Bordeaux: Boyd Exell holt sich den dritten Saisonsieg im Weltcup 2016/17

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Boyd Exell auf dem Weg zum Sieg in der Weltcup-Etappe von Bordeaux 2017. (© Pierre Costabadie/FEI)

Zum ersten Mal seit Jahren war Bordeaux nicht Schauplatz des Finales im Weltcup der Vierspänner, sondern „nur“ Qualifikation. Und die sicherte sich Boyd Exell, der damit als Führender in die Endrunde geht.

Jeder der drei Fahrer, die am Ende vorne standen, hat wenigstens einmal bereits das Weltcup-Finale in Bordeaux gewonnen. Diese Tatsache in Kombination mit einem extrem herausfordernden Parcours von Jeroen Houterman (NED), der von einigen als bester der Saison bezeichnet wurde, machten die heutige Entscheidung spannend. Als erster ging Koos de Ronde auf die Strecke im Stechen und lieferte eine unglaublich schnelle und dazu fehlerfreie Runde ab. Damit standen seine Konkurrenten Ijsbrand Chardon und Boyd Exell ganz schön unter Druck. Am Ende wurde es Rang zwei für ihn und damit war er hoch zufrieden: „Bei den letzten beiden Turnieren hatte ich den Eindruck, das Glück war nicht gerade auf meiner Seite, aber hier passte alles für mich. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl, besonders, weil ich diesmal schneller gefahren bin als Ijsbrand. Ich wusste, es war ein schwieriger Kurs, in dem man leicht einen Fehler machen konnte. Aber ich habe wirklich gekämpft und alles ging gut. Ich werde sehr wahrscheinlich diese vier Pferde auch beim Finale in Göteborg anspannen. Ich habe definitiv das Gefühl, mit diesen Vieren eine Chance auf einen Podiumsplatz zu haben. Sie fühlen sich sehr gut an.“

Der Titelverteidiger Ijsbrand Chardon war als nächster an der Reihe. Er verkalkulierte sich am ersten Marathon-Hindernis als er eine Wendung zu kurz nahm. Das kostete ihn zwar keinen Abwurf, aber der längere und damit flüssigere Weg wäre der Schnellere gewesen. „Es war schwieriger als ich dachte“, erklärte er später. „Anstatt dass ich zwei oder drei Sekunden gewonnen habe, habe ich sie verloren. Ich wollte Boyd zwingen, denselben Weg zu nehmen, aber es hat nicht funktioniert.“ Wie war das? Wer anderen eine Grube gräbt … Aber Ijsbrand nahm seinen dritten Platz am Ende wie ein Sportsmann: „Es war ein Vabanquespiel und ich habe es verloren. Aber das ist okay.“

Boyd Exell kam frisch geurlaubt in die Bahn und so fuhr der Australier auch. Er ging volles Risiko und war am Ende noch einmal fast drei Sekunden schneller als Koos de Ronde. „Ich mag schwierigere Kurse und dieser hier lag mir“, erklärte er hinterher. „Er gab uns die Chance, unsere Kraft einzusetzen und die technischen Fähigkeiten unseres Gespanns zu zeigen. Ich entschied, keine Risiken einzugehen, weil die Platzierung im Finale zählt. Ich bin nun der letzte Fahrer, der an der Reihe ist in der ersten Wertung beim Finale in Göteborg. Das ist wichtig. Meine Pferde werden fitter und ich habe keine Angst, dass sie zu fit werden.“

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