Hannoveraner Verband: Aufsichtsratsvorsitzende Zwingmann tritt wegen mangelnder Transparenz nicht wieder an

Hannoveraner Verband-Dieta-Denkmal

(© www.st-georg.de)

Beim Hannoveraner Verband gibt es neue Verwerfungen in den Führungsgremien. Per Pressemitteilung hat Ernestine Zwingmann bekannt gegeben, dass sie nicht wieder für den Vorsitz des Aufsichtsrats kandidieren wird. Gründe: Mangelnde Transparenz und ehrliche Zusammenarbeit unmöglich.

Auch weiterhin herrscht nicht Friede, Freude, Eierkuchen beim Hannoveraner Verband. Trotz finanziell erfolgreicher Hengstauktion gibt es in der Führungsetage offenbar Verwerfungen.

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Der Aufsichtsrat des Hannoveraner Verbandes muss ab kommenden Jahr ohne seine aktuelle Vorsitzende auskommen. Ernestine Zwingmann, die das Amt sei Mitte 2020 bekleidet, will sich nicht zur Wiederwahl stellen. Nach turbulenten Jahren im Hannoveraner Verband hatte eine Kommission neue Strukturen entwickelt. Dazu zählte unter anderem der Aufsichtsrat, dem die Pferdezüchterin, die u.a. auch im Prüfungsausschuss der IHK Hannover im Bereich Personalmanagement engagiert ist, vorgesessen hat.

In einer Pressemitteilung hat Zwingmann heute ihre Gründe offengelegt. Sie sei angetreten, um Transparenz und gemeinsame Zusammenarbeit und damit einen Richtungswechsel in den Entscheidungsprozessen des Hannoveraner Verbandes zu etablieren. Nach eineinhalb Jahren ihrer Tätigkeit als Vorsitzende des Aufsichtsrats habe sie bei der „Abarbeitung von wesentlichen, risikobehafteten Vorgängen die Transparenz in der Zusammenarbeit mit dem Präsidium leider nicht erfahren“, schreibt sie. Man habe ihr Zugang zu Informationen verwehrt und sie habe es so empfunden, als wolle man Druck auf sie ausüben.

Vorsitzende: Aufsichtsrat des Hannoveraner Verbandes unterstützt nicht

Außerdem habe auch der Aufsichtsrat sie nicht in ihrer Vorgehensweise unterstützt: „Dies hat der Aufsichtsrat durch die Ablehnung der von mir vorgelegten Anträge auch zur Durchsetzung der Informationsbeschaffung beim Präsidium bestätigt. Die Bearbeitung der Beschlüsse wurde vollumfänglich abgelehnt. Meine kritische Grundhaltung wird von der Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder als Misstrauen und als ein zerrüttetes Verhältnis gegenüber dem Präsidium bewertet.“

Aus diesen Gründen, wolle Zwingmann bei der turnusmäßigen Wahl 2022 nicht erneut für den Vorsitz des Aufsichtsrats kandidieren.

Die Pressemitteilung finden Sie hier im Wortlaut, eine Stellungnahme des Hannoveraner Verbandes war nicht zu erhalten.

„In den vergangenen Wochen habe ich mich sehr oft mit dem Gedanken befasst, wie ich mich zu einer Wiederwahl in der kommenden Delegiertenversammlung äußern und verhalten soll. Dabei war es wichtig, mir die Gründe vor Augen zu führen, weshalb ich dieses Amt übernommen habe.

Bei meiner Wahl zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats im August 2020 habe ich für einen Richtungswechsel mit Transparenz und gemeinsamer Zusammenarbeit geworben. In der Funktion als Vorsitzende des Aufsichtsrats habe ich im vergangenen Jahr bei der Abarbeitung von wesentlichen, risikobehafteten Vorgängen die Transparenz in der Zusammenarbeit mit dem Präsidium leider nicht erfahren.

Der Aufsichtsrat soll das Präsidium und das Hauptamt beaufsichtigen und beraten. Eine Beaufsichtigung und Beratung im Sinne der gewünschten Gremienstruktur war in der Vergangenheit aufgrund der zwar eingeforderten, aber nicht gewährten Einbindung in die Prozesse nicht möglich. Auskünfte über die Grundlagen, die zu Arbeitsergebnissen geführt haben, wurden mir trotz mehrfacher Anforderung von den zuständigen Präsidiumsmitgliedern nicht gegeben. Ich habe eher empfunden, dass man mich hier unter Druck setzen wollte.

Leider sind meine Einforderungen von Informationen zu Vorgängen des Präsidiums auch nicht von der Mehrheit des Aufsichtsrats mitgetragen worden. Dies hat der Aufsichtsrat durch die Ablehnung der von mir vorgelegten Anträge auch zur Durchsetzung der Informationsbeschaffung beim Präsidium bestätigt. Die Bearbeitung der Beschlüsse wurde vollumfänglich abgelehnt. Meine kritische Grundhaltung wird von der Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder als Misstrauen und als ein zerrüttetes Verhältnis gegenüber dem Präsidium bewertet.

Für mich schließt sich damit der Kreis. Aus meiner Sicht sieht es danach aus, dass ich das notwendige Vertrauen im Aufsichtsrat des Hannoveraner Verbandes nicht mehr genieße. Daneben werde ich auch meiner Einstellung untreu, denn meine Wahlankündigung bestand darin, einen Richtungswechsel hin zu Transparenz und ehrlicher Zusammenarbeit einzuleiten. In der aktuellen Konstellation mit Präsidium und der Mehrheit des Aufsichtsratsgremiums ist dies nicht möglich.

Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, bei der turnusgemäßen Wahl in der kommenden Delegiertenversammlung nicht mehr für die Position der Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu kandidieren.

Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Mitarbeitern des Hannoveraner Verbandes für die erfolgte Zusammenarbeit und wünsche dem Hannoveraner Verband und den Gremien bei der Gestaltung der Zukunft viel Erfolg.“