Nachwuchs-EM Fontainebleau: Silber für die Springer, Gold für die Dressur

228 : Wells Fargo 14 : Holzknecht Paulina

Bestes deutsches Paar: Wells Fargo unter Paulina Holzknecht. (© www.fontainebleau2018.com)

Deutschlands Junge Reiter sind gut unterwegs bei den Europameisterschaften in Fontainebleau. In der Dressur gab es Mannschaftsgold, die Springequipe gewann Silber. Bei den Junioren lief es nicht ganz so erfolgreich.

Mit 222,529 Punkten hat die deutsche Equipe die Dressur-Europameisterschaft der Jungen Reiter gewonnen. Beste im Team war Paulina Holzknecht mit Wells Fargo. Mit ihrem 15-jährigen Hannoveraner Welser-Sohn erzielte sie 74,941 Prozent. Das war die zweitbeste Note der gesamten Prüfung. Die Tageshöchstnote nahm die Niederländerin Esme Donkers mit Chaina entgegen: 77,264 Prozent. Die Niederländer gewannen die Silbermedaille (221,41) vor der Abordnung aus Schweden. In der Einzelwertung konnten das deutsche Quartett sich gut positionieren. Nach einer nicht ganz fehlerfreien Prüfung landeten Semmieke Rothenberger und die routinierte, mittlerweile 16 Jahre alte Geisha v. Gribaldi auf Rang drei (74,588). Vierte wurde Lia Welschof mit einem weiteren Routinier, Florine Kienbaums Don Windsor (73,00). Das jüngste Pferd im Feld ritt Alexa Westendarp mit der siebenjährigen Four Seasons v. Fürstenball. Ihre Platzziffern reichten von Rang acht bis 28. Insgesamt kam sie auf 70,235 Prozent, Platz 16. Die Ergebnisse finden Sie hier.

U21-Springreiter gewinnen Silbermedaille

Es sah schon nach dem ersten Umlauf des Nationenpreises am Donnerstag gut aus für die deutschen U21-Springreiter: Platz zwei hinter den den führenden Briten. Nun hieß es Nerven bewahren. Auftaktreiter Cedric Wolf und Cho Chang J hatten einen Abwurf und blieben auch nicht ganz in der Zeit. Diese auf dem großzügigen Rasenplatz in Fontainebleau einzuhalten sollte sich als eine weitere Schwierigkeit im Verlaufe der Prüfung herausstellen. Deutschlands zweite Starterin, Mylene Kruse lieferte mit Concas einen Nullfehlerritt ab. Neben Kruse gelang dies nur zwei weitern Paaren. Bei vier Kombinationen blieben zwar alle Stangen in den Auflagen, aber die Zeit reichte nicht ganz. Bis zum letzten Sprung sah es so aus, also solle es auch Jesse Luther und Quinley gelingen, fehlerfrei die Parcours zu beenden. Aber am letzten Sprung fiel eine  Stange. Außerdem war auch Luther nicht schnell genug unterwegs und musste einen Punkt für Zeitüberschreitung auf sein Konto zusätzlich schreiben. Das Streichergebnis lieferte Justine Tebbel mit Light Star mit zwei Hindernisfehlern und zwei Zeitstrafpunkten.

Zur Silbermedaille beigetragen hat auch Einzelstarter Philipp Schulze Topphoff. Dank des neuen Modus, den der Weltreiterverband (FEI) eingeführt hat, wird auch dem Reservepaar eine Teammedaille verliehen. „Es ist in diesem Jahr erstmals so geregelt, dass es im Grunde keinen Einzelreiter mehr gibt“, erklärt Equipechefin Heidi van Thiel.

