Bundeschampionat 2021: Vitalos holt den Titel bei den vierjährigen Hengsten

Bundeschampionate 2021

Vitalos v. Vitalis unter Leonie Richter (© Gesina Grömping/Equitaris)

Anders als bei den Stuten und Wallachen sah die Rangierung aus der Qualifikation beim Bundeschampionat der vierjährigen Hengste im Finale anders aus. Dennoch war es Stall Helgstrand, der die Schärpe nach Hause holte.

„Auch Richter dürfen ein Gänsehaut-Feeling erleben“, leitete Richter Gerd Sickinger seinen Kommentar zum neuen Bundeschampion der vierjährigen Hengste ein, dem ganz im Typ seines Vaters Vitalis stehenden Hannoveraner Vitalos aus einer Mutter v. De Niro-Wanderbursch II (Z.: Josef Bramlage). In der Tat beeindruckte die gewaltige Mechanik des Dunkelfuchses.

Auch wenn er nach den anstrengenden Tagen mit Übernachtung und den vielen neuen Eindrücken, die das Bundeschampionat für die Youngster mitbringt ein bisschen müde wirkte, sein Hinterbein war immer da, im Trab und im Galopp, unter der eigenen Reiterin Leonie Richter, ebenso wie unter Fremdreiterin Lisa Marie Koch. „Das macht das Vitalis-Blut so begehrenswert“, sagt Dr. Ulf Möller, Chef von Helgstrand Deutschland und Trainer des Siegerpaares. „Sie sind immer da und immer leistungsbereit.“

Entsprechend fielen die Wertnoten für Vitalos aus: 10,0 für Trab, Galopp und Ausbildung. Zusammen mit je 9,0 für Schritt und Gebäude ergab das eine Gesamtnote von 9,6.

Möller betreut Reiterin und Pferd noch gar nicht so lange. Am 1. April begann Leonie Richter, die Zwillingsschwester von U25 EM-Reiterin Ellen Richter, für Helgstrand zu reiten. Und im Frühjahr kam auch Vitalos in die deutsche Helgstrand-Dependence in Syke. Entdeckt hatte Paul Schockemöhle den Hengst als Fohlen. Bei ihm wurde er auch angeritten, ehe er zu Helgstrand wechselte, der inzwischen Mitbesitzer ist.

Silber an Ibiza Dream

In der Qualifikation war Ibiza Dream zusammen mit Vitalos Zweiter gewesen. Heute stand er alleine auf dem Silberrang mit einer 9,5 in Summe. Der Rheinländer v. Asgard’s Ibiza-Dimaggio aus der Zucht und im Besitz von Axel Windeler und vorgestellt von Sina Aringer war in der letzten Abteilung dran. Da wurde es nochmal spannend. Der kurze, abgedrehte Dunkelfuchs beeindruckt mit seiner Vorderbeinmechanik. Die Hinterhand kommt da in Sachen Aktivität nicht ganz so mit, aber schön zu sehen war die gleichmäßige zufriedene Anlehnung des Hengstes, von den Richtern beschrieben als „Selbsthaltung, die ihresgleichen sucht“. Dafür gab es die 10,0. Die wurde auch im in der Tat maximal bergauf angelegten Galopp vergeben. Für Schritt und Trab zückten die Unparteiischen die 9,0, für Typ und Qualität des Körperbaus die 9,5.

Bronze für den Qualifikationssieger

Der Sieger der Qualifikation, der Oldenburger Totilas-De Niro-Sohn Total McLaren, Enkel der Ex-Bundeschampionesse Silberaster aus der Zucht von Ralf Knauf, wurde heute Dritter mit 9,3. Auch er trat für den Stall Helgstrand an. Im Sattel saß Jana Schrödter, die ehemalige Junioren-Europameisterin, die auch erst seit wenigen Monaten die Pferde im Team Syke tätig ist. Die Richter gaben dem Rappen für den elastischen Bewegungsablauf im Trab, mit „viel Takt und Berguaftendenz“ eine 9,5. Für den Galopp „in klarem Dreitakt, bergauf, ausbalanciert mit toller Schwebephase“ eine 10,0, für den Schritt („Fleiß, Takt und Raumgriff sind vorhanden“) eine 9,0. Die Exterieurnote lautete 9,5 („wunderschöner Hengsttyp mit viel Adel und Aufriss“). Nur in der Ausbildungsnote stand eine 8 vor dem Komma. Die 8,5 begündete Sickinger mit der Forderung nach „etwas mehr Nachgiebigkeit im Genick“. Das wurde vor allem unter der Fremdreiterin deutlich. Unter der eigenen Reiterin ging Total McLaren tendenziell eher sehr hoch aufgerichtet.

Die weiteren Platzierten

Vierter wurde der Oldenburger 1,86 Meter Stockmaß-Hüne Fashion Prinz v. Fürst Romancier-Sarkozy (Z. Gestüt Lewitz, B.: Hof Kasselmann) unter Frederic Wandres mit einer 9,2.

8,9 gab es für Beatrice Hoffrogge und den ebenfalls oldenburgisch gezogenen Zuperman, ein Sohn des Vincent Maranello aus einer Destano-Mutter (Z.: Dr. Stefan Tietje), der Hoffrogge selbst gehört.

Mit 8,7 teilten sich Baccardi’s Best v. Baccadi-Rocky Lee (Z. u. B.: Wilhelm Rüscher-Konermann) mit Stefanie Ahlert und der Schafhof-Hengst Fiducioso v. Foundation-Dancier (Z.: Guido Kamphorst) mit Jessica Lynn Thomas (SWE).