BuCha – Dreijährige: Solide Qualität auf dem Reitpferdeviereck

Sieger der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache: Quizmaster v. Quasar de Charry unter Jessica Lynn Andersson.

(© Sieger der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache: Quizmaster v. Quasar de Charry unter Jessica Lynn Andersson.)

Viele gute bis sehr gute Pferde sah man heute auf dem Reitpferdeviereck in der Qualifikation der dreijährigen Stuten und Wallache beim Bundeschampionat in Warendorf, die alle dicht beieinander lagen. Ein eindeutiger Favorit? Bis jetzt noch nicht in Sicht!

Der Sieg ging schließlich den großlinigen dunkelbraunen Hannoveraner Quizmaster v. Quasar de Charry aus einer Mutter v. Velten Third. Der Drittplatzierte des Hannoveraner Reitpferdechampionats wurde von Klaus Küver gezogen, gehört Mathieu Beckmann und wird von Jessica Lynn Andersson vorgestellt. Offensichtlich war seine gute Arbeitseinstellung. Fleißig und schon recht sicher an den Hilfen präsentierte er sich während der gesamtem Prüfung (Ausbildungsnote 9,0). Insbesondere die großzügige Bergaufgaloppade und der eifrige, raumgreifende Schritt wussten zu begeistern (9,0 und 9,5). Im Trab erschien Quizmaster solide und elastisch, aber nicht mit überragender Mechanik (8,5). Typ und Gebäude bewertete die Jury als glatt „gut“. Machte unter dem Strich eine 8,8.

Oldenburger Reservesiegerin, Landeschampionesse und Mitfavoritin fürs Bundeschampionat: Flora de Mariposa. Foto: Beelitz

Oldenburger Reservesiegerin, Landeschampionesse und Mitfavoritin fürs Bundeschampionat: Flora de Mariposa. Foto: Beelitz

Gleich zu Anfang der Prüfung begeisterte das zweitplatzierte Pferd: die aktuelle Oldenburger Landeschampionesse und Reservesiegerin der Eliteschau, Flora de Mariposa v. Fürstenball (mal wieder!)-Rubin-Royal (Z.: Carsten Middendorf, Dinklage) mit Hermann Gerdes im Sattel. Die schick aufgemachte Dunkelbraune (B.: Rolf Moormann) glänzte ebenfalls mit einem sehr guten bis ausgezeichneten Schritt (9,5), galoppierte ebenfalls betont bergauf und trabte mit Ausdruck, schwungvoll und leichtfüßig (9,0). Im Bereich Ausbildung erhielt sie eine 8,5 und fürs Gebäude ebenfalls eine glatte 8. Das ergab die Durchschnittsnote von 8,7.

Eine weitere Oldenburger Stute belegte Rang drei: die Totilas-Tochter True Love, die von Familie Rath/Linsenhoff aus einer Mutter v. Florencio gezogen wurde. Die Schwarze war Vierte gewesen beim Landeschampionat. Sie besticht, wenn sie sich in Bewegung setzt. Sie wirkt ein wenig gedrungen, aber ihre Bewegungen sind raumgreifend und schwungvoll mit Mechanik und Fleiß im Trab (8,5), einem energisch bergauf angelegten Galoppsprung (9,0) und einem soliden Schritt (8,5). Dabei zeigte True Love sich unter ihrer Reiterin Wibke Hartmann-Stommel, fleißig und altersgerecht gefestigt in Takt, Losgelassenheit und Anlehnung (Ausbildung: 9,0). Das Gebäude wurde mit 8,0 bewertet. Das ergab eine 8,6 in Summe.

Und auch die blaue und die rote Schleife gingen an Pferde mit dem „O“ wie Oldenburg im Equidenpass. Hübsch und rundum solide präsentierte sich der Viertplatzierte und Dritte des Landeschampioats, Flying Dancer v. Fürst Romancier-Sir Donnerhall (Z. u. B.: Wilhelm Hoffrogge), den ebenfalls Hermann Gerdes vorstellte. Er erhielt eine 8,5 in allen Teilbereichen und damit logischerweise auch in der Endnote.

