Global Dressage Forum 2015 – ein Resümee

„Es gibt keine Reitweisen, es gibt nur gutes Reiten!“ Zitat des Meistertrainers George Morris, der sich Sorgen um die Zukunft des Reitsports macht.

(© "Es gibt keine Reitweisen, es gibt nur gutes Reiten!" Zitat des Meistertrainers George Morris, der sich Sorgen um die Zukunft des Reitsports macht.)

Von Olympia-Sorgen, Standortwechseln, vierbeinigen Dressur- und zweibeinigen Ausbilderlegenden – das Global Dressage Forum 2015.

Im Vorfeld des diesjährigen Global Dressage Forums in der Academy Bartels in den Niederlanden hatte es eine Umfrage gegeben, welches die größten Dressurpferde aller Zeiten sind. Die sieben bestplatzierten davon wurden im Rahmen des GDF vorgestellt. Laut Umfrageergebnis sind Bonfire, Salinero, Ahlerich, Totilas, Matador, Rembrandt und Valegro die ewig Besten unter den Vierbeinern auf dem Viereck. Der holländische Journalist Dirk Willem Rosie stellte die Helden des Sports vor und fasste zusammen: „Was alle großen Dressurpferde gemeinsam haben, ist, dass Einstellung und Gehlust die wichtigsten Kriterien waren, sind und immer sein werden, um zu brillieren.“

Totilas‘ Züchter Jan Schuil, der selbst Tierarzt ist, gab dem Publikum einen Denkanstoß als er anführte, dass aus seiner Sicht das Auge der wichtigste Faktor ist, an dem man ein spezielles Pferd in einer Gruppe erkennt – „Das Auge von Totilas war stolz, aber nicht arrogant.“

Kyra Kyrklund, Präsidentin des International Dressage Riders Club (IDRC), sprach über den Hengst Matador, der ihr den Durchbruch im internationalen Sport ermöglichte. Sie sagt, das Gefühl auf ihm habe sie immer noch im Kopf. „Matador hat mir dieses Gefühl vermittelt. Also versuche ih jeden Tag das Matador-Gefühl zu bekommen, wenn ich meine anderen Pferde reite.“

Der olympische Status steht auf dem Spiel

Damit die Dressur im olympischen Programm bleibt, müssen einige Fragen für die Agenda 2020 gründlich diskutiert werden. „Unser Sport ist zu kompliziert und nicht universell genug. Das bedeutet, wir müssen das Format überarbeiten, um den Sport attraktiver für die Medien zu machen“, erklärte Carina Mayer, die im FEI-Dressurausschuss derzeit den erkrankten Trond Asmyr vertritt.

Demonstrationen aus der Praxis

Wie jedes Jahr waren auch 2015 wieder prominente Reiter und Ausbilder geladen, die ihre Arbeit demonstrierten. Uta Gräf berichtete, wie sie ihre Pferde möglichst naturnah hält mit täglichem Weidegang usw. Ihr wurde von Bernard Maurel hinterher unter anderem bescheinigt, dass sie „ein Juwel für das Marketing des Sports“ sei. „Sie zelebriert Spaß, Partnerschaft und Harmonie.“

Die Familie Wittig demonstrierte zusammen mit Ausbilderin Kira Wulferding, wie sie es schafft, immer wieder Pferde – meistens selbst gezogene vom eigenen Hengst, dem mit Wolfram Wittig einst Grand Prix-siegreichen Breitling W – von der Pike auf bis zum Grand Prix zu fördern.

Eine wirkliche Legende setzte sich ebenfalls selbst in den Sattel: der 77-jährige George Morris, der unzähligen Reitern den Weg in den internationalen Springsport geebnet hat. Er gab ein Beispiel ab, was Leichtigkeit und zugleich Konsequenz im Sattel bedeuten. Zu der Frage, ob die Dressur noch immer die Mutter aller Disziplinen sei, meinte er: „Mehr denn je!“ Er sei sehr besorgt über die nachwachsenden Generationen, die sich auf dem Schlaufzügel ausruhen und dabei die Möglichkeit verpassen, wirkliche Gymnastizierung zu erreichen. „Denn es gibt nur zwei Dinge die zählen, Vorwärts und Rückwärts“, fasste er zusammen.

Das nächste Global Dressage Forum findet 2016 übrigens in Deutschland auf dem Hof Kasselmann statt.