Bundestverdienstkreuz für Martin Richenhagen

Martin Richenhagen

Martin Richenhagen (© Rau)

Der in den USA lebende Martin Richenhagen wurde mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

„Ein amerikanischer Traum ist wahr geworden – vom Pferdetrainer zum Top-Manager in den USA; eine Geschichte von Mut, Willen und Leidenschaft eines Mannes“ – mit diesen Worten würdigte der deutsche Botschafter Dr. Peter Wittig Martin Richenhagen in seiner Rede. Rund 50 Gäste waren zu dem Empfang in der deutschen Botschaft eingeladen, um Richenhagen zu ehren.

American Dream

Seit 2004 steht Martin Richenhagen an der Spitze des Landmaschinenkonzerns AGCO, hinter US-Riese John Deere zweitgrößter Traktorenhersteller. Fast zwei Dutzend Traktorenmarken beherbergt der Konzern, in Deutschland am bekanntesten ist wohl die Marke Fendt.

Richenhagens Werdegang war alles andere als vorgezeichnet. 1952 in Köln geboren, studierte er Theologie, Philosophie und Romanistik in Bonn. Daraufhin arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium und weil ihn das nicht ausfüllte, leitete er noch nebenbei einen Reitstall. Den Dressursport verglich er einst mit einem „Bazillus, der einen nicht mehr loslässt“. Damals sponserte ihn Jürgen Thumann, zu der Zeit noch Stahlunternehmer, später Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (2001 bis 2005). Thuman bot Richenhagen einen Job in seinem Unternehmen an, parallel dazu das berufsbegleitende Studium der Betriebswirtschaft. Berufsstationen vor AGCO waren Hille & Müller Stahl, Schindler, Landmaschinenhersteller Claas bis zum Vorstandssitz der Schweizer Fobro International.

2004 folgte der Umzug nach Duluth nahe Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Seit dem ist der heute 65-Jährige nicht nur Chairman und CEO von AGCO, ausgezeichnet wurde er vor allem für seine Verdienste um die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Unter anderem bewirkte Richenhagen, dass sich die damals noch drei deutsch-amerikanischen Handelskammern in Chicago, Atlanta und New York zu einer deutsch-amerikanischen Außenhandelskammer zusammenschlossen. Wittig nannte Richenhagen als einen „echten Transatlantiker“, der viele Jahre das Gesicht der deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen war. „Sie sind ein leidenschaftlicher Brückenbauer zwischen Deutschland und den USA. Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz ist längst überfällig.“

Engagement im Reitsport

Über sein wirtschaftliches Engagement hinaus, fördert Richenhagen auch den deutschen Reitsport. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong war er z.B. Equipe-Chef der deutschen Mannschaft. Auch als internationaler Richter kam sein Know-How zum Einsatz. Heute richtet er zwar nur noch eingeschränkt, dafür pflegt er seine Leidenschaft weiterhin auf seinem umgebauten Bauernhof, wo er mit seiner Frau Brigitte Pferde züchtet.

Fendt als FN-Hauptsponsor

Seit 2010 ist die AGCO-Tochtergesellschaft Fendt Hauptsponsor der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. 2016 wurde die Zusammenarbeit auf zehn weitere Jahre besiegelt. „Die deutschen Reiter gehören zu den erfolgreichsten Mannschaften im internationalen Spitzensport. Deshalb passt dieser Premiumsport zur AGCO Premiummarke Fendt. Viele unserer Kunden arbeiten auch mit Pferden. Sie züchten entweder selbst, halten Pferde oder sind Lieferanten von Pferdefutter“, betonte Richenhagen.

Auch wenn Martin Richenhagen mit seinen 65 Jahren scheinbar alles erreicht hat, kommt der Ruhestand für ihn noch nicht in Frage. Erst vor Kurzem verlängerte er seinen Vertrag bis 2020. Bis dahin will er mit AGCO die Nummer eins unter den Traktorenherstellern werden, und einen Nachfolger finden.