Dopingvorwurf: Steve Guerdat endgültig freigesprochen

Steve Guerdat

(© Steve Guerdat)

Das FEI Tribunal hat entschieden: Der Schweizer Springreiter Steve Guerdat sowie seine Landsfrau Alessandra Bichsel haben nicht vorsätzlich gedopt. Die Pferde der beiden waren im Mai positiv auf verbotene Medikation getestet worden.

Guerdat und Bichsel sind von  „jeglichem Fehlverhalten oder Fahrlässigkeit“ in den Dopingverfahren gegen sie freigesprochen worden – das gab die FEI in den heute veröffentlichten rechtsgültigen Vereinbarungen bekannt.
Steve Guerdats Olympiapferd Nino des Buissonnets war im Mai im Rahmen des CSIO5* in La Baule positiv auf die verbotenen Substanzen Kodein und Oripavin sowie auf das inzwischen als „kontrollierte Medikation“ geführte Morphin getestet worden. Bei Guerdats Nasa, die zuvor Dritte im Derby von La Baule geworden war, hatte man dieselben Substanzen gefunden. Und auch die Proben, die man Alessandra Bichsels Pferd Charivari im Mai beim Junge Reiter-Nationenpreisturnier in Deauville entnommen hatte, wiesen die Kombination Kodein und Oripavin mit Morphin auf. Reiter und Pferde waren gesperrt worden. Die Sperre gegen die Reiter wurde zwar Ende Juli wieder aufgehoben, die der Pferde allerdings nicht. Damit blieb Guerdat und Nino des Buissonnets die Teilnahme an der Europameisterschaft in Aachen verwehrt.
Mit dem endgültigen Freispruch folgte das Tribunal nun den Erklärungen Guerdats, der glaubhaft machen konnte, dass eine Kontaminierung des Futters durch Schlafmohnsamen Schuld an den positiven Ergebnissen bei allen drei Pferden gewesen sei. Beide Reiter haben denselben Futterlieferanten.

Die Verfahren sind damit abgeschlossen. Steve Guerdat nimmt dazu auf seiner Homepage Stellung: „Ich bin froh und glücklich sowohl von der FEI als auch vom FEI Tribunal vollständig rehabilitiert und von jedem Doping-Verdacht entlastet worden zu sein. Und ich bin erfreut, dass die erbrachten Beweise bestätigt haben, dass die Umstände der Futtermittelverunreinigung aussergewöhnlich waren, und wir Reiter zu jeder Zeit in hoch professioneller und gewissenhaften Art und Weise und nicht vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben. Für mich gilt seit jeher die oberste Priorität all meiner täglichen Arbeit als Pferdehalter und Springreiter dem Wohl meiner Pferde. Das Urteil ist für mich unheimlich wichtig. Für mich und meine Pferde bedeutet das, dass wir jetzt endlich wieder alle Energie auf das rein Sportliche verwenden können. Wir Springreiter haben im Anti-Doping-Kampf Sorgfaltspflichten, denen wir zum Wohle der Tiere, im eigenen Interesse und dem des Reitsports nachkommen müssen. Ich stimme vollauf mit der Linie der FEI im Anti-Doping-Kampf überein, und habe mich sowohl als Pferdehalter als auch als Sportler immer und stets klar dafür ausgesprochen. Allerdings wird auch deutlich, dass alle Verantwortlichen überlegen sollten, wie das Verfahren und die aktuell gültigen Richtlinien optimiert werden können, damit künftig einem nachweislichen Nichtverschulden des Reiters, wie in meinem vorliegenden Fall, besser Rechnung getragen wird, bevor ein ungerechtfertigter Vorwurf – mit den entsprechenden Folgen für die Reputation der Betroffenen –, publik gemacht wird.“ Charles Trolliet, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport, sagt: „Für die gesamte Pferdesportwelt, die FEI und die nationalen Verbände sowie die Futtermittelbranche gilt es nun, die korrekten Lehren aus dieser unerfreulichen Geschichte zu ziehen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.“

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