Bundeschampionate: In Zukunft einiges neu, einiges anders

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(© St.GEORG)

Seit Jahren heißt es, das Bundeschampionat müsse sich verändern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nun hat Warendorf reagiert. Heute wurden die Pläne für die Zukunft des „Schaufensters der deutschen Pferdezucht“ vorgestellt.

Insgesamt sind es rund 40 Maßnahmen, die die Bundeschampionate für alle Beteiligten attraktiver machen sollen, für Pferde, Reiter und Zuschauer, für Aussteller und Sponsoren. Das Bundeschampionat sei wie ein Bild, das an manchen Stellen etwas verblasst sei, sagt Volker Wulff von der Veranstaltungsagentur Engarde. „Nun hängen wir ein neues ,Herzlich willkommen!‘ Schild auf“, ergänzt der Turnierveranstalter. Den Neuerungen bei den Bundeschampionaten sind diverse Sitzungen vorausgegangen. Bereits vor acht Jahren und dann noch einmal vor drei Jahren waren Menschen aus den unterschiedlichsten Fachgruppen in Warendorf zu Workshops zusammengekommen. Vertreter von Zuchtverbänden, Pferdehändlern aus dem In- und Ausland, Reiter, Ausbilder und Presse hatten diskutiert. Auch die jeweils bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zuständigen Verantwortlichen saßen in den Gesprächsrunden.

Neuerungen bei den Bundeschampionaten

Maßgeblich an dem neu angedachten Ideen war unter anderem Markus Scharmann, der seit 2019 Turnierleiter der Veranstaltung ist. Volker Wulff sagt, „alle waren sich einig, dass man die Veranstaltung will“. So habe man die Defizite der Bundeschampionate aufgezeigt und sei an die Verbesserung gegangen. Und womit? „Mit 100.000 Euro zusätzlichem Preisgeld!“ Diesen Betrag habe die FN abgesichert. Doch nicht nur in Sachen Gewinngelder wird sich einiges verändern.

 Ich würde das bestehende Motto ‚Jedes Jahr ein wenig besser‘ ergänzen wollen um: ‚Es gibt keine Probleme, nur Lösungen‘.

Markus Scharmann, Turnierleiter vor seinem Start in dem Job im August 2019

Springen

  • Aus dem Warendorfer Youngster-Championat wird das Bundeschampionat der siebenjährigen Springpferde.
  • Für achtjährige und ältere Pferde gibt es sozusagen ein Ehemaligentreffen, eine Prüfung nur für ehemalige Qualifizierte, die mindestens eine S*-Platzierung aufweisen.
  • Jedes Finale ist künftig mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert. Das bedeutet eine massive Aufwertung der Entscheidungsprüfungen. Bislang gab es bei den Fünf- und Siebenjährigen 5000 Euro und bei den Sechsjährigen 6000 Euro. Die Prüfung für die „Bundeschampionats-Alumni“ ist ebenfalls mit 25.000 Euro dotiert. Auch die Qualifikationen werden deutlich lukrativer.
  • Bei den Sechsjährigen wurden die Qualifikationsanforderungen geändert. Künftig ist man mit einer Wertnote von 8,0 und besser startberechtigt in Warendorf. Bislang musste zusätzlich noch eine M-Platzierung in einem regulären Springen vorliegen. Dies entfällt nun und entzerrt den Turnierplan der Sechsjährigen vor dem Start in Warendorf.
  • Es wird keine kleinen Finals der fünf- und sechsjährigen Springpferde mehr geben. Diese fanden bislang am Samstag statt. Stattdessen werden nun die zweiten Qualifikationen auf den Samstag verlegt.
  • Alle Springen für die achtjährigen und älteren Pferde finden nun unter Flutlicht statt. Dafür werden auf der Burandtwiese, dem Springstadion, Flutlichtmasten errichtet. Man verspricht sich davon die Entzerrung des Zeitplans und die Möglichkeit, Abendveranstaltungen durchzuführen.
  • Am Springplatz wird es zudem eine weitere überdachte Tribüne ohne feste Plätze geben. Wer einen garantierten Sitzplatz unter Dach haben möchte, kann sich den weiterhin für zusätzlich fünf Euro beim Erwerb der Eintrittskarte sichern.
  • Neuerungen wird es auch im Stallbereich geben. Wo früher Sandboden war, wird nun Gras gesät und es werden mehrere Waschplätze für die Pferde eingerichtet.
  • Auf dem Vorbereitungsplatz wird es künftig zwei abgetrennte Longierzirkel für die Springpferde geben.

Reitpferde/-ponys

  • Die Qualifikation für die vierjährigen Stuten und Wallache findet künftig bereits am Mittwoch statt. Auf diese Art und Weise sollen den Teilnehmern am Donnerstag mehr Trainingszeiten ermöglicht werden.
  • Es wurde festgelegt, dass im Finale immer drei Pferde bzw. Ponys auf dem Viereck gleichzeitig gehen, um sicherzustellen, dass bei Ausfällen kein Pferd allein aufs Viereck muss.
  • Die Aufgabe für die Pferde unter den Fremdreitern wird überarbeitet, um sie zu verkürzen.
  • Wie schon 2019 eingeführt, werden die Reitpferde und -ponys auch weiterhin in den festen Boxen am Bundesstützpunkt untergebracht.

Vielseitigkeit

  • Für die Vielseitigkeitspferde wird es ein anderes Bewertungssystem geben. Dressur, Springen und Gelände fließen künftig im Verhältnis 1:1,5:2 mit in die Bewertung ein. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Ergebnis im Gelände.
  • Ab 2020 gibt es für die fünf- und die sechsjährigen Vielseitigkeitspferde eine Geländebesichtigung im Schritt.
  • Bei den Geländeponys wird die Altersbegrenzung aufgehoben. Stattdessen gibt es nun eine Obergrenze für das Gewicht der Reiter von 62 Kilogramm.

Allgemeines

  • Für die Züchter genannter Pferde gibt es Dauerkarten.
  • Dasselbe gilt für die Veranstalter von Qualifikationen.
  • Die weiteren vorhandenen Hallen und Plätze am Bundesstützpunkt sollen den Teilnehmern vermehrt zum Training zur Verfügung gestellt werden.
  • Für die Pfleger wird es eine bessere Versorgung zu vergünstigten Preisen geben.
  • Das Parken wird nun kostenlos.
  • Starterlisten gibt es ebenfalls gratis.
  • Es wird einen Shuttleservice auf dem Gelände geben.
  • Die Laufwege sollen verbessert werden.
  • Die FN-Serviceleistungen wie Eintragung, Besitzwechsel etc. können nun vor Ort im FN-Infobereich auf dem Hauptplatz vorgenommen werden.

Und auch im Dressurbereich gibt es eine Neuerung, sagt Volker Wulff: „Die Reiterbindung wurde hier aufgehoben“, sprich qualifiziert sich ein Pferd für die Bundeschampionate der Fünf- und Sechsjährigen, kann es auch unter einem anderen Reiter in Warendorf an den Start gebracht werden.


UPDATE Wir haben diese Meldung nach einem Gespräch mit Veranstalter Volker Wulff ergänzt.

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