FEI-Generalversammlung beschließt Änderungen im Distanz- und Westernsport

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(© FEI)

Die Disziplin Reining bleibt Mitglied im Weltreiterverband, jedenfalls vorläufig. Distanzreiter müssen sich auf strengere Regeln einstellen, was den Schutz des Pferdes angeht. Dies waren die beiden wichtigsten Entscheidungen, die die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) bei der Generalversammlung in Moskau traf.

Der Streitpunkt zwischen der FEI und dem Westerndachverband NRHA (National Reining Horse Association), der anders als der Name suggeriert, nicht nur in den USA sondern international agiert, waren unterschiedliche Regeln. Sie betrafen vor allem Aspekte des Pferdeschutzes, also die Bestimmungen zu Medikations- und Dopingkontrollen und das Mindestalter der auf Wettkämpfen eingesetzten Pferde.

Laut FEI muss ein Pferd mindestens sieben Jahre alt für den höchsten Level sein. Die NRHA hingegen erlaubt bereits den Einsatz von Vierjährigen und veranstaltete Turniere nach eigenen Regeln, die nicht im FEI-Kalender veröffentlicht wurden und deswegen von der FEI als „wilde Turniere“ eingestuft wurden. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen kann ein Sperre bis zu sechs Monaten nach sich ziehen.

Der Konflikt zwischen den beiden Verbänden und ihre unterschiedlichen Auffassungen über Pferdeschutz schien unlösbar, bis man sich schließlich auf einen Kompromiss einigte, der jetzt von der (eigens dafür einberufenen) Außerordentlichen Generalversammlung abgesegnet wurde. Er sieht vor, dass alle Westernturniere, an denen mindestens vier Nationen teilnehmen, als FEI-Events gelten und nach FEI-Regeln ausgetragen werden.

Daneben gibt es jetzt sogenannte Joint Events, die zur selben Zeit am selben Ort, von NRHA und FEI ausgetragen werden. Hier gilt uneingeschränkt das FEI-Recht. Außerdem wollen beide Seiten Anstrengungen unternehmen, die Zahl der Reiter in den nächsten vier Jahren um bis zu 75 Prozent zu erhöhen. Die Vereinbarung gilt zunächst für vier Jahre, eine Art Bewährungszeit, in der die Disziplin innerhalb der FEI wachsen und vor allem die Angebote für Jugendliche erhöht werden sollen.

Distanzreiten

Das Sorgenkind der FEI, die skandalgeschüttelte Disziplin Endurance, muss sich auf strengere Regeln zum Schutz der Pferde einstellen. Ein neues Regelwerk war von einem eigens dafür einberufenen Komitee erarbeitet und im Frühjahr beim FEI-Sportforum vorgestellt worden (St.GEORG berichtete). Es wurden jetzt nach erneuter Diskussion mit großer Mehrheit, 94:19 Stimmen, von der Vollversammlung angenommen. Es sieht schärfere Kontrollen bei Verletzungen und Todesfällen vor, längere Ruhezeiten zwischen den Ritten für die Pferde und ein Qualifikationssystem, das sicherstellen soll, dass nur Reiter und Pferde an Langstreckenritten teilnehmen, die der Aufgabe gewachsen sind.

Hier gab es noch einige Änderungen, auch wurde so genannten „Elitereitern“ gestattet, mit Pferden zu starten, die ihre Qualifikation unter anderen Reitern erlangt haben. Das Modell: „Scheich lässt sich morgens irgendeines seiner vielen Pferde aus dem Stall ziehen, auf dem er vielleicht noch nie gesessen hat, und los geht’s“ hat also nicht ausgedient. Die 19 Nein-Stimmen zum neuen Reglement kamen vorwiegend aus den arabischen und einigen asiatischen Ländern. Das neue Regelwerk gilt ab 1. Januar.

Springen

Die zweite Liga der Nationenpreise wird von der Europäischen Equestrian Federation (EEF) übernommen und als Longines EEF Series organisiert. Sie soll lebendiger und attraktiver werden. Schon im Vorfeld scheiterte der Versuch des FEI-Präsidiums, sich das Recht zu sichern, zu bestimmen, welcher Veranstalter ein „O“-Turnier, also ein „Offizielles“ Turnier ausrichten darf, ein Recht das die nationalen Verbände haben und, nach Protesten vor allem der westeuropäischen Reiternationen, auch behalten.

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