Bei den Junioren lief’s nicht so

Nicht ganz so erfolgreich waren die Junioren im Parcours unterwegs.Das Team landete auf Platz acht. Insgesamt sind 21 Mannschaften am Start. 41,03 Zähler lautete das Endergebnis der deutschen U18-Abordnung. Die siegreiche belgische Equipe hatte 14,55 und vier Nullrunden, Deutschland keine. Die Silbermedaille bekamen die Briten umgehängt (22,29). Dritte auf dem Podium, Teambronze, waren die Iren (25,17). Bester deutscher Reiter war Calvin Böckmann, der auch in der Vielseitigkeit an den Start geht. Und dort lief es für die deutschen Teams in der Dressur deutlich besser als im Junioren-Parcours. Calvin Böckmann ist im Springen mit Carvella Z 15. (10,43 Minuspunkte). Seine Teamkollegen Matthis Westendarp/Stalido (12,76/22.), Max Haunhorst/Chaccara (44.) und Beeke Carstensen/Cara Ma (50.) sowie Hannes Ahlmann/Nerrado (52.) können Calvin Böckmann morgen im Gelände die Daumen drücken.

Starke Buschis

Denn sowohl die Junioren als auch die Jungen Reiter aus der Fraktion Vielseitigkeit sind fulminant gestartet. Die Junioren liegen nach der Dressur in der Teamwertung in Front. Die besten Ausgangspositionen haben sich die Führende, Anna Lena Schaaf mit Fairytale (24,6), und Alina Dibowski mit Barbados (27,4/3.) erarbeitet. Aber auch Brandon Schäfer-Gehrau mit Fräulein Frieda auf Rang acht (28,7) liegt noch gut im Rennen. Haarscharf dahinter: Calvin Böckmann mit Altair de la Cense (28,(/10.). Die Franzosen sind Zweite nach der Dressur vor den Niederländern. (Alle Ergebnisse im Überblick hier, oder bei der Rechenstelle). Auch bei den Nachwuchsreitern bewahrheitet sich der alte Spruch, wonach hinter jedem erfolgreichen Mann eine Frau steht. Im Falle von Calvin Böckmann seine Mutter Simone, die unter ihrem Mädchennamen Richter selbst im internationalen Sport unterwegs war. Sie sagte nach dem Springen. „Wir haken das eine ab und konzentrieren uns auf das andere. Nach der Dressur gehen wir noch einmal durch die Strecke und morgen konzentrieren wir uns ganz auf die Geländeprüfung. Carvella kommt dann nur an die Longe und hat Pause. Aber insgesamt haben wir natürlich wenig Zeit für anderes. Holidays sind das keine, trotz des schönen Wetters.“

Knapp hinter den Briten auf Position zwei liegt das deutsche Team der Jungen Reiter. Amma Brüssau und Dark Desire führen das Feld an (24,1). Hannah Knüppel ist mit Charismo Siebte (27,0). Hella Meise ist mit First Flight’s Beauty 14. (29,0),  Fritz-Ludwig Lübbecke mit Caramella findet sich an 16. Position (29,3). Gerade einmal ein Zehntel trennt die Deutschen (80,1) von den Briten (80,0). Sam Ecroyd mit Kasseedorf rangiert in der Einzelwertung auf Platz zwei (25,7) vor Teamkollegin Isabelle Upton mit Cola (25,8/3.) Alex Kennedy mit LissangleCavaletto B (28,5/11.).

„Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und mit der Doppelführung. Zwei Paare unter den ersten drei bzw. fünf unter den ersten zehn, das ist schon echt gut. Man muss sagen, dass hier sehr konsequent und gut gerichtet wurde, aber geschenkt wurde niemand etwas. Unsere Junioren haben keine Fehler gemacht und haben etwa so abgeschnitten, wie erwartet. Natürlich hätte es hier und da noch ein Punkt mehr sein können, aber im Wesentlichen war die Bewertung gerecht“, zieht Bundestrainerin Julia Krajewski ihr Fazit. „Aber das war ja nur die erste Teilprüfung. Jetzt geht es erst einmal mit dem Gelände weiter.“

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