Forever Valentine Bundeschampionesse der sechsjährigen Dressurpferde

Bundeschampionate

Siegerehrung mit Züchterinnen und Holzpferd für Thomas Schulze und Forever Valentine (© Sabine Wegener/Equitaris)

Wo die Richter heute auf dem Reitpferdeviereck beim Bundeschampionat 2021 großzügig waren, waren sie am Dressurviereck eher geizig mit ihrer Notenvergabe. Rundum überzeugen konnte sie im Finale der Sechsjährigen allerdings ein Pferd, das seine Karriere einst mit dem Arbeitstitel „Fahrrad“ begann.

Forever Valentine v. Franziskus-Laurentio ist die neue Bundeschampionesse der sechsjährigen Dressurpferde mit der Gesamtnote von 8,5, die sich zusammensetzte aus 8,5 für Trab und Schritt, 9,0 für den Galopp, 8,0 für die Durchlässigkeit und 8,5 für die Perspektive.

Forever Valentine ist das gemeinschaftliche Zuchtprodukt der ZG Henrichmann, Pötter und Schulze-Lefert. Zur Welt kam die Westfalen-Stute auf dem Hof der Eltern von Georgia Schulze-Lefert. Und weil dort alle ungeborenen Fohlen in Unkenntnis des Geschlechts neutrale Namen bekommen und ihre Stallkollegin tragend von Molière war, bekamen die beiden Hoffnungsträger in spe die „Arbeitstitel“ Fahrrad und Moped. „Wir dachten, das könnte ganz lustig sein, wenn es dann heißt, ,Fährst du mit dem Fahrrad zum Turnier?‘ – ,Nee, ich nehme das Moped'“, so Schulze Lefert.

Nun, dieses Fahrrad ist eines, das seinem Fahrer wenig Energie abverlangt, aber viel Spaß macht! Was für ein Hinterbein, was für eine natürliche Kadenz! Was für ein Schwung! Kein Wunder, dass Reiter Thomas Schulze sagt, so ein Pferd habe er noch nie gehabt. Wobei er das auch auf den Charakter der Stute bezieht: „Sie guckt jeden Tag aus der Box und freut sich, wenn sie mit mir etwas unternehmen kann. Ein Pferd das so für seinen Reiter ist, das ist einfach einzigartig.“ Was Schulze besonders freut: Besitzerin Caroline van Zele will sie behalten und er darf sie weiter ausbilden.

Was er mit seinem Ehrenpreis, einem Holzpferd der Aktion „Pferde für unsere Kinder“ anstellt, weiß er übrigens schon: „Meine Mutter arbeitet in einem Hospiz und meine Schwester in einem Heim für Schwerbehinderte. Dahin geht es.“

Silber an den Nachrücker

Das Pferd auf dem Silberrang hatte einen zusätzlichen Auftritt auf dem Warendorfer Viereck. Als Sieger des kleinen Finales rückte der DSP-Fuchs Sheldon Cooper v. Secret-Rosenstein (Z.: Enrico Schöbel) mit seiner Besitzerin Carina Harnisch ins Finale vor und konnte die Richter hier so überzeugen, dass sie in Trab und Galopp die 9 gaben. Für die Durchlässigkeit gab es die 8, für die Perspektive 8,5 und für den Schritt die 7. Das ergab eine Endnote von 8,3.

Geteiltes Bronze

Auf dem Bronzeplatz standen zwei Pferde mit jeweils 8,2. Das war zum einen der Zweitplatzierte der Qualifikation, der Hannoveraner Hengst Famous K v. Finest-Londonderry (Z.: Martina Knetsch), der mit Leonie Richter eine sehr harmonische Runde in ganz feiner Anlehnung drehte, allerdings eine Taktstörung im ersten starken Trab hatte und im Galopp einmal umsprang, weshalb er in der Durchlässigkeit nur eine 7,5 erhielt. Trab und Galopp waren den Richtern eine 8 wert, der Schritt eine 9. Die Perspektive ordneten sie zwischen gut und sehr gut, also 8,5 ein.

Pferd Nummer zwei mit Bronze war die rheinische Fuchsstute Vanity Fair v. Vivaldi-Sandro Hit (Z.: ZG Wencek, B. Rhenania Pferde GmbH) unter Stefanie Wolf, ebenfalls eine Nachrückerin übers kleine Finale. Auch sie bekam in Sachen Durchlässigkeit eine 7,5 und für die Perspektive die 8,5. Dieselbe Note gab es für Trab und Schritt. Im Galopp wurde es ein glattes gut.

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