Bundeschampion der sechsjährigen Springpferde aus Holstein, Top drei für Dagobertshausen

HKM Bundeschampionate 2022

Richard Vogel und Dax auf dem Weg zum Titel bei den sechsjährigen Springpferden. (© Dr. Tanja Becker/Equitaris)

Einen Geldspeicher muss man in Dagobertshausen wohl noch nicht bauen, aber eines steht fest: Die Dagbobertshauser Delegation in Gestalt von Sophie Hinners waren die Abräumer des Wochenendes beim Bundeschampionat, zuletzt im Bundeschampionat der sechsjährigen Springpferde.

Dax war der Schnellste der sechsjährigen Springpferde am Sonntagnachmittag, der Holsteiner von Dinken, MV Corrado I, galoppierte nach 39,3 Sekunden über die Ziellinie. Damit wurde der Fuchswallach unter Richard Vogel Bundeschampion 2022. Gezüchtet wurde Dax von Dirk-Georg Jessen, Besitzer ist Robin Will.

Mit seinem zweiten Pferd im Titelkampf versuchte Vogel diese Zeit zu toppen, beinahe gelang ihm das sogar. Cornet XL, der Hengst von Cornet Obolensky, MV ist Carsten-Otto Nagels Derby-Sieger Lex Lugar, kam ganz nah an seinen Stallnachbarn aus Dagobertshausen heran. Nach 39,57 Sekunden war er im Ziel. Als Vize-Bundeschampion konnte der Hannoveraner aus der Pferdezucht Dr. Rowold die Rückreise nach Hessen antreten und seine Besitzerin Ursula Rechle sich die Silbermedaille in die Vitrine legen.

Um den Medaillensatz für das Team Dagobertshausen rund zu machen, komplettierte Viva Las Vegas, eine Holsteiner Schimmelstute v. Vagabond de la Pomme, MV Cancara, den Erfolg mit dem Gewinn der Bronzemedaille (39,98 Sek.). Matthias Wittke ist Züchter und Besitzer der Holsteinerin, Sophie Hinners im Sattel bewies einmal mehr, dass sie nicht nur richtig schön, sondern auch ganz schön schnell reiten kann.

Weitere Platzierte

Darum bemühte sich auch Hannes Ahlmann mit Coquetto, dem Cornet Obolensky Sohn, MV Casquetto. Der Holsteiner Hengst überwand in mächtigen Sätzen die Sprünge. Für eine reelle Chance gegen die drei Medaillengewinner fehlte dem Dunkelbraunen aber noch das letzte Quäntchen Beschleunigung auf den Galoppstrecken. Strafpunktfrei, 40,27 Sekunden, waren ein sehr gutes Ergebnis für den Dunkelbraunen aus der Witt Pferdezucht GmbH, Besitzer Dr. Peter Schütte.

Leonard Runge war mit Lopetzk als erster Starter im Stechparcours geritten, den elf der 40 Starter aus dem Umlauf erreicht hatten. Mit den benötigten 40,81 Sekunden für ihre strafpunktfreie Runde hatte das Paar die Messlatte für die  die nachfolgenden Reiter schon mal ziemlich hoch gehängt, das zeigte sich im Laufe des Stechens. In der Endabrechnung platzierte sich der OS Wallach v. Lord Pezi Junior, MV Balou du Rouet, an fünfter Stelle. Ute Wiegand ist Züchterin und Besitzerein des Lopetzki.

Den sechsten strafpunktfreien Ritt lieferte Chardonnay ab, der DSP Wallach von Chacco Chacco, MV Ginsberg. Seine Reiterin Carolin Zell ließ es ruhig angehen, lieferte eine sichere, ruhige Runde und rangierte mit 50,93 Sekunden auf Platz sechs.

Des Parcourschefs Augenmaß

Parcourschef Peter Schumacher war maßgeblich verantwortlich, dass das Springen am Sonntagnachmittag zu einem Highlight des Bundeschampionat wurde. Bei der Leistungsdichte der angetretenen Pferde auch in dieser Altersklasse, die im Finale unterstrichen wurde, war es ein Meisterstück, dass nicht mehr und nicht weniger Pferde als das beste Viertel das Stechen erreichen. Der Stechparcours forderte Springvermögen, Wendigkeit und Grundschnelligkeit ab. Das war, nachdem die Sechsjährigen in den Qualifikationen nur nach Noten rangiert wurden, eine weitere Prüfung der Eignung zum Springpferd mit Zukunft und ein gelungener Abschluss eines gelungenen Championats auf dem Springplatz.

Die Abräumer

Das Duo Vogel/ Hinners hat von vier Finals drei gewonnen. Richard Vogel den „Großen Preis von Warendorf“, im Finale der Sechsjährigen stellte er den Gold- und Silbermedaillengewinner vor, Sophie Hinners den Drittplatzierten. Hinners siegte mit Kalifa im Finale der Fünfjährigen, bei den Siebenjährigen wurde Vogel Zweiter, Hinners Dritte.

Bemerkenswert die Erfolge sicher auch aus finanzieller Sicht: Immerhin waren die Finals mit satten 25 000,- Euro ausgeschrieben, die Reise von Hessen nach Westfalen hat sich also in jedem Fall gelohnt.

Übrigens, der zehnjährige United Touch S (S für Züchter und Besitzer Julius-Peter Sinnack), mit dem Vogel den ersten „Großen Preis von Warendorf“ für achtjährige und ältere Pferde gewonnen hat, war nicht nur 2017 Vize-Bundeschampion unter Hendrik Dowe, er zeigte in Warendorf auch, dass er seine Qualitäten vererbt. Nicht weniger als fünf seiner Kinder sprangen bei den Fünfjährigen im Finale.