Olympia-Silbermedaillengewinner Lando ist tot

Vor allem mit Albert Voorn, aber auch mit dem heutigen Bundestrainer Otto Becker hatte der dänische Warmblüter Lando große Erfolge im internationalen Springsport. Nun ist der Hengst mit der nicht ganz alltäglichen Geschichte mit fast 27 Jahren gestorben.

Der Lancier-Raimondo-Sohn Lando kam bei Prof. Henning Staun in Dänemark zur Welt. Verantwortlich für die Anpaarung war allerdings Betty Rasmussen vom Gestüt Hojris, wo auch Laura Tomlinsons Olympiasieger Mistral herkommt. Die hatte zwei Stuten zu verkaufen. Staun besah sie sich und traf eine Entscheidung. Doch als die Stute bei ihm eintraf war es nicht die, die er eigentlich hatte haben wollen und die ihm empfohlen worden war. Wie auch immer, Betty Rasmussen war nicht bereit, zurückzutauschen und so kam die von Lancier tragende Raimondo-Tochter Silvia zu Staun. Der hatte eigentlich vorgehabt, sie nach dem Abfohlen als Spenderstute für die ersten Schritte auf dem damals noch neuen Gebiet des Embryotransfers zu nutzen. Doch dafür erwies sie sich als ungeeignet und blieb „normale“ Zuchtstute.

Das Fohlen wurde Lando getauft und zunächst von dem in Dänemark recht bekannten Bereiter Johnny Hansen ausgebildet. Der besuchte mit Lando einen Lehrgang bei dem holländischen Springreiter Albert Voorn. Der kam von diesem Zeitpunkt an recht regelmäßig und konnte Hansen so bei der Arbeit mit Lando helfen. Das klappte so gut, dass die beiden immer erfolgreicher wurden auf Turnieren. Nur hatte Hansen gar keine Zeit, um das Leben eines Reiters im Spitzensport zu leben. Dafür hatte er zu viele andere Verpflichtungen. Also schlug er dem Besitzer des Hengstes, Joern Jensen, vor, Lando an einen fähigen Reiter zu geben. Sein Vorschlag war Albert Voorn.

Die beiden harmonierten gut und die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Die Olympischen Spiele in Sydney standen vor der Tür. Voorn und Lando gehörten zwar zur Longlist, aber Voorn selbst war sich nicht sicher, ob er mit einem im Ausland gezogenen Pferd für eine Nominierung infrage käme. Doch dann wurden die beiden holländische Meister und es führte kein Weg mehr an ihnen vorbei. Sie fuhren nach Sydney und holten in bestechendem Stil Silber. Allerdings hatte das Ganze einen bitteren Beigeschmack für Voorn, denn bereits vorher hatte Paul Schockemöhle Joern Jensen den Hengst abgekauft. Damals war Otto Becker noch in Mühlen bei Schockemöhle tätig. Er kaufte seinem Chef die Hälfte ab und ritt ihn danach noch bis 2005 erfolgreich im Sport. (Quelle)

Lando war auch als Deckhengst erfolgreich und zeugte Sportpferde wie Ornella Mail von Patrice Delaveau und Oscar des Fontaines mit Pénélope Leprevost. Die letzten Jahre verbrachte Lando in Frankreich auf dem Haras Béligneux bei Frédéric Neyrat. Der kommentierte auf Facebook Landos Tod: „In der letzten Nacht hat unser Lando seine letzte Ruhe gefunden. Seit ein paar Wochen konnte er ohne Hilfe nicht mehr stehen und seine Verfassung hat sich in den letzten Tagen noch verschlechtert. Es ist unnötig zu betonen, dass Lando einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen hat. Er war das Pferd meines Lebens.“

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