Frankfurt: Weihegold gewinnt Louisdor Preis – mit VIDEO

Weihegold und Beatrice Buchwald

(© Weihegold und Beatrice Buchwald)

Die Frankfurter Festhalle ist ihr Wohnzimmer – nach dem Burg-Pokal 2013 sicherte sich die Oldenburger Stute Weihegold unter Isabell Werths Schülerin und Bereiterin Beatrice Buchwald nun auch das Finale des Louisdor Preises.

Lieb, ehrgeizig und unheimlich schlau das sind die Attribute, mit denen Isabell Werths Bereiterin Beatrice Buchwald ihre Musterschülerin Weihegold v. Don Schufro-Sandro Hit (Z.: Inge Bastian) charakterisiert. Nach ihrem Sieg im Burg-Pokal 2013 haben die beiden Richtung Grand Prix weitergearbeitet und schon im April in Hagen die Qualifikation für den Louisdor Preis gesichert. Zwischendurch hatte Ausbilderin Isabell Werth (Bea Buchwald: „Abheben? Ich? Ich schaue Isabell beim Reiten zu, dann weiß ich, was ich noch alles lernen muss!“) Weihegold beim CDI4* in Oldenburg geritten, um ihr mehr Sicherheit zu vermitteln. Das hat offensichtlich geklappt.

Unter ihrer eigentlichen Reiterin marschierte die neunjährige Stute heute durch den Nachwuchs Pferde Grand Prix wie ein alter Hase. Technisch machte sie nicht einen Fehler und Piaffen, Passagen und Übergänge waren echte Highlights. Klar, in den Piaffen könnte die Stute noch etwas mehr Last aufnehmen. Und vor allem wünschte man sich insgesamt einen etwas weiteren Rahmen. Aber wie Richter Dr. Dietrich Plewa sagte: „Wobei das auch noch der mangelnden Routine geschuldet ist. Da braucht das Pferd im Moment noch Unterstützung aus dem Sattel. Aber die klare Fußfolge, die Losgelassenheit und das Konzentriertsein, das spricht alles dafür, dass hier ausbildungsmäßig nichts verkehrt gemacht wurde.“

Die Punkte, die Plewa besonders hervorhob: „Die Frequenz und der Rhythmus in Piaffe, Passage und den Übergängen blieben immer dieselbe.“ So gab es in diesen Lektionen auch Noten bis 8,5. Und da ist noch Luft nach oben. Heute hab es 74,800 Prozent und von allen Richtern Platz eins.

Platz zwei ging mit einigem Abstand (71,940 Prozent) an Hedda Droege auf der neunjährigen Westfalenstute Donatella v. De Kooning-Rubinstein, die ihre Familie selbst gezogen hat. „Das macht mich um so stolzer, dass wir uns hierfür qualifiziert haben“, sagte Droege im Interview und lobte vor allem die Arbeitseinstellung von Donatella: „Sie will immer alles richtig machen.“ Es gibt Pferde, die spektakulärer traben als Donatella. Doch die Dunkelbraune besticht mit Präzision und Gehorsam. Nur die Übergänge zwischen Piaffe und Passage waren noch nicht ganz im Rhythmus. Dafür sind die Passagen der Stute ein Highlight, kadenziert und kraftvoll. Hier gab es mehrmals eine 8.

Dr. Dietrich Plewa war vor allem begeistert von der sicheren Anlehnung der Stute. „Die Reiterin versucht nicht, die Stute in eine betimmte Anlehnung reinzuzwängen. Das Pferd ist in der Lage und willens, durch seine Bereitschaft zur Lastaufnahme sehr gute Piaffen und Passagen zu zeigen.“ Ein absolutes Highlight sei die zweite Pirouette gewesen, meinte Plewa. „Mustergültig“ nannte er diese. Auch die Reiterin war äußerst happy: „Ich bin überglücklich. Das war der dritte Grand Prix für die Stute und das erste Mal in einer solchen Halle und das hat heute richtig Spaß gemacht!“

Dritter wurde der Hannoveraner Doktor Schiwago v. Don Frederico-Weltruhm (Z.: Peter-Henning Reinsdorf) unter Nachwuchs-Bundestrainer Oliver Oelrich. Der großrahmige Rappe gehört Florine Kienbaum. Oelrich sollte ihn in den Grand Prix Sport bringen. Danach will Kienbaum ihn übernehmen. Das Debüt bei einer Inter II hat gut geklappt, sie wurden Zweite. Ihr Wallach zeichnet sich durch viel Schwung und Elastizität aus. Was heute nicht gelang, waren die Traversalen. Vielleicht war der Wallach zu beeindruckt von der Kulisse, aber von Stellung und Biegung war da nicht viel zu sehen (Noten von 4 bis 6). „Ziemlich gut“ gelang dann wieder die anschließende Piaffe-Passage-Tour. Der darauffolgende Schritt war allerdings noch nicht wieder völlig losgelassen. Highlight im Galopp waren die Wechseltouren, wohingegen die Zick-Zack-Traversalen auch hier nicht so ganz geschmeidig gelingen wollten. Alles in allem gab es heute 68,380 Prozent für das Paar, wobei hier sicher noch Luft nach oben ist.

So sah das auch Dr. Dietrich Plewa: „Die Traversalen waren heute nicht so seine Sache. Oliver hatte Probleme, das Pferd in die gewünschte Parallelität zu bringen. Und dennoch gab es eine Menge von Höhepunkten, die fliegenden Wechsel, eine sehr sehr gute Galoppverstärkung und zwei Pirouetten mit guter Lastaufnahme und sehr gut gesenkt. Und man muss sagen, Oliver ist derjenige, der sich traut, die Piaffe hier wirklich am Punkt zu reiten.“ Oelrich selbst verriet dann, dass das heute der erste Grand Prix für das Pferd war. Woraufhin Plewa noch einmal betonte, dass das Ergebnis dann natürlich umso höher einzuschätzen sei.

Die weiteren Platzierten in der Reihenfolge: 4. Isabell Werth auf Laurenti v. Laurentio-Walldorf, einem zehnjährigen Oldenburger aus der Zucht von Erich Alberding (67,460), . Hubertus Schmidt mit dem Westfalen Estobar v. Ehrentusch-Ferragamo (Z.: Norbert Borgmann, 67,440 Prozent), 6. Victoria Michalke und der Oldenburger Wasabi v. Welt Hit IV-Lancer (Z.: Dr. Hans Radloff, 66,460), 7. Ann-Kristin Dornbracht auf Don Malecon, einem Hannoveraner v. Don Frederico-Weltmeyer (Z.: ZG Kröner, 63,900 Prozent), 8. Hubertus Schmidt auf dem Westfalen Sammy Deluxe v. Sir Donnerhall-Florestan (Z.: Helga Hahne, 62,620 Prozent), 9. Svenja Kämper-Meyer mit Rania M v. Rubin-Royal-Raphael (Z.: Hans-Jürgen Meyer, 60,860 Prozent).