Gravemeier gibt zum Ende des Jahres Amt als Bundestrainer auf

Kurt Gravemeier, Bundestrainer der deutschen Springreiter-Equipe, will zum Ende des Jahres seinen Vertrag auslaufen lassen. Das hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung heute in Warendorf bekannt gegeben.

In der Verlautbarung heißt es, Gravemeiers Entscheidung sei keineswegs neu, er habe bereits im Rahmen des CHIO in Aachen, also im Juli, FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau seine Entscheidung mitgeteilt. Grund sei die Vergrößerung des Trainingszentrums Gut Berl. Dort trainiert der 50-jährige u.a. Pia Luise Aufrecht. Nach den Dopingvorwürfe bei den Olympischen Spielen von Hongkong war immer wieder öffentlich über einen bevorstehenden Rücktritt des Bundestrainers spekuliert worden. Neben der positiven Dopingkontolle bei Cöster von Christian Ahlmann in Hongkong hatte das schlechte Abschneiden der deutschen Mannschaft für Unmut gesorgt. Ob es sich bei Ahlmann um Doping (verbotene Leistungssteigerung) oder verbotene Medikation (Behandlung mittels einer Salbe) handelt, wird derzeit noch untersucht. Die FN spricht in ihrer Pressemitteilung lediglich von  „Medikationsfall“. Allerdings gab es auch viele Stimmen, die meinten, ein „Bauernopfer“ Gravemeier als Lösung des Problems würde wohl nicht ausreichen, um das Debakel des Springsports wieder in Lot zu bringen. Gravemeier wird zitiert, er habe durch „Entwicklungen und Gespräche der letzten Wochen erfahren, dass Verantwortung und Vertrauen ganz neu aufgebaut werden müssen“. Hieran sei er bereit bis zum Ende des Jahres mitzuwirken.
Kurt Gravenmeier ritt in 31 Nationenpreisen für Deutschland und gewann u.a. 1992 den Großen Preis von Deutschland in der Dortmunder Westfalenhalle. Seit 1988 ist er angestellt bei Hendrik Snoek auf Gut Berl. Von 1997 bis 2000 war er Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter, nach dem Olympischen Spielenn von Sydney übernahm er das Amt des Leitenden Bundestrainers Springen von Herbert Meyer. Unter der Ägide des 50-Jährigen gewannen die deutschen Springreiter 15 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Ein Nachfolger ist derzeit noch nicht in Aussicht. Morgen Mittag will die FN in einer Pressekonferenz Stellung zur Situation beziehen.