Besitzer von Spring-Europameister Clooney ist „Owner of the Year“

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Luigi Baleri wurde als "Owner of the Year" vom International Jumping Owners Club (IJOC) ausgezeichnet. (© Claire Simler)

Noch ehe Martin Fuchs und Clooney aufs oberste Treppchen bei den Europameisterschaften in Rotterdam sprangen, wurde der Besitzer des Westfalen, Luigi Baleri, zum „Owner of the Year“ ernannt.

Der „Owner of the Year“ Award ist ein Preis, der seit 2004 vom „International Jumping Owners Club“ (IJOC) vergeben wird. Der Preis setzt ein sichtbares Zeichen für die große Rolle, die die Pferdebesitzer spielen für die Karriere eines Reiters im internationalen Springsport.

Luigi Baleri jedenfalls hat(te) maßgeblichen Anteil an der Karriere des neuen Europameisters Martin Fuchs. Zum einen, weil er der Besitzer von Fuchs‘ besten Pferden ist, sowohl von EM-Pferd Clooney als auch von Fünf-Sterne-Sieger Chaplin. Aber Baleri ist schon sehr viel länger an Fuchs‘ Seite.

Genauer gesagt sind es 14 Jahre, die Baleri nun die Karriere von Martin Fuchs begleitet. Damals ritt dessen Vater Thomas Fuchs noch selbst im internationalen Sport, war also fast jedes Wochenende auf den großen Turnieren im Einsatz. Ergo hatte er wenig Zeit, mit seinem Junior loszufahren. Das erledigte dann Luca Baleri, der inzwischen so etwas wie ein „zweiter Vater“ für ihn ist, wie Martin Fuchs gestern nach seinem Sieg sagte.

Was Luigi Baleri selbst über sein Engagement denkt, hat er im Interview mit dem International Jumping Owners Club verraten.

IJOC: Seit wann gehört Clooney Ihnen?

Luigi Baleri: Seit dem CSI Genf 2017. Damals erzählte Martin mir, dass Clooney in die USA verkauft werden sollte. Das mussten wir verhindern, damit Martin sein bestes Pferd behalten kann.

 

IJOC: Können Sie uns erzählen, was für ein Gefühl Sie hatten, als Sie ihn zum ersten Mal getroffen haben?

Luigi Baleri: Das ist unmöglich. Der ganze Kaufprozess musste schnell gehen und war daher eine emotionale Achterbahnfahrt. Als das vorbei war, war das Gefühl einfach wunderbar.

 

IJOC: Warum glauben Sie, ist Clooney besonderer als andere Pferde?

Luigi Baleri: Ich würde nicht sagen, dass er besonderer ist. Alle meine Pferde sind besonders und großartig! Aber ja, Clooney ist was den Springsport angeht der erfolgreichste bisher. Er hat seinen eigenen starken Charakter. Das ist das pure Glück für uns, denn sonst hätte er sich nicht so stark gezeigt und ganz sicher hätte er seine Krankheit nicht so schnell überstanden (die Kolik-Operation im Frühjahr 2018, Anm. d. Red.). Seine Genesung zu verfolgen, das war außergewöhnlich. Mit der Silbermedaille in Tryon hat er der ganzen Welt gezeigt, was für einen starken Willen er hat. 

 

IJOC: Was sind Ihre schönsten Erinnerungen mit ihm?

Luigi Baleri: Ehrlich gesagt, immer der letzte Erfolg. Jedesmal, wenn wir ein gutes Ergebnis feiern können, ist das etwas wirklich besonderes.

 

IJOC: Wenn Sie ihn beschreiben sollten?

Luigi Baleri: Einfach der Beste.

 

IJOC: Wie ist sein Charakter? Was sind seine positiven Eigenschaften? Was ist schwierig?

Luigi Baleri: Stark, stur, ein guter Esser.

 

IJOC: Wie suchen Sie normalerweise Ihre Pferde aus?

Luigi Baleri: Wenn Martin oder Thomas mir sagen: ,Der ist es!'“

 

IJOC: Ist Chaplin der nächste Clooney?

