Angelika Trabert holt Bronze in Para-Dressur-Kür Grade III

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Zurück auf dem Podium: Dr. Angelika Trabert gewann Bronze in Grade III. (© Pauline von Hardenberg)

Dr. Angelika Trabert sorgte in der Kür im Grade III zum Abschluss der Para-Dressur-Wettbewerbe mit Platz drei vor Steffen Zeibig für eine weitere Bronzemedaille im deutschen Team. Elke Philipp wurde in Grade I Vierte.

Ihr Pferd hatte es der Narkoseärzin aus Dreieich nicht leicht gemacht. Der Westfale Diamond’s Shine strotzte nach der Schritttour nicht eben vor Energie. Angelika Trabert, die ohne Beine geboren wurde, stellt das vor besonders große Probleme. „Am liebsten hätte er sich tragen lassen, glaube ich“, sagte sie nach dem Ritt. Sie stand weit oben auf der Startliste, musste entsprechend lange zittern, ob es für eine Medaille langen würde.

Angelika Trabert liebt die Kür

„Die Kür ist eigentlich meine Paradedisziplin. Aber es war superheiß. Mein Pferd hat schon einen Winterpelz und wir mussten den ganzen Tag auf unseren Einsatz warten. Nach der Schritttour war es schwer, ihn noch zu motivieren,“ so Traberts Resümee. Bundestrainer Bernhard Fliegl kann nur beipflichten: „Die erste Hälfte war super gut. Geli hat beide Schulterherein super nach Hause gebracht. Nach der Schritttour, die etwas lang war, hat er dann aber wohl gedacht, gut, jetzt machen wir mal hitzefrei. Und da fehlen Geli natürlich die treibenden Hilfen.“ Mit 71,840 Prozent gewann sie die Bronzemedaille. Neue Einzel-Weltmeisterin in Grade III ist Favoritin Rixt van der Horst (NED). Sie bekam 77,347 Prozent in der Kür. Mitfavoritin Natasha Baker aus Großbritannien musste unfreiwillig vom Pferd. Sie schied aus. Vor der US-Amerikanerin Rebbeca Hart mit El Corona Texel lage Trabert noch an zweiter und Teamkollege Steffen Zeibig an dritter Position. Mit 73,240 Prozent gewann die Reiterin aus dem Team der Gastgeber Silber. Pech hatte Steffen Zeibig, der so von der Bronzeposition verdrängt wurde.

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Zurück auf der WM-Bühne: Dr. Angelika Trabert, die in Grade III ihren Diamond’s Sunshine vorstellte. (© Pauline von Hardenberg)

Der Sachse wurde mit 71,487 Prozent Vierter. „Im Großen und Ganzen war ich sehr zufrieden, die erste Diagonale im Mitteltrab war etwas doll. Insgesamt war es ein bisschen schwierig der Musik hinterherzukommen. Ansonsten hat wieder alles gepasst, das Gefühl war gut“, sagte er. „Steffens Stute kennen wir dynamischer und fleißiger. Die Stute war hier schon sehr gechillt. Normalerweise ist sie ein bisschen ‚an‘, das war für ihn wohl etwas ungewohnt“, analysierte Bundestrainer Bernhard Fliegl im Nachhinein. Er war nicht ganz so glücklich mit den Ergebnissen an diesem Samstag: „Ein Stück weit bin ich schon auch enttäuscht. Ich habe mir mit den Küren noch mehr erhofft, gerade weil es für den ein oder anderen so ein Highlight und so eine Paradedisziplin ist“, gestand er. „Es sollte nicht so sein.“

Platz vier war ein häufig durch Deutsche besetzter Platz. WM-Debütantin Regine Mispelkamp (Grade V) und auch Elke Philipp (Grade I), schrammten an Bronzemedaillen vorbei. „Es war toll auf die Musik zu reiten, die Musik passt super zu dem Pferd. Er ist nur ein bisschen spanniger, wenn er die Musik hört, daher hatte ich etwas mehr Druck auf der Hand und war einmal kurz hinter der Musik, aber sonst war es gut“, so Mispelkamp nach ihrer Kür. „Viel besser hätte es für mich nicht laufen können. Ich habe bei meinem ersten Championat zwei Medaillen gewonnen, das ist toll.“

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Elke Philipp und Fürst Sinclair, der einzige Hengste im Feld der Para-Dressur, schrammten heute am Podium in der Kür Grade I knapp vorbei. (© Pauline von Hardenberg)

Die Hitze machte auch Elke Philipps neuem Pferd Fürst Sinclair zu schaffen „Elke hat eine super Kür, nur hat da leider die letzte Power gefehlt. Sowohl ihr selbst als auch dem Pferd hat die Hitze wohl doch zu schaffen gemacht“, sagte Fliegl.

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Elke Philipp und Fürst Sinclair mit Bundestrainer Bernhard Fiegl – Grade I Para-Dressur. (© Pauline von Hardenberg)

In Grade I siegte die Italienerin Sara Morganti mit Royal Delight v. Royaldik (78,867 Prozent). In Grade V ging Gold nach Großbritannien, an Sophie Wells, die mit C Fatal Attraction den zweiten WM-Titel einfuhr. In der Mannschaftswertung mussten die Briten erstmals passen. Hier siegten die Niederlande. Ohne deutsche Beteiligung hatten die Wettkämpfe in Grade II und IV stattgefunden.

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