner Don Martillo unter Ann-Christin Wienkamp für Aufsehen gesorgt. Im Finale konnte er diesen Eindruck noch einmal nachdrücklich unterstreichen.

Der neue Bundeschampion der vierjährigen Hengste ist einer, den im Vorfeld wohl niemand auf der Liste hatte. Vier Tage vor dem Hannoveraner Reitpferdechampionat in Verden kam Don Martillo v. Don Juan den Hus-Benetton Dream zu Ann-Christin Wienkamp. Bis dahin war er im Stall seines Züchters und Besitzers Axel Windeler von dessen Bereiterin Ulrike Hatzl ausgebildet und bereits einige Male in Reitpferdeprüfungen vorgestellt worden. Vier Tage sind nicht viel Zeit zum Kennenlernen. Beim Hannoveraner Championat lief es trotzdem gut für den langbeinigen und noch in der Entwicklung stehenden Rappen und seine neue Reiterin: Silber hinter Bon Coeur. Den konnte Don Martillo nun in Warendorf ganz locker hinter sich lassen. Nach seinem Sieg in der Qualifikation trat er als Favorit an und wurde seiner Rolle voll gerecht.

„Schwächste“ Grundgangart war der Trab, der eine 8,5 erhielt. Er zeichnet sich durch viel Takt, Gleichmaß, Elastizität und Schulterfreiheit aus. Ein bisschen Geschmackssache ist das gerade Vorderbein des Hengstes. Super sind Schritt und Galopp, die beiden Grundgangarten, die erfahrungsgemäß am wenigsten durch die Ausbildung zu beeinflussen sind und bei denen man auf das naturgegebene Talent des Pferdes angewiesen ist. Don Martillos Galopp zeichnet sich durch natürliche Erhabenheit, gutes Unterspringen und insgesamt einen runden Bewegungsablauf über den Rücken zur Hand aus, 9,5. Beim Schritt braucht man nur eins zu sagen: 10,0. „Besser geht’s nicht!“, betonten die Richter. Der Hengst dehnte sich ganz gleichmäßig voller Vertrauen an die Hand heran und marschierte fleißig und völlig unbeeindruckt von seiner Umwelt mit maximalem Raumgriff und Taktsicherheit durchs Viereck. Das war übrigens die einzige Zehn des heutigen Tages. In der Rittigkeit hätte man sich für die beständig weiche Anlehnung und das vertrauensvolle selbstverständliche Mitarbeiten des Hengstes auch mehr als 8,5 vorstellen können. Alles in allem ergab das 44,50 Punkte, mit denen Don Martillo in den Fremdreitertest einzog.

 

Stephanie Fiedler vom Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse und Richard Hannöver konnten das Reitgefühl, das Ann-Christin Wienkamp als „mega“ bezeichnet, nur bestätigen: 19 Punkte. Das war die höchste Bewertung aller Finalisten.

Silber ging wie schon im Vorjahr an den ebenfalls hannoversch gezogenen Bon Coeur v. Benetton Dream-Sandro Hit (Z.: Birgit Tietjen). 2015 saß noch Lena Berwe im Sattel des Rappen, dieses Jahr stellte Christin Schütte ihn für den Zuchtstall Wahlers vor. Leider kamen die Qualitäten des Hengstes heute nicht voll zur Geltung, weil er beständig recht eng in der Halseinstellung war und ziemlich über Tempo durch die Prüfung gejagt wurde. Das ändert aber nichts an der Grundqualität des Schwarzen, besonders an seinem fleißig gesprungenen Galopp mit energischem Abdruck über viel Boden (9,0). Der Trab erhielt heute „nur“ eine 8,0, die Rittigkeit eine 8,5. Mit 8,5 bzw. 42,50 Punkten insgesamt zog der Rappe in den Fremdreitertest, wo er es auf 18 weitere Punkte brachte.

Der dritte im Bunde der Finalisten war der bildschöne westfälische Fuchs Villeneuve v. Vitalis-Dancier (Z.: Edeltraud Hähn) unter Laura Strobel, Bereiterin bei Mannschaftsolympiasiegerin Dorothee Schneider. Die war heute persönlich als TT mit nach Warendorf gekommen und half dabei, Villeneuve für die Präsentation an der Hand vor den Richtern schick zu machen. Wie man es aus dem Stall Schneider kennt, gefiel auch Villeneuve – Prämienhengst der westfälischen Körung 2014 – durch solides Gerittensein. Seine ausgeglichene Qualität in allen drei Grundgangarten wurde durchgängig mit der Note 8,5 bewertet. Lediglich im Schritt gab es eine 8,0. Die Fremdreiter gaben auch ihm 18 Punkte, so dass er in Summe mit einem halben Punkt Abstand Bronze holte.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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