Erneut ein positiver Dopingtest bei Westfalen-Körung, Helgstrand will Hengst zurückgeben, Verband weigert sich

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Darling's Dream bei Helgstrand Dressage (© www.helgstrand.com)

Im vergangenen November erwarb Helgstrand Dressage den Reservesieger der Westfalen-Körung, Darling’s Dream v. Diamond Deluxe. Doch der Dopingtest war positiv, wie sich später zeigte. Helgstrand will den Hengst zurückgeben. Doch das gestaltet sich als schwierig.

Der Stall Helgstrand selbst berichtet auf seiner Homepage über den Fall. Demnach wurden sie im Januar von dem positiven Dopingtest ihres auf der Westfalen-Körung 2020 erworbenen 1. Reserve-Siegers Darling’s Dream v. Diamond de Luxe-Lissaro aus der Zucht und ausgestellt von Wilhelm Rüscher-Konermann in Greven unterrichtet.

„Es stellte sich heraus, dass der Hengst positiv auf Präparate getestet wurde, die zum Zeitpunkt der Auktion und Körung auf der Dopingliste der FEI standen, und dass der Hengst daher sowohl zum Zeitpunkt der Körung als auch bei der Auktion von verbotenen Substanzen beeinträchtigt war.

Dies ist nicht das erste Mal, dass wir dieses beim Kauf von Auktionspferden erlebt haben (2019 im Fall des Siegerhengstes Dynamic Dream, Anm. d. Red.).

Daher haben wir den Zuchtverband und die für die Auktion zuständige Abteilungsleiter in Westfalen gebeten, den Auktionskauf aufzuheben, da unsere Entscheidungsgrundlage für den Kauf offensichtlich falsch war.“

Doch der Verband habe die Anfrage im eigenen Namen wie auch im Namen des Verkäufers abgelehnt. Auch der Körstatus des Hengstes sei beibehalten worden.

Andreas Helgstrand selbst kommentierte: „Als verantwortungsbewusstes, wertorientiertes Unternehmen, das Pferde auf hohem Niveau züchtet, ausbildet und kauft/verkauft, kann Helgstrand Dressage nicht länger akzeptieren, dass verbotene Substanzen bei der Körung und beim Umsatz auftreten“, sagt CEO und Gründer Andreas Helgstrand und fügt hinzu: Der Hengst Darling’s Dream hat bei der Körung und der anschließenden Auktion nicht sein wahres Bild gezeigt.

Der Hengst wird daher unseren Züchtern nicht angeboten.

Wir können nicht verstehen, dass der Westfälische Zuchtverband, der auch für die Auktion zuständig war, nicht sofort die Konsequenz zieht und das Pferd zurücknimmt.

Wir werden die Anforderung für die Rückgabe des Pferdes an den Verband und Verkäufer aufrechterhalten, und falls notwendig die rechtlichen Schritte, die bereits eingeleitet sind, fortführen.“

www.helgstranddressage.com/de

Das sagen die Westfalen

Eine ausführliche Stellungnahme seitens des westfälischen Verbands soll es morgen geben. Vorab haben die Westfalen aber bereits folgendes auf ihrer Homepage veröffentlicht, was uns von Zuchtleiter Thomas Münch auch so bestätigt wurde:

„Um nach der Veröffentlichung der Helgstrand Dressage ApS den bereits aufkommenden Gerüchten entgegen zu wirken, sei vorab klargestellt, dass es sich bei dem positiven Medikationsbefund keinesfalls um eine bewusst manipulativ vorgenommene Beeinflussung des Hengstes gehandelt hat, sondern um eine Futtermittelkontamination mit Coffeein auf Grund einer verunreinigten Futtermittellieferung des Herstellers.“