Luigi Baleri: Nein, Clooney kann niemals ersetzt werden. Aber Chaplin und The Sinner sind auch tolle Pferde. Das haben sie schon mit ihren eigenen Erfolgen gezeigt und ich bin sicher, auch sie werden große Karrieren haben. Es ist jeden Tag ein Vergnügen, Sie zu beobachten. 

 

IJOC: Was sind die Unterschiede zwischen ihnen?

Luigi Baleri: Im Moment ist Clooney wirklich einfach der Beste.

 

IJOC: Besitzer eines Sportpferdes zu sein, bedeutet was für Sie?

Luigi Baleri: Spaß, Emotionen, Spannung und Teil einer Reise zu sein. Ich bin Teil eines Teams, das zusammen Erfolge feiert, aber auch gemeinsam Niederlagen und Verluste verkraftet. Teil dieses Teams zu sein ist wahrlich besonders und unbeschreiblich.

 

IJOC: Warum haben Sie sich entschieden, in Sportpferde zu investieren?

Luigi Baleri: Damit Martin sich als Reiter entwickeln kann und hoffentlich noch viele weitere Erfolge in seiner Karriere haben wird. Dafür ist ein Pferd wie Clooney nicht ausreichend. Es braucht eine Reihe guter Pferde. Der Turnierkalender ist so voll gepackt und anstrengend. Wenn man da nicht vorsichtig ist, sind die Pferde in Nullkommanix überanstrengt. 

 

IJOC: Seit wann investieren Sie in Sportpferde?

Luigi Baleri: Seit mehr als drei Jahrzehnten stecke ich Geld in diesen Sport. Die Zusammenarbeit mit Martin begann, als er 13 Jahre alt war und wir beschlossen, ihm mein Pferd Riot Gun zum Reiten zu geben. Neben unserer beruflichen Beziehung hat sich eine tolle Freundschaft mit der Familie Fuchs entwickelt. Wie schon gesagt, wir feiern die guten Zeiten zusammen und überstehen die zusammen die weniger guten. 

 

IJOC: Es hat den Anschein, dass sie eine sehr enge Beziehung zu Martin haben.

Luigi Baleri: Ja, es ist unglaublich toll miterlebt zu haben, wie Martin zu so einem tollen Athleten im Sattel, aber auch außerhalb herangewachsen ist. Diese Beziehung ist, wie jede Freundschaft, jedes Jahr stärker geworden. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

IJOC: Wie würden Sie es beschreiben?

Luigi Baleri: Martin hat großartige Eltern. Alles ist durchorganisiert und so professionell. Alle Entscheidungen, die den Sport betreffen, werden vom Team Fuchs getroffen. Und dieses Team ist außergewöhnlich. Thomas ist wahrscheinlich der weltbeste Springtrainer. Sean kümmert sich so umsichtig um alle Pferde und auf diese Weise kann sich Martin voll und ganz aufs Reiten konzentrieren. Und dann ist da Martin selbst. Es hat nicht nur offensichtlich Talent. Es ist super zu sehen, wie professionell er seine Arbeit angeht – sei es nun sein eigenes Fitnessprogramm oder aber auch sein Trainingsplan beim Reiten.

 

IJOC: Warum Martin und nicht irgendein anderer Reiter?

Luigi Baleri: Schon mit 13 Jahren konnte man sehen, dass dieser Reiter ein absolutes Talent ist. Aber man konnte auch sehen, dass der Junge immer sehr freundlich, loyal und ehrlich war. Man könnte sein Vertrauen keinem besseren Reiter schenken. Und jetzt ist das alte Sprichwort ,Never change a winning team‘ offensichtlich Wirklichkeit geworden. 

 

IJOC: Noch ein letztes Wort?

Luigi Baleri: Ich möchte mich für die Möglichkeit bedanken, dass ich die Gelegenheit hatte, einmal zu sagen, wie dankbar ich allen Mitgliedern der Fuchs-Mannschaft bin und natürlich Martin und Clooney

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