Heiner Schiergen ist Berufsreiterchampion Dressur

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Heiner Schiergen und Bordeaux Barolo (© www.fotoagentur-dill.de)

Im Rahmen des Herbstmeetings in Darmstadt-Kranichstein haben die Berufsreiter Dressur ihren Champion 2021 ermittelt. Heiner Schiergen hat seine kurz unterbrochene Siegesserie fortgesetzt.

Die Zusammensetzung des Finales des Deutschen Championats der Berufsreiter Dressur hätte interessanter fast nicht sein können. Es ritten der Vorjahressieger Martin Pfeiffer, der 2020 bei seinem Debüt direkt gewonnen hatte, Heiner Schiergen, fünfmaliger Berufsreiterchampion, und Final-Neuling Lina Wurm.

Der routinierteste Reiter des Finales war sicherlich Heiner Schiergen, der von 2015 bis 2018 den Titel des Berufsreiterchampions quasi gepachtet hatte, schon 2007 hatte er sich Platz eins im Finale gesichert, 2019 und 2020 wurde er Zweiter. Dieses Jahr hatte der Pferdewirtschaftsmeister, der sein Handwerk bei Jean Bemelmans gelernt hat, den elfjährigen westfälischen Hengst Bordeaux Barolo v. Bordeaux qualifiziert, mit dem er in der ersten Finalrunde auf 70,639 Prozent kam. Schiergen gelang es anschließend am besten, die beiden Fremdpferde vorzustellen. Mit Lina Wurms Benedetto Marone kam er auf 71,167 Prozent – die zweithöchste Bewertung des ganzen Finales. Mit 3800 Punkten insgesamt war Heiner Schiergen sein sechster Titel des Berufsreiterchampions nicht mehr zu nehmen.

Einmal mehr waren die fliegenden Galoppwechsel zu ein und zu zwei Sprüngen die Klippe der Prüfung. Gelang dies auf dem jeweils eigenem Pferd beiden Teilnehmern und der Teilnehmerin, sah man auf den Runden der Fremdpferde keine Runde ohne Wechselfehler.

Finaldebüt mit bestem Pferd

Zum besten Pferd des Finales wurde Benedetto Marone gekürt. Pferdewirtin Lina Wurm (31) vom Zuchthof Claren in Pulheim hat den zwölfjährigen rheinischen Hengst v. Beltoni selbst ausgebildet, 2019 wurde er als bestes Nachwuchspferd im Berufsreiterchampionat ausgezeichnet. In Darmstadt schien der Braune sich im Dressurviereck phasenweise etwas einsam zu fühlen, er wieherte zum Abreiteplatz. Das machte die Aufgabe noch etwas kniffliger für die Reiter, nichtsdestotrotz zeigte sich Benedetto Marone unter allen drei Teilnehmern in einem schönen Seitenbild und harmonisch im Ablauf. Unter Heiner Schiergen wären ihm auch beinahe die Galoppwechsel-Touren fehlerfrei gelungen – die Zweier-Wechsel klappten problemlos, bei den Einer-Wechseln verzählte sich Schiergen und zeigte statt der geforderten 15 nur 13 Wechsel.
Lina Wurm und Benedetto Marone wurden in der ersten Qualifikation Zweite, in der zweiten Qualifikation Dritte. Bei ihrer Finalpremiere bekamen sie für ihre gemeinsame Vorstellung 71,111 Prozent. In der Endabrechnung kam Lina Wurm auf insgesamt 3725,5 Punkte, das bedeutete Platz drei.

Vorjahressieger mit bester Finalrunde

Auf dem zweiten Platz (3749,5 Punkte) landete Martin Pfeiffer, dem mit 71,806 Prozent auf seinem Riccio v. Rock Forever die beste Runde des gesamten Finales gelang. Schon die beiden Qualifikationsprüfungen konnte das Paar für sich entscheiden. Der elfjährige Oldenburger Wallach hat seine Laufbahn zunächst als Springpferd begonnen und ist vor etwa vier Jahren mit Pfeiffer im Dressurviereck durchgestartet. Der 34-jährige Pferdewirt hat bei Johann Zagers gelernt, war drei Jahre lang bei Johann Hinnemann tätig und ist mittlerweile selbstständig auf dem Gut Schrödersberg in Düsseldorf.

„Das war eine sehr gute Veranstaltung“, lobte BBR-Präsident Burkhard Jung das Berufsreiterchampionat. „Ein Finale mit sehr unterschiedlichen Pferden und Reitern, die ihre Aufgaben geschickt gelöst haben. Wir haben Werbung für den Sport und den Berufsstand gesehen, auf einer toll geführten Anlage, familiär, professionell und so engagiert.“

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