Starke Dressurhengste bei Oldenburger Körung

Oldenburger Siegerhengst v. Millenium-Rubin Royal

(© LL-Foto/Oldenburger Verband)

755.000 Euro kostete der Siegerhengst der Oldenburger
Körung. Der Millenium-Sohn steht zukünftig im Gestüt Bonhomme bei Berlin. 24
Hengste wurden gekört, sieben von ihnen prämiert. Diesmal gab es weniger
Hengste, die auf Sandro Hit väterlicherseits zurückgingen im Oldenburger
Pferdezentrum Vechta zu sehen. Die Donnerhall-Linie dominierte einmal mehr
unter den frisch-gekörten Hengsten.

So sieht eine Dressurpferd aus: Schwarz, bewegungsstark in allen drei Grundgangarten und auch noch wunderschön. Unangefochten stand der bei Heinrich Vahle, Friesoythe, gezogene Rappe an der Spitze eines qualitativ hochwertigen Jahrgangs im Oldenburger Pferdezentrum Vechta. 21 von 38 Hengsten wurden gekört. Eine Prämie erhielten sieben. Mit dem Oldenburger Champion hat der Trakehner Hengst Millenium innerhalb von vier Wochen seinen zweiten Siegerhengst  aus dem ersten Deckeinsatz gestellt. Die Mutter führt über Rubin Royal, De Niro und Rubinstein drei Grand Prix-Sieger in Folge in ihrer Abstammung. Vätzerlicherseits grüßt über Millenium dessen unlängst zur Nummer Eins in der Weltzuchtrangliste aufgestiegene Trakehner Siegerhengst Gribaldi. Nicht nur an der Longe zeigte der Rappe sein Talent, vor allem im Freilaufen zeigte er, was in ihm steckte das streckte der die Nase vor, machte den Hals lang und riss die Beine noch ein Stückchen höher, hinten so wie vorne, so wie es sein soll. Für 755.000 Euro ersteigerte die Berliner Unternehmerin Rebecca Gutman den Hengst für ihr Gestüt Bonhomme. 750.000 Euro, also eine schlappe Dreiviertel Million, hatte noch Paul Schockemöhle geboten gemeinsam mit der Dänin Lone Boegh, die auch Besitzerin des Ex-Bundeschampions Fürstenball ist.

Oldenburger Siegerhengst v. Millenium (oben)
Reservesiegerhengst v. Totilas (unten)

Schockemöhle hatte allerdings keinen Grund zur Frustration. Ein von ihm ausgestellter Totilas-Don Frederico-Sohn wurde zum Reservesieger ernannt. Der Rappe mit vier weißen Socken hat viel von seinem Erzeuger geerbt, im Aussehen und im Bewegungsablauf. Er entspringt demselben , auf dem Gestüt Lewitz gepflegten Mutterstamm, der auch den Dressurhengst Rosandro hervorgebracht hat.
Eine ebenfalls prominente Mutterlinie weist auch der an dritter Stelle rangierte hellbraune Sohn des Zack auf: Er stammt aus einer Mutter v. Alabaster (Z.: Zuchthof Bauer, Ovelgönne), die aus der bis Intermediairei I siegreichen Stute namens Donata v. Oldenburg gezogen wurde. Sie wiederum ist Vollschwester der Grand Prix-Stute High Noon (Herbert Boger) sowie der Oldenburger Siegerstute Hallo v. Donnerhall-Pik Bube. Er wurde vom Gestüt Blue Hors aus Dänemark ausgestellt und stand wie der Reservesieger nicht zum Verkauf.

Die weiteren vier Prämienhengste wurden nicht weiter rangiert, es waren zwei sich sehr gut bewegende Söhne des Destano, von denen ein aus einer Pik Noir-Quattro B-Mutter gezogener Fuchs für 70.000 Euro ins Landgestüt Celle wechselte. Generell waren die deutschen Landstallmeister in Kauflaune. Gemeinsam mit einem Sponsoren sicherte sich das Landgestüt Neustadt/Dosse einen Prämienhengst v. Damon Hill-Sandro Hit. Der großrahmige Rappe konnte beim Freilaufen nicht immer voll balanciert gehen, hatte aber Tags zuvor an der Longe, bei den Oldenburgern Teil des Körprozederes, mit der notwendigen Anlehnung voll überzeugt.

Dressurreiter hatten den 1.70 Meter großen, schwarzen Sohn (Kopfnr. 53) des Vize-Weltmeisters auf der Liste am Ende brachte er bei der Versteigerung seinem Züchter Theo Binder, Forchheim, 182.000 Euro. Der dürfte seiner Stute Startlight v. Sandro Hit-Archipel ein fettes Weihnachtsgeschenk machen: Denn auch ihr bereits dreijähriger Sohn v. Belissimo M zählte zum Körlot, erhielt das OK für die Zucht und wurde für 35.000 Euro nach Großbritannien versteigert. 217.000 Euro für die Produkte zweier Zuchtjahre soll doch mal einer sagen, züchten lohne sich nicht mehr.
Die Mecklenburger Dressurpferdezucht wird ein Sohn des Grand Prix erfolgreichen Niederländers Cennin (v. Vivaldi-Donnerhall) aus einer Florencio-Mutter zukünftig beflügeln. Der hübsche Rappe kostete 105.000 Euro. Für 160.000 Euro wechselte ein Prämienhengst v. Bretton Woods in den Stall Linsenhoff. Das Landgestüte Celle erwarb auch noch einen in allen drei Grundgangarten überzeugenden Dunkelbraunen Don Schufro-Sohn, der in Farbe und Aussehen klar von seinem Muttervater Blue Hors Romanov geprägt war (110.000 Euro).
Zweitteuerster Hengst war ein schon dreijähriger westfälischer Fuchs v. Vitalis-Diamond Hit, der vor allem eines konnte: traben. Er war schon zur vergangenen Herbstkörung und auch dann zur Sattelkörung im Frühjahr angemeldet gewesen, aber beide Male nicht erschienen. Der dänische Pferdehändler Andreas Helgstrand hielt bis zum Zuschlagpreis von 310.000 Euro die Hand während der Auktion hoch. Er stellte auch einen Junghengst aus dem ersten Jahrgang von Foundation vor. Dieser Braune erhielt für seine Trabaktion Szenenapplaus.

Traditionell werden in Oldenburg auch ältere Hengste ausgezeichnet. Hauptprämiensieger darf sich nun der auf dem Gestüt Bonhomme stationierte KWPN-Hengst Grey Flanell v. Gribaldi nennen. Er setzte sich in dieser Konkurrenz von Vier- und Fünfjährigen Hengsten, bei denen die eigenen Leistung sowie die Qualität des ersten Fohlenjahrgangs beurteilt werden, an die Spitze des Feldes.

Zum VTV-Dressurhengst des Jahres wurde der unter Oliver Oellrich hocherfolgreiche Floriscount v. Florencio ernannt, der in Vechta bei Clemens Graf von Merveldt auf Gut Füchtel geboren wurde und über die Station Böckmann und das niedersächsische Landgestüt Celle vertrieben wird.

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