DOPINGPROBEN – Zwei Medikationsfälle von FEI bestätigt

Die Weltreiterspiele haben die ersten beiden Medikationsfälle. Betroffen
sind die beiden Disziplinen, die von ihren Pferden die härtesten
Anstrengungen abverlangen, ein Pferd stammt aus einer Mannschaft der Gastgeber.

Wie der Weltreiterverband (FEI) bekannt gab, wurde am 28. August bei dem Distanzpferd Tra Flama der Südafrikanerin Giliese de Villiers im zweiten Vetgate der Schmerz- und Entzündungsstiller Phenylbutazon sowie dessen Metabolit Oxyphenbutazon nachgewiesen.

Einen Tag später wurde das Vielseitigkeitspferd Qalao des Mers des Franzosen Maxime Livio getestet, dem Fünften der WM. In dieser Probe fand sich das Beruhigungsmittel Acepromazin. Sandra Auffarth und das deutsche Team UPDATE – Bilder und Zitate“ href=“https://www.st-georg.de/?p=46856″>Qalao des Mers gehörte zum viertplatzierten Team. Beide Pferde werden zunächst nicht suspendiert, sondern die Fälle werden vor dem FEI Tribunal verhandelt. Ein Termin wird mit den Verantwortlichen besprochen. Eine sofortige Suspendierung bei Fällen kontrollierter Medikation ist nur vorgesehen, wenn das so genannte fast-track-Verfahren der FEI zum Greifen kommt. Dies ist aber für die Weltreiterspiele nicht vorgesehen.

FEI Generalsekretär Ingmar De Vos, der gern Präsident aller Reiter werden möchte, äußerte seine Enttäuschung. Man habe im Vorfeld eine Bewusstseinskampagne zum Themenkomplex Doping/Medikation durchgeführt. Die Weltreiterspiele 2010 sowie Olympische und Paralympische Wettbewerbe 2012 in London seien sauber gewesen. Man habe den Reitern sogar vor den Weltmeisterschaften Pre-Arrival-Tests also Vor-Ankunft-Tests angeboten. Die zwei Fälle sind sehr enttäuschend, weil diese zwei Substanzen bekannt sind und jeder weiß, dass sie im Wettkampf verboten sind. Wir nehmen das ernst, auch wenn es Fälle kontrollierter Medikation und keine Dopingfälle sind.

Unter den Begriff kontrollierte Medikation fallen ca. 180 Substanzen, die Pferden zwar in der Turnierpause verabreicht werden dürfen, aber im Wettkampf nicht erlaubt sind. Dass dabei Klassiker des Dopings, wie der Schmerzstiller Phenylbutazon (unter anderem enthalten in dem Medikament Equipalazone) und Acepromazin (enthalten in Vetranquil und Sedalin) auf einer Liste gelandet sind, die eine weniger harte Bestrafung vorsieht, geht auf den Vorschlag von Prinzessin Haya zurück, die bei der FEI-Vollversammlung in Kopenhagen die sogenanten Progressive List initiiert hatte. Führende Tierärzte hatten daraufhin Alarm geschlagen, sahen Tierschutzbelange nicht ausreichend berücksichtigt, sondern argwöhnten vielmehr, dass eine Lobby für laxeren Umgang mit Medikamenten hinter dieser Idee stecken würde.

Sonst alles sauber

Die FEI gab weiterhin bekannt, dass die Proben in den Disziplinen Dressur, Para-Dressur und Reining allesamt negativ seien und es auch in den Distanz- und Vielseitigkeitswettbewerben keine weiteren Auffälligkeiten gegeben habe. Insgesamt wurde in der ersten Woche der Weltreiterspiele 137 Pferde untersucht, 49 Distanzpferde (28 Prozent der 173 Starter), 24 in der Vielseitigkeit (26 Prozent von 91 Startern), 22 in der Dressur (22 Prozent), 21 im Reining (26 Prozent) und 21 in der Para-Dressur (21 Prozent). Wie bei Olympischen Spielen üblich, kann eine positive Probe eines Mannschaftsmitgliedes zu einer Disqualifizierung des gesamten Teams führen. Für Qalao des Mers Fall würde das bedeuten, dass die französische Equipe ihren vierten Platz verlieren würde und damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio verloren hätte. Dies zu entscheiden ist Sache des FEI Tribunals.
Über den Gesundheitszustand der gestürzten Distanzreiterin aus Costa Rica gibt es keine Verlautbarungen. Es heißt, sie solle nun, acht Tage nach dem Unfall, aus dem künstlichen Koma geholt werden. Offiziell ist der Stand, dass sie einen Handgelenksbruch erlitten habe und ihr Zustand stabil sei.

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