Platz fünf teilten sich zwei Pferde mit jeweils einer 8,2. Etwas hinter den Erwartungen zurück blieb die Oldenburger Siegerstute Fiesta Danza v. Fürstenball-Weltmeyer aus Zucht und Besitz von Johannes Westendarp und vorgestellt durch Alexa Westendarp. Während der gesamten Trabtour fragte man sich, ob die eigentlich sehr leichtfüßige und fleißig von hinten unter den Schwerpunkt tretende Dunkelbraune nicht doch unklar geht. Sie wäre heute nicht das einzige Pferd gewesen, welches aus diesem Grund von den Richtern aus der Prüfung genommen worden wäre. Aber das geschah nicht. Stattdessen gab es eine 8,5 für diese Grundgangart, genau wie für den ansprechenden Galopp. Im Schritt und den übrigen Kriterien gab es jeweils eine glatte 8,0.

Neben Fiesta Danza stand in der Platzierung der Hannoveraner Felix v. Foundation-Weltmeyer (Z.: ZG Walker, B.: Christian Heinrich) mit Anne-Kathrin Pohlmeier im Sattel. Der Braune zeigte während der Prüfung etwas Widerstand im Genick, was wohl auch auf seine Hals- und Genickformation zurückzuführen ist, die es ihm nicht ganz leicht zu machen scheint, sich beizäumen zu lassen. Für Typ und Gebäude gab es die 7,5. Ansonsten Bewertung zwischen 8 und 8,5.

Gleich drei Pferde landeten mit jeweils einer Druchschnittsnote von 8,1 auf dem siebten Platz, zwei Hannoveraner und eine Bayern Stute. Fantastica v. Floriscount-Weltruhm (Z.: Inge Gärtner, B.: ZG Mues) war das erste Pferd in der ersten Abteilung und machte ganz den Eindruck eines soliden Ausbildungspferdes, das wie bei ihrem Alter nicht anders zu erwarten noch mitten in der Entwicklung steht. Bettina Nunnenkamp stellte sie vor und erhielt jeweils eine glatte 8  für Trab und Galopp sowie die 8,5 in Schritt und Ausbildung.

Noch ähnlich unfertig, aber von ihren Anlagen her überragend ist die Rappstute Superb v. Surprice-Donautanz (Z. u. B.: Marion Gabel) mit Marlene Heye, Siegerin des Hannoveraner Reitpferdechampionats. Sie trabte noch nicht ganz losgelassen und dementsprechend unausbalanciert, aber mit viel Elastizität und Leichtfüßigkeit (7,5). Da kann man sich hineindenken! Die Noten für Galopp und Schritt sprechen für sich (jeweils 9,0). Hinzu kamen eine 8 für den Bereich Ausbildung und eine glatte 7 für Typ und Gebäude. Wobei die Stute wie gesagt auch noch absolut am Anfang ihrer Entwicklung steht (worüber man sich bei einer Dreijährigen ja eigentlich freut!).

Die Dritte im Bunde der Siebtrangierten war die Bayerstute Lorena v. Lord Leopold-Royaldik unter Meike Lang. Zur Welt kam die Stute bei Stefan Heimpel. Inzwischen gehört sie Thomas Casper, dem Chef des Gestüts Birkhof, wo auch die beiden direkten Väter von Lorena zuhause sind. Sie erhielt im Trab die 7,5, eine 8,5 im Galopp die glatte 8 in den Bereichen Schritt und Ausbildung sowie eine 8,5 für ihren großlinigen Körperbau und ihren Typ.

Am prominentesten vertreten in dieser Qualifikation waren eindeutig die Nachkommen des rheinischen Stempelhengstes Florestan. Er stellte sieben der 23 Pferde, drei davon über Fürstenball. Eine weitere auffällige Häufung gab es beim L-Blut des Holsteiners Landgraf über Lord Sinclair. Aus dieser väterlichen Linie kamen drei Pferde. Jeweils zwei stellten Jazz (über Boston und Don Juan de Hus), Donnerhall und Sandro Hit.

 

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.