FEI und IOC im Gespräch über die Agenda 2020

IOC Präsident Thomas Bach wird stilecht von Hengst Sarango begrüßt.

IOC Präsident Thomas Bach wurde bei seinem Besuch in den heiligen Hallen der FEI stilecht von Hengst Sarango begrüßt. (© FEI/Liz Gregg)

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hat der Zentrale des Weltreiterverbands FEI einen Besuch abgestattet, um sich über die Maßnahmen der olympischen Agenda 2020 zu unterhalten.

Wie die FEI berichtet, soll Bach sich wohl sehr positiv geäußert haben zu den bereits getroffenen Maßnahmen im Pferdesport: „Die Olympische Agenda 2020 ist der strategische Plan für die Zukunft der olympischen Bewegung und es ist beeindruckend, wie weit die FEI und der Reitsport die vielen Anforderungen bereits umgesetzt haben. Die Geschlechtergleichheit ist eines der wesentlichen Ziele, die wir ausgegeben haben und der Reitsport ist seit jeher an vorderster Front in diesem Bereich, wo Männer und Frauen gegeneinander antreten und um Medaillen kämpfen.“

Bach fuhr fort indem er betonte, dass der Reitsport seitdem er 1912 Teil der olympischen Bewegung wurde, in beeindruckender Weise gewachsen sei. Zugleich merkte er aber auch an, dass die FEI bereits eine Vielzahl der Bereiche in der Agenda 2020 aufs Korn genommen hatte (z.B. eine verantwortungsbewusste Leitung, die vollständige Überarbeitung der Prüfungsformate) , noch ehe es diese überhaupt gab. Der Sport berühre viele Kulturen und Menschen jedes Alters. Er bewundere sehr, was Pferdesportler durch die einzigartige Verbindung zwischen Pferd und Reiter erreichen. „Das ist wirklich beeindruckend.“

In seiner Präsentation für das IOC betonte FEI Präsident Ingmar de Vos, dass die FEI und der Pferdesport die Agenda 2020 proaktiv begrüßen. „Wir betrachten sie als eine Einladung, unseren Weg weiter zu gehen, den wir ohnehin schon eingeschlagen haben, um den Sport wachsen zu lassen und weiter zu entwickeln, eine Startrampe, um unseren Sport weiter zu verbessern und ihm Geltung zu schaffen unter den modernen Sportarten. Wir sind zuversichtlich, dass wir viele Anforderungen der Agenda 2020 abhaken können. Und wir arbeiten hart daran, auch hinter den noch fehlenden einen Haken setzen zu können. Wir erweitern die Grenzen, aber respektieren die Traditionen unseres Sports.“

De Vos erklärte, wie die anhaltende Überarbeitung der Prüfungsformate – in Abstimmung mit Nationalen Föderationen, den Reitern und Stakeholdern – darauf abzielt, den Pferdesport, dynamischer, einfacher zu verstehen und zugänglicher zu machen für eine breite Masse an Anhängern und jugendliches Publikum. Auch arbeite die FEI weiter an der Medienpräsenz bzw. daran, die TV-Zeiten des Pferdesports zu vergrößern.

Die FEI-Generalsekretärin Sabrine Zeender zeigte auf, wie die FEI arbeitet. Auch unterrichtete sie den IOC Präsidenten davon, dass das Pferdegesundheitszertifikat, das den sicheren Im -und Export der Pferde zu und von den Olympischen Spielen in Rio sicherstellen soll, nun vom Brasilianischen Agrarministerium veröffentlicht worden ist.

Bach, der selbst 1976 olympisches Gold im Fechten für Deutschland gewonnen hatte, traf bei der Gelegenheit auch drei Olympiareiter: den chinesischen Vielseitigkeitsreiter Alex Hua Tin, Kristina Bröring-Sprehe und den brasilianischen Springreiter Pedro Veniss, der im kommenden Jahr gerne Olympia auf heimischem Boden reiten wird. Außerdem hatte man eigens ein Pferd herangeschafft, den spanischen Hengst Sarango, der Bach und die Reiter bei ihrem Besuch begrüßte.

Kristina Bröring-Sprehe erklärte: „Der Reitsport ist der einzige olympische Sport, in dem Männer und Frauen in allen Disziplinen gegeneinander um olympische Medaillen kämpfen. Erst wenn man ein bisschen älter geworden ist, stellt man fest, wie besonders das eigentlich ist. Und es ist einer der vielen Gründe, warum der Reitsport so populär ist bei Frauen jedes Alters. In dem Bewusstsein, wie wichtig die Geschlechtergleichheit für die Olympische Bewegung ist, war es wirklich bestärkend, Thomas Bach heute zu treffen.“

Alex Hua Tin sagte: „Die Vielseitigkeit ist meine wahre Leidenschaft. Es ist nicht einfach ein Sport, es ist eine Lebensphilosophie. Und wir haben eine einzigartige Verbindung mit unseren Pferden, wo schwerwiegende Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde gefällt, kommuniziert und ausgeführt werden müssen. Vertrauen, Mut und Präzision ist es, was unseren Sport ausmacht, genauso wie der Aufbau gemeinsamer Stärken und der Ausgleich der Schwächen des Partners. Wir haben eine wirklich innige Beziehung zu unseren Pferden und es war faszinierend, das heute mit dem IOC Präsidenten zu diskutieren.“

Pedro Veniss machte ein bisschen Werbung für sein Land: „Brasilien ist eines der kulturell abwechslungsreichsten Länder der Welt und die Menschen sind – genauso wie die Pferdesportszene – dynamisch und einladend. Der kulturelle Schmelztiegel in Brasilien und im Reitsport ist sehr spannend. Als ein brasilianischer Reiter bin ich so stolz, dass wir die ersten Spiele in Südamerika ausrichten. Und ich kann es kaum erwarten, Teil davon zu sein.“

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