FEI will Steward-Leitlinien Dressur überarbeiten

Screenshot der Skizzen zur Kopf-Hals-Position im Annex XIII des Steward Manual.

(© Screenshot der Skizzen zur Kopf-Hals-Position im Annex XIII des Steward Manual.)

Das Dressurkomitee im Weltreiterverband FEI sowie weitere Interessenvertreter haben gestern im FEI-Hauptquartier in Lausanne zusammengesessen. Eines der wichtigsten Themen: die Steward-Leitlinien und die Trainingsmethoden auf dem Turnier.

Ein Beschluss des Meetings war der Aufbau einer Arbeitsgruppe, die sich noch einmal sorgfältig mit dem Annex XIII im Handbuch der bei internationalen Turnieren Aufsicht führenden Stewards beschäftigen soll. Der Annex XIII stammt von 2010 und beschäftigt sich ausschließlich mit den Trainingsmethoden auf dem Abreiteplatz. Hier sind unter anderem die Skizzen der Halspositionen aufgezeichnet, die zeigen, was unter „Long, deep and round“, „Low, deep and round“ sowie „Long and low“ zu verstehen ist. Auch die sogenannte „Zehn-Minuten-Regel“, nach der es einem Reiter auf dem Abreiteplatz maximal erlaubt ist, sein Pferd in eben dieser Zeitperiode in einer fixierten Kopf-Hals-Position zu arbeiten, stammt aus dem Annex XIII. Man kann ihn hier einsehen.

Wer alles zu dieser Arbeitsgruppe gehört, steht noch nicht ganz fest. Es sollen aber auf jeden Fall Vertreter des International Dressage Riders Club (IDRC), des International Dressage Trainers Club (IDTC), der FEI-Generalsteward als Repräsentant des International Dressage Officials Club sowie ein Experte im Bereich Veterinärwesen und ein Mitglied des Dressurkomitees.

Die zusammengetragenen Ideen und Anmerkungen sollen in den kommenden Monaten der FEI-Führungsetage vorgelegt werden. Auch bei dem Meeting waren die jeweiligen Interessenvertreter sowie die Europäische Reiterliche Vereinigung (EEF), vertreten durch ihren Vorsitzenden Dr. Hanfried Haring sowie Vize-Präsident Dr. Ulf Helgstrand. Der DOKR-Dressurausschussvorsitzende Klaus Roeser, der bekanntlich auch Geschäftsführer von Paul Schockemöhles Turnierveranstaltungsgesellschaft PST Marketing ist, war als Vertreter der Association of the International Dressage Event Organisers (AIDEO) anwesend. Hinzu kamen beispielsweise Sjef Jansen als Mitglied des Vorstandes im International Dressage Trainers Club (IDTC) und der International Dressage Riders Club (IDRC) mit Kyra Kyrklund als seiner Präsidentin und Wayne Channon als Generalsekretär.

Frank Kempermann zog als Vorsitzender des FEI-Dressurausschusses ein positives Fazit: „Das war ein sehr konstruktives Meeting mit vielen grundlegenden Debatten und interessanten Vorschlägen zum Thema Aufsicht und Richten. Es war sehr gut, dass wir übereingekommen sind, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die Annex XIII im Steward Manual überarbeitet und wenn nötig ändert.“

Auch FEI-Präsident Ingmar de Vos war glücklich mit dem Ausgang der Diskussion: „Wir hatten einige sehr gute offene und freimütige Diskussionen, die zu großartiger Beteiligung und Einbringung seitens der Interessenvertreter geführt hat, speziell zu dem Vorschlag, für zukünftige Olympische Spiele und FEI-Championate neue Formate in den Sport einzuführen.“

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  1. Martina

    Der Herr der schickt den Jockel aus …
    Die Reiter werden von den Stewards überwacht
    Die Steward werden von den …. xxx …. überwacht
    Wer überwacht dann … xxx …?

    Kriegen wir auch noch hin.
    Und nix wird sich ändern.

  2. Pferdemensch

    Grundsätzlich klingt das nach einem sehnlich erwarteten Schritt – wobei meist die Umsetzung das ist und war, woran es scheiterte.

    Irritierend sind einige Namen in dem Zusammenhang. Dr. Helgstrand, dessen Sohn stark in der Kritik ist, müsste sich also deutlich von seinem Sohn abgrenzen. Herr Roeser, der im Fall Totilas verwunderliche Aussagen gemacht hat, hat damit einen faden Beigeschmack hinterlassen. Sjef Janssen „muss“ sicherlich aus politischen Gründen dabei sein, ein Schelm, wer Böses denkt…

    Idealerweise ist es gut, wenn Personen, die es besonders betrifft, eingebunden sind und ihnen Commitment abgefordert werden kann. Im schlechten Fall wird es nur noch schlimmer, wenn jeder Freibriefe einflechten konnte. Wir hoffen auf den guten Fall